Dienstag, 23. November 2010

Karibisches Hähnchen: hot, hot, hot!

So. Da habe ich mir nicht nur die Erinnerung an mieses Essen von unserer Konferenz mitgebracht, sondern als besonderes Extra auch noch eine fette Erkältung, mit allem, was dazu gehört. Das Wochenende war in weiten Teilen wenngleich nicht gelaufen, so doch ziemlich eingeschränkt. Zwar wollte ich mit scharfem und heißem Essen die elenden Viren aus meinem Körper vertreiben (sie lassen herzlich grüßen, und sie sind immer noch da), aber letztlich hatte ich dann „nur“ die (weiblichen) Verwandten unseres Hähnchens in der klassischen Anti-Erkältungs-Hühnersuppe zu Besuch. Zum geplanten Sonntags-Hahn konnte ich mich irgendwie noch nicht aufraffen, und da kam mir die Einladung meiner Eltern zum Abendessen ganz gelegen… Trotzdem, der Hahn war da und ließ sich nicht wegleugnen, prominent thronte er im Kühlschrank und heischte um Aufmerksamkeit. Eitler Gockel, eben.
Mit dem Abklingen der schlimmsten Erkältungssymptome kam auch die Lust aufs Kochen wieder, und so wurde der Gute dann eben kein Sonntags-Hahn, sondern ein Montags-Hahn. Auch Montage müssen gewürdigt werden, meistens haben sie ja keinen sonderlich guten Ruf, im Gegensatz zu ihren Kumpels, den Freitagen. Die werden gefeiert, verehrt und mit erlöstem Seufzen begrüßt, „endlich Freitag“! Und Montage? Montage sind die Buhmänner der Nation, die Spielverderber der Woche. Also warum nicht auch einmal einem sozial benachteiligten und unterpriviligierten Montag zurufen, „ey Kleiner – haste Lust auf wat Scharfet?“
© http://katharinakochtsichumdiewelt.blogspot.com/
Karibisches Hähnchen

Das Wichtigste an diesem Gericht sind gleich 2 Dinge: ein qualitativ hochwertiges Hähnchen – und Jerk, die Gewürzmischung aus der Karibik. So zahlreich wie die Inseln die zur Karibik zählen, so zahleich sind auch die Rezepturen für das Jerk. Diese hier ist also nur eine Variante. Eines haben aber alle gemein: eine ordentliche Schärfe! Nicht umsonst gibt es Jerk-Mischungen mit Namen wie „Three Kinds of Fire“.

1 Hähnchen
5 Knoblauchzehen
3 rote Chilischote
Saft von 3 Limetten
2 EL Honig bzw. Reissirup (= zuckerfrei)
50 ml brauner Rum


für das Jerk:
3 TL Chilipulver
2 TL gemahlener Kreuzkümmel (Cumin)
1 TL Paprikapulver edelsüß
1 TL Pfeffer
jeweils 1 Msp. Zimt, gemahlener Piment und Muskatnuss
3 TL Salz

:: Backofen auf 200°C vorheizen.
:: Das Hähnchen innen und außen waschen und trockentupfen. In einen Bräter legen.
:: 3 Knoblauchzehen pellen und fein hacken, 2 Chilischoten putzen und fein würfeln.
Mit Limettensaft, Honig und braunem Rum mischen.
Die Gewürze für das Jerk mischen und zur Flüssigkeit geben und verrühren.
:: Das Hähnchen mit der Marinade richtig gut einreiben, immer wieder Marinade über die Haut gießen und „einmassieren“. Das, was vom Hähnchen abtropft, kann ruhig im Bräter bleiben, damit wird nachher das Hähnchen begossen.
Wenn das Hähnchen gut gewürzt ist und noch Marinade übrig sein sollte, diese in den Bräter gießen.
:: Die restlichen Knoblauchzehen pellen und mit der übrigen Chilischote in den Bauch des Hähnchens stecken.
:: Den Flattermann in den Ofen schieben und etwa 80-90 Minuten garen. Dabei immer wieder mit dem entstehenden Bratensatz übergießen oder einpinseln.
:: Ich habe den Hahn nach ca. 60 Minuten aus dem Bräter genommen, und mit der Unterseite nach oben auf ein Rost gelegt, das über den Bräter in den Ofen geschoben wurde. Das ergibt erstmal eine ziemliche Sauerei, hat dann aber den Effekt, dass der Gockel rundum knusprig wird.
Dazu gab es bei uns einen grünen Salat mit Papaya, Avocado, Koriander und einem Dressing aus Rapsöl und Limettensaft, gut mit grob gemahlenem Pfeffer abgeschmeckt.

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Dienstag, 23. November 2010