Dienstag, 12. April 2011

Käseteigtaschen à la Grecque

Getreu meines Anfangs des Jahres gefassten Vorsatzes, doch mehr griechisch zu kochen, griff ich neulich im Kühlregal zu Filoteig. Und dann lag er da in meinem Kühlschrank, ich guckte ihn hin und wieder an, er guckte zurück, ich zuckte leicht ratlos mit den Schultern und nahm etwas anderes. Beim gestrigen Blick in den Kühlschrank schaute die Packung wirklich sehr mitleidheischend aus und sein Kumpel Fetakäse hatte sich strategisch günstig neben ihn positioniert. OK, Jungs – ihr dürft unser Abendessen werden!
Beim letzten Durchblättern von Maria Elias Kochbuch waren mir gefüllte Teigdreiecke aufgefallen und im Hirn haften geblieben. Sie wurden zwar als „Samosas“ bezeichnet, waren aber aus Filoteig gemacht und nicht frittiert, sondern im Ofen gebacken. Für die dort verwendete Füllung aus Ricotta und Kürbis fehlte mir so ungefähr alles, also habe ich fix das erfolgreich getestete Käsepita-Rezept von Monambelles abgewandelt. Mein persönlicher Grieche sagte zwischen zwei Bissen etwas, was irgendwie klang wie „lecker“ und „bei Mama“, also vermute ich mal, dass ich nicht ganz vom rechten Weg abgekommen war und regionalküchenmäßig nicht in Finnland gelandet war.
Das Schöne an dem Rezept, Teil 1: Man kann so ziemlich jeden Käse und jedes Gewürz reinrühren, was man mag. Ich bin konservativ geblieben und habe als Basis Feta genommen.
Das Schöne an dem Rezept, Teil 2: 10 Käsepita-Ecken sind in den meisten Fällen zu viel für 2 Esser, selbst wenn einer davon mein Freund ist. Daher blieben einige für heute mittag übrig – und durchgezogen schmeckten sie auch kalt noch mal besser!
Die Wickeltechnik klingt kompliziert, ist aber eigentlich einleuchtend.

Käseteigtaschen: Tiropita

1 Packung Filo- oder Yufka-Teig, ca. 10-12 Blätter (liegt im gut sortierten Supermarkt im Kühlregal neben dem gekühlten Blätterteig – ansonsten beim türkischen Lebensmittelhändler Eures Vertrauens)
250g Feta
100g Ziegenfrischkäse (kann man auch weglassen, hat hier aber noch einen Kick Cremigkeit gegeben)
50g Parmesan
50g fester würziger Ziegen- oder Schafskäse
1 Zwiebel
2 Eier
4-5 EL Milch
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

… und viel viel Olivenöl.

:: Feta kleinkrümeln, Parmesan und Ziegenkäse grob reiben und alles mit dem Ziegenfrischkäse, 1 Ei und 3 EL Milch verrühren. Zwiebel fein würfeln oder mit der (sowieso schon eingesauten) Reibe grob reiben und unterrühren. Kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

:: Backofen auf 180°C vorheizen.

:: Ein Filoteigblatt auf eine Arbeitsfläche legen und mit Olivenöl einpinseln.
Klassischerweise würde man jetzt ein zweites Blatt darauf legen, ebenfalls einpinseln und die ganze Sache dann der Länge nach halbieren, aber ich hab’s mir leicht gemacht und das Blatt einfach einmal quer gefaltet, so dass sich ein längliches Rechteck ergibt, dessen lange Seite mir zugewandt war. Die Oberfläche noch einmal mit Öl einpinseln.

:: Einen Esslöffel Käsemasse auf die linke obere Ecke des Filo-Rechtecks geben, dann die linke untere Ecke so darüberklappen, dass eine Spitze entsteht, die Ränder dabei gut andrücken. Die gefüllte Ecke wieder umklappen, andrücken – solange, bis der Teig zuende ist. Eventuell überstehenden Teig umklappen.
Auf die gleiche Weise mit dem Rest der Filoblätter und der Käsecreme verfahren: Pinseln, falten, füllen, klappen, klappen, klappen, fertig.

:: Die fertigen Blätter auf ein Backblech legen. Das zweite Ei mit 2 EL Milch verrühren und die Dreiecke damit auf jeder Seite einpinseln.

:: 10 bis 12 Minuten auf der einen Seiten backen, bis sie sich wölben und braun und knusprig werden, dann umdrehen und auf der anderen Seite weitere 10 bis 12 Minuten backen.

:: Herausnehmen und leicht abkühlen lassen – die Füllung ist sonst brutal heiß… 🙂

:: Dazu gab es einen Salat mit Tomaten und Spinatblättern.

Καλή Ορεξη – kali orexi!

Das könnte Dich auch interessieren:

 

Dienstag, 12. April 2011