Sonntag, 6. April 2014

“Ich schreie nicht – ich bestelle Essen!” – oder: Neues aus Mama-Land.

Meine Lieben,

sechs aufregende Wochen liegen hinter mir. Hinter uns, sollte ich sagen, denn ich bin ja nicht mehr nur für mich allein (und den Gatten, klar) zuständig, da hat sich nämlich noch jemand dazugesellt, den wir lange erwartet haben: Der neue Mitbewohner, unser Sohn Constantin.

Ich überlege gerade, ob ich die letzten Wochen als “wahnsinnig toll” oder als “wahnsinnig anstrengend” bezeichnen soll, es ist ein bunter Mix aus beidem, vor allem war und ist es der Wahnsinn. Aber “toll” überwiegt definitiv; und wenn der Kleine mich angrinst und gluckst, dann macht mein Mama-Herz einen großen Satz und der letzte Tag mit gefühlt dreißig Mal Windelwechseln und zwölf Mal umziehen (großer Spucker) ist mit einem Schlag vergessen.

Constantin Das ist er übrigens. Er wurde früh am Morgen mit einem Schopf voll schwarzer Haare geboren und brüllte gleich mal seinen Protest über das Geschiebe und den Stress und den plötzlichen Temperaturabfall in die Welt hinaus. Freundlicherweise hält er seither aber mehr von längerem Ausschlafen, was der Mama nur recht sein soll. Das mit dem Protestgebrüll hat er allerdings beibehalten, gerade, wenn MiniMan Hunger hat, kann es gar nicht schnell genug gehen – frei nach dem Motto “Ich schreie nicht, ich bestelle Essen. Und das bitte pronto!”

Kleiner Einschieber, da ich immer wieder gefragt wurde: Die Karten sind bei MOO Cards gedruckt worden. Dort kann man nicht nur superschöne Visitenkarten drucken lassen (ich bin immer noch ganz verliebt in meine MiniCards), sondern eben auch Postkarten, die man dann mit einem der tollen MOO-Designs gestalten kann, oder eben – wie in meinem Fall – mit einem selbst erstellten Bild. Hochladen und bestellen ging superschnell und sehr leicht, und die Karten sind wirklich schön geworden, oder?**

In den letzten Wochen habe ich viel gelernt. Über mich selbst, über Ansprüche und Wünsche und dass sie manchmal eine Schnittmenge von genau NULL mit der Realität haben. Über die Verschiebung von Prioritäten, und auch, dass die geschenkte Tafel Schokolade durchaus als “Frühstück” herhalten kann, wenn es bereits 10:58 Uhr ist, du seit 6:27 Uhr auf den Beinen bist, aber bislang weder duschen noch richtiges Essen drin waren, da der Knirps inmitten des Fünf-Wochen-Schubs steckt und sich nur und ausschließlich auf Mamas Arm beruhigen lässt. (Seit er den durch hat, ist er aber wieder ein Sonnenschein und ich vermelde keine weiteren Schokoladen-Attacken.)

Wollt Ihr wissen, was ich noch alles gelernt habe?

Zum Beispiel, dass es auch, wenn du seit dem letzten Knattersignal aus der Windel ein paar Minuten “Sicherheitsabstand” verstreichen lassen hast, das Baby keineswegs davon abhält, dir doch noch auf dem Wickeltisch direkt in die Hand zu käckern. Oder sonst wo hin. Genauso wenig hält es ein Bäuerchen gigantischen Ausmaßes davon ab, dir doch noch einen Schwall Milch über den frisch angezogenen Pulli zu spucken. (Dass Babykacke nicht stinkt, ist übrigens ein Gerücht, das wahrscheinlich vom Bundesfamilienministerium verbreitet wird.)

Oder dass die Peinlichkeitsschwelle sinkt. Milchspucke überall? Egal, da kommt sowieso noch mehr dazu, völlig unnötig, sich zu ärgern. (Oder gar umzuziehen.) Dem Postmann mit hochgezogenem T-Shirt die Tür geöffnet? Das ist ihm wahrscheinlich peinlicher als dir. Was klingelt er auch genau nach der Raubtierfütterung?

Oder dass man supereffizient wird im einarmigen Hantieren. Jeder Rückbildungskurs ist Pillepalle gegen die muskelstärkende Wirkung in Po und Oberschenkel, wenn man den Klassiker “mit-Baby-über-der-Schulter-in-die-Knie-gehen-und-etwas-vom-Boden-aufheben” ausführt. Auch der Tragearm entwickelt sich schon in Richtung Schwarzenegger.

Oder dass man ein kleines Wesen, das eigentlich nur will, will, will, so bedingungslos lieben kann, auch wenn es diesen Willen gerade durch ein derartiges Schreien kundtut, das den ganzen Block weckt und dir die Ohren taub macht. Danach lächelt es dich wieder an, und du lächelst ermattet, aber glücklich und mit debilem Mama-Grinsen zurück.

Oder, dass die wichtigsten Accessoires nicht mehr High Heels und Halstuch sind, sondern viel eher Wanderschuhe (zum stundenlangen Kinderwagenschieben) und Spucktücher (von denen mysteriöserweise nie eins zur Hand ist, wenn man es dringendst benötigt).

Oder, dass ein paar Stunden ungestörter Schlaf das schönste Geschenk sind, was dir Mann und Baby machen können.

Und, dass man zu nichts, wirklich zu NICHTS kommt. Das Motto hier lautet, “Stillst du noch oder wickelst du schon?” An kreatives Kochen und Fotografieren oder gar Bloggen ist (noch) nicht zu denken… weil: oh, das Baby wacht auf – Hunger-ALAAARM! (Hier könnte ja jemand verhungern. Glaubt er.)

Bis bald, und viele Grüße aus der Babypause!

** MOO hat mir die Postkarten freundlicherweise zur Verfügung gestellt, meine Meinung bleibt davon aber unberührt. Danke an MOO!

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Sonntag, 6. April 2014

22 Gedanken zu „“Ich schreie nicht – ich bestelle Essen!” – oder: Neues aus Mama-Land.

  1. Karin

    Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs. Hatte öfters schon auf deine Seite geschaut und freue mich für dich,dass alles nach Wunsch verlaufen ist. Mit der Zeit wird es besser wenn man einmal alles im griff hat.
    Liebe Grüsse eine stille Leserin deines Blogs
    Karin

  2. Steffi

    Liebe Katharina,

    auch wenn dies kein Beitrag über das Kochen ist, ist es einer der (wenn nicht sogar DER) schönsten auf deinem Blog. Witzig und mit viel Herz.

    Ich wünsche euch als Familie alles erdenklich Gute.

    Viele Grüße
    Steffi

  3. Constanze

    Herzliche Glückwünsche zu eurem kleinen Mann und alles Gute!
    Liebe Grüße
    Constanze ☼

  4. Jules kleines Freudenhaus

    Hehehehehehe super Post und laut gelacht. Denn genau genau genau so ist es hier auch (außer, dass der Neue hier so viel spuckt und schreit… Was ein Glück!).
    Die Nummer mit dem hochgezogenen T-Shirt und dem Postboten hab ich auch schon durch.
    Und heute wurde nicht nur der Wickeltisch sondern auch gleich mal in die Badewanne mit Papa drin gekäckert ;-) Da hat der Herr Papa aber nicht schlecht geguckt… Und was macht die Mami? Natürlich erstmal die Kamera holen…

    Hach ist das nicht schön mit den kleinen Stinkern?!

    Vielen vielen lieben Dank auch für deine schöne Karte und die wunderbare Karte von oben in ganz analog. So schööön.
    Wir sind noch nicht soweit mit der ersten Post vom Neuen… Aber bald. Vielleicht auch bei MOO?!

    Die allerliebsten Grüße von der “Leidensgenossin” mit debilem Mami-Lächeln und Augenringen
    Jules

  5. Gesche

    Liebe Katharina,
    alles Gute zum Nachwuchs :) )
    Und vielen Dank für den Artikel! Du schreibst mit aus der Seele, sozusagen! Unsere Mitesserin ist einen Monat früher auf die Welt gekommen und vieles ist bei uns genauso – das tägliche Kinderwagen-Workout, das Einhand-Training und das Multitasking… Genau wie bei Euch verschwinden die Spucktücher immer, wenn man gerade mit angedocktem Baby irgendwo sitzt. Unsere Mitesserin spuckt zwar nicht oft, aber natürlich nur wenn man gerade kein Tuch parat hat!
    Und ich muss immer selber über die Verrenkungen lachen, die ich mit Kind auf dem Arm mache. Aber ich hab mir angewöhnt Sachen einfach bis zum nächsten Nickerchen liegen zu lassen, um Zerrungen und Unfälle zu vermeiden ;-)
    Viel Spaß weiterhin und alles Liebe
    Gesche

  6. Melanie

    Liebe Katharina,

    hach – einfach nur herrlich! Diese aufregenden, müden, schönen, chaotischen, vor Liebe überquillenden Wochen hab ich zwei Mal durch machen dürfen und ich möchte sie nicht missen. Unglaublich auch, wie schnell man das wieder vergisst?!??

    Dein Post hat mir viele bereits vergessene Erinnerungen wieder vor Augen geführt, ich fühle mit und ich musste auch schmunzeln :o )

    Deinen Blog hab ich (leider) erst Anfang des Jahres entdeckt, aber ich mag ihn sehr und ich komme weiterhin gerne vorbei – hab ja noch einiges Nachzulesen ;o)

    Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Freude mit Eurem Goldschatz!

    Liebe Grüße
    Melanie

  7. Ursula

    Genauso hätte ich vor 30 Jahren auch schreiben können.

    eine Schöne Zeit mit dem Baby, alles andere kann warten.

  8. Ricarda

    Liebe Katharina,
    dein Bericht ist herrlich offen, ehrlich und witzig geschrieben! Ich als noch-nicht-mama habe immer umglaubliche Angst, wenn Mütter sagen “wie erfüllend und unglaublich glücklich das ganze Muttersein macht”, weil ich befürchte, dass es bei mir nicht alles rosa-brillen-mäßig werden würde. Da finde ich deinen Realitätsbericht suuuuper! Und auch die Bilder (es tut mir so leid, dass ich noch nicht auf die Email geantwortet habe ich Depp) sind sooooo süß von eurem Sohn! Ganz ganz doll süß!
    Ich wünsch dir ein paar ruhige Minuten mehr am Tag und alles Liebe,
    Ricarda

  9. Nancy

    Hallo Katharina,

    herzlichen Glückwunsch zum Sonnenschein und herzlich willkommen in der Mama-Welt.
    Ich liebe diese Welt und würde sie niemals gegen die andere tauschen wollen. Obwohl meine Mäuse aus dem Alter der Windel schon paar Jahre raus sind. Aber schreien können sie trotzdem noch, wenn sie was wollen ;-)

    Genieße die Zeit. Die ist einmalig. Jeder Tag ist ein schöner Tag, wenn man ein Lächeln des Kindes bekommt.

    LG Nancy

  10. Sandy

    Hach, unsere Maus wird schon 4, die Zeit rennt. Versuche jede Minute zu genießen, auch wenn es schwer fällt. Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs!

  11. Lisa

    Liebe Katharina,

    bei aller Lust auf neue Rezepte von dir wünsche ich dir doch vor allem ganz viel Freude und Zeit mit deinem bezaubernden Sohn. Ich freue mich für euch, dass alles gut gegangen ist und hoffe auf viele weitere spannende Berichte über dein Leben mit Kind!!!!

    Fühl dich gedrückt von einer stillen Leserin und einem großen Fan –
    Lisa

  12. sonja

    …..ein schöner Beitrag, ich wünsche dir eine wundervolle Zeit mit deinem Constatin.
    Gnieße diese schöne Zeit, die Kleinen sind so schnell groß ;)
    Liebe Grüße
    Oma Sonja

  13. Masha * october sixteenth

    Ich habe was verpasst – sorry für die Verspätung – HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH – was für ein süsser Knirps!

    Was für ein ehrlich erfrischender Post. Alles geht vorbei, leider auch viel zu schnell. Auch wenn ich die ersten Monate doch schon sehr anstrengend empfand, mit dem ganzen Schlafentzug und nichts Richtiges und vor allem nichts Warmes zwischen die Zähne zu kriegen, es ist eine einmalige Zeit, die ich nicht missen möchte.

    Die innigen Momente mit deinem Kind musst du aufsaugen, sie werden von Tag zu Tag weniger – und die Ablösung wird jeden Tag ein Stückchen mehr sein…

    Liebe Grüsse
    Masha

  14. Frau-Irgendwas-ist-immer

    Herzlichen Glückwunsch von einer stillen Leseerin, die auch an einem 24. das Licht der Welt erblickte (ein paar *hust* Jahre früher als der Minimann).
    Die 24 ist definitiv unsere Glückszahl, stimmts Constantin!?

  15. Anni

    Liebe Katharina,
    Mist, total verpasst! wie toll, wie toll!!! Allerherzlichsten Glückwunsch zum Winzling. Und viel Freude beim weiteren Eingewöhnen!***

  16. Isa

    Juhu! Endlich News! Und auch mit Foto. Sehr süß und so viel Haare! Ich bin begeistert! Und von wegen du kommst zu nix. Du hast diesen Post geschrieben – damit bist du mir weit voraus. ;-) Aber ich arbeite dran… Immerhin habe ich es geschafft deinen zu lesen und zu kommentieren! Man muss den Ballen flach halten – weniger ist mehr (auch was den Schlaf betrifft, nicht wahr?).
    Ganz liebe Grüße,
    Isa

  17. Elodie (madame love)

    Hallo meine Liebe!
    Dein Constantin ist so süß und dein Bericht so toll geschrieben, wie immer! Ich finde es erfrischend dass endlich mal jemand die Wahrheit schreibt ;) Es wird alles einfacher und lustiger in den nächsten Wochen und Monaten – Ausser während diese blöden Wachstumschübe natürlich. Ich drücke dich!
    Elodie

  18. Johanna

    Liebe Katharina,

    ich lese gerade erst deinen Post und musste sofort grinsen, als ich das von dem Postmann gelesen hab. Das ist mir auch sooo oft passiert, dass ich mit hochgezogenem T-Shirt die Tür aufgemacht hab – zum Glück war zumindest immer der BH zu;-).
    Gleichzeitig wird mir ein bisschen mulmig, wenn ich diesen sehr wahren Bericht aus den ersten Wochen mit Baby lesen, ich frage mich im Moment nämlich an manchen Tagen, wie ich diesen (wunderbaren) Wahnsinn mit zwei kleinen Kindern schaffen soll, ohne dass Lotta dabei zu kurz kommt.
    Wie auch immer, jeder kann nachvollziehen, dass du im Moment zu nichts kommst, außer Constantin zu stillen, zu wickeln, zu besaßen, in den Schlaf zu tragen und einfach zu genießen.
    Allerliebste Grüße, ich drück dich!
    Johanna

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