Sonntag, 20. November 2011

We call it a Klassiker: Kaiserschmarrn

Bei Günther Jauch überstehe ich zumindest auf dem Sofa die ersten Runden ohne größere Schwierigkeiten, mein Wissen an Trivia ist teilweise wirklich erschreckend groß. Und ich meine damit auch wirkliche Trivialitäten… Tochter von Goldie Hawn? Früherer Job von Catherine Cambrigde? Pff. Easy. Klugscheißen war schon immer meine große Stärke.
Heute musste ich allerdings passen, als der Liebste nach dem ersten Bissen vom süßen Frühstück fragte: „Wieso heißt das eigentlich Kaiserschmarrn? Schmarrn ist doch eher etwas Negatives. Dabei schmeckt das so gut!“ Tja. Zwar hatte ich ihm mit großer Geste die Mehlspeise mit den Worten des Kaisers „We call it a Klassiker“ serviert, aber dass das Gericht nun wirklich nichts mit Franz Beckenbauer zu tun hatte, war auch mir klar. (Übrigens würde ich all meine gewonnenen Günther-Jauch-Euros spätestens bei den Sportfragen wieder verlieren.)
Aber schau an – der andere Franz war’s! Viele Legenden ranken sich um den österreichischen Mehlspeisen-Klassiker, und alle haben irgendwie mit Kaiser Franz Josef I. von Österreich zu tun. Wie für wahrscheinlich alle Deutschen hat Kaiser Franz für mich das Gesicht von Karlheinz Böhm und ruft in regelmäßigen Abständen verzückt „Aber Siiiiissi!“ aus, was mit einem ebenso verzückten „Fraanzl!“ beantwortet wird. Ich sag ja, Trivia.
Besagter Kaiser Franz aß wohl besonders gern Palatschinken. Misslang dem Koch der Teig, wurde er zu dick oder zerriss, so wurde die misratene Palatschinke an das Personal weitergereicht: „A Schmarrn, des am Kaiser zu servieren“. (Sagt Wikipedia.)

So fiel nun unser Sonntagsfrühstück sehr kaiserlich aus, auch in der Menge, denn 4 Portionen kommen hierbei locker rum. Ebenso wie gefühlte 829 kcal pro Teller. Stört’s uns? Ah geh, so a Schmarrn.

Kaiserschmarrn

4 Portionen


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker lässt sich gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe).**

3 Eiweiß
1 EL Zucker
160g Mehl
250ml Milch
4 Eigelb
Butter, viel, viel Butter
4 EL Rosinen, nach Belieben 
Puderzucker
dazu: Eingelegte Pflaumen, Apfelmus, Pflaumenmarmelade, Preiselbeeren… ganz nach Vorliebe

:: Eiweiß steif schlagen, bis sich die ersten festen Spitzen bilden, dann den Zucker einrieseln lassen und auf niedriger Stufe noch 1-2 Minuten weiterschlagen, so dass der Schaum steif, aber fluffig und gleichmäßig ist.

:: Mehl und Milch glattrühren, dann die Eigelbe unterrühren. Eischnee unterheben.

:: Einen EL Butter in einer großen Pfanne bei mittlere Hitze schmelzen lassen. Soviel Teig hineingeben, dass er ca. 1-2 cm hoch in der Pfanne steht – das dürfte ungefähr die Hälfte des Teigs sein. Die Hälfte der Rosinen auf dem Teig verteilen und alles backen lassen, bis die Unterseite fest ist – wenn sich der Eierkuchen ohne weiteres in der Pfanne hin und her rütteln lässt, sollte es soweit sein. Dann umdrehen und die andere Seite auch backen lassen.

:: Wenn der Schmarrn beim Umdrehen kaputt geht, ist es nicht schlimm – denn jetzt wird er sowieso mit 2 Gabeln in Stückchen zerrupft.

:: Einen weiteren (großzügigen) Klecks Butter in die Pfanne zum Schmarrn geben und alles schön goldbraun anbraten. Je mehr Butter, desto saftiger, aber das ist ja kein Geheimnis.

:: Auf Teller verteilen, und schnell das gleiche Ritual mit der anderen Teighälfte vollziehen. Dann kaiserlich mit Puderzucker bestäuben und mit Zwetschgenröster, Apfelmus oder einer Beilage seiner Wahl zusammen garnieren.

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Sonntag, 20. November 2011

7 Gedanken zu „We call it a Klassiker: Kaiserschmarrn

  1. Anne

    Mhhhhh super lecker. Das erinnert mich immer an Skiurlaub. Kaiserschmarrn und Germknödel in der Hütte sind fast schon besser als das Ski fahren an sich 😀

    Liebe Grüße
    Anne von anneslovesfood.com 🙂

  2. Christina

    leckaaaaaa, aaah. mir tropft der zahn.

    dabei habe ich mich vor jahren mal sooo an kaiserschmarrn überfressen, dass ich bis heute angst vor körperkontakt mit ihm habe. 😀

  3. Katharina

    @ Anne: stimmt, Skihütte ist für mich ein Synonym für Spaghetti Bolo und Kaiserschmarrn. Skifahren können wir dann morgen immer noch!
    @ Christina: so geht’s mir mit Panna Cotta und Tiramisu. Ich bin da immer noch vorsichtig. 🙂

  4. = lingonsmak

    schöne frühstücksgeschichte, schönes frühstück!! jetzt hätte ich lust auf eine portion …

  5. grain de sel

    Hey, im Klugscheißen bin ich auch ziemlich professionell ;O)!
    Kaiserschmarrn habe ich noch nie gemacht und noch nie gegessen und beim Anschauen deines Fotos beschleicht mich das Gefühl, etwas verpaßt zu haben…

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