Donnerstag, 8. September 2011

Kürbis-Chutney

Zu kaum einer anderen Zeit im Jahr macht es mir mehr Spaß, mein Obst und Gemüse direkt auf dem Wochenmarkt zu kaufen als im Spätsommer und Frühherbst. Die Farben sind unglaublich, das Angebot groß, und die Preise sehr günstig. Das alles zusammen kommt meiner Herbst-Leidenschaft sehr entgegen: Einkochen und konservieren. Alles, was irgendwie ins Glas passt, fasziniert mich, und sei es nur der Optik wegen. Bisschen oberflächlich? Naja, vielleicht, aber der Inhalt ist ja auch nicht zu verachten, und in den nächsten Wochen muss ich mir um Mitbringsel oder kleine Geschenke keine Gedanken machen, denn das Regal ist voll mit hübschen und lecker gefüllten Gläsern.
Kürbis-Chutney ist (wie eigentlich alle Chutneys und Relishes) eine ziemliche Schnippelei, bei der ich mir wünschte, doch endlich mal auf die honigsüßen Worte der Marktverkäufer und – jaaaaaaaaa! – der unglaublichen Werbung in den Homeshopping-Kanälen zu reagieren und diese Wunderwaffe zu kaufen: den Maxx Cuisine superduper Obst- und Gemüseschneider. Oder gleich den Salat Chef? Himmel, ich liebe diese TV-Werbesendungen. Ohne Schmarrn, ich könnte stun-den-lang zugucken, und wenn Testesser nicht da ist, mache ich das machmal auch. Das ist die perfekte Unterhaltung beim Bügeln. Am liebsten sind mir die amerikanischen Spots. Diese schlechten Schauspieler! Diese miesen Übersetzungen! Die komischen deutschen Stimmen, die darüber gelegt werden! Wundervoll!!!
„Caaaaaaaathy, das ist ja unglaublich!“
„Ja, ich weiß, Aaalan, es ist fan-tas-tisch! Und weißt Du was, Alan, damit können wir noch viel mehr machen!“
„Nein, Cathy, sag bloß! Das ist großartig!“
„Doch, doch, Alan – der Gemüseschneider kann sogar Haare schneiden! Und staubsaugen! Und Betten machen!“
„Caaaathy, das ist ja UNGLAUBLICH!“
Äh, wo war ich?
Ach ja. Kürbis-Chutney. Schnippelarbeit. Perfekt für regnerische Herbstsonntage.

Kürbis-Chutney

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Gelierzucker lässt sich hier aber gut durch Apfelpektin (z.B. aus dem Reformhaus) und eine entsprechende Menge Reissirup ersetzen. Einfach auf die Mengenangabe der Pektinpackung achten.**

für 6 Gläser à 250ml
aus „Marmeladen & Gelees“ von Hans Gerlach, wie immer mit meinen Adaptionen.

1kg Kürbisfleisch, der komplette Kürbis wog in etwa 1,5kg. Als Kürbissorte ist Hokkaido eine sichere Bank, jeder andere aromatische Kürbis eignet sich aber auch.
2 Zwiebeln
100g Ingwer
2 Knoblauchzehen
200g Zucker
2 EL Öl
Chili – Menge nach Belieben, 1 Espressolöffel ergibt eine ordentliche Schärfe, vielleicht lieber mit 1 Prise beginnen.
500ml Orangensaft
200ml Weißwein
Saft von 2 Zitronen 
Salz

:: Kürbisfleisch in kleine Würfel schneiden, Kantenlänge sollte in etwa 1/2 cm sein. Wer kein Wundergerät aus dem TV Shop, sondern wie ich nur ein großes scharfes Messer besitzt, der macht’s am besten auf diese Weise: die Kürbishälften in 1/2 cm schmale Scheiben schneiden, diese dann längs in 1/2 cm breite Streifen schnitzen und dann, Wunder oh Wunder, wiederum in 1/2 cm breite Stückchen zerteilen. Würfel. Identische Kantenlänge. Muss ja.
Zwiebel fein hacken (Kantenlänge: egal. klein.).
:: Ingwer und Koblauch ebenfalls klein hacken. Mit dem Zucker zu einer Paste vermengen. Das geht am einfachsten im Blitzhacker oder einem ähnlichen Gerät, bei mir ging’s im Mörser, wobei ich den Zucker nach und nach zugegeben habe.
:: In einem großen, weiten Topf oder einer großen Schmorpfanne das Öl erhitzen. Kürbis- und Zwiebelwürfel darin unter Rühren etwa 5 Minuten braten. Die Knoblauch-Ingwer-Zucker-Paste dazugeben, unter erneutem Rühren weitere 3 Minuten garen, dabei löst sich der Zucker auf. Anschließend Chili, Orangensaft und Wein dazugeben und alles 20 Minuten lang köcheln lassen. Die Konsistenz sollte dann marmeladig sein, allerdings nicht zu trocken, da das Gemüse beim Auskühlen noch mal ordentlich Flüssigkeit aufsaugt. Im Zweifelsfall noch einen Schluck Orangensaft oder Wein hinzugeben.
:: Zitronen auspressen und in den Saft unterrühren. Etwas einkochen lassen. Dann das Chutney mit Salz abschmecken und sofort in sterilisierte Gläser füllen und mit ausgekochten Deckeln verschließen.
Haltbarkeit:etwa 6 Monate, bei dunkler und kühler Lagerung.
Labels: hab ich mir ganz ungeniert bei Nicole Stichs Blog Delicious Days abgeschaut. Ich mag es, wenn alle „Produktionen“ eines Jahres die gleichen Labels haben. Freakig? Ja, absolut! Aber auch totale Arbeitserleichterung, da ich mir nicht x verschiedene Designs ausdenken muss. 🙂 Übrigens: Nicoles „Spicy Tomato Jam“ geht piep-einfach und schmeckt einfach fantastisch!

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Donnerstag, 8. September 2011

8 Gedanken zu „Kürbis-Chutney

  1. Ruebchensmum

    Das sieht einfach unglaublich lecker aus und auch super professionell mit diesen hübschen Labels. Ich würde bei solchen Rezepten ja auch am liebsten immer gleich loslegen, aber sag mal, wozu kann man dieses Chutney denn essen? Wofür verwendest du es?
    Liebe Grüße
    Corinna

    PS ich bin stiller Mitleser deines Blogs, finde deine Sachen immer ganz toll. <3

  2. Christina

    yum! und schöne labels, sehr professionell! 🙂
    kürbischutney werde ich bestimmt auch bald machen und mich dann an deinem rezept orientieren.
    lg
    christina

  3. Katharina

    @Corinna: oh, das freut mich, dass Du mitliest! Man kann das Chutney hervorragend zu Geflügel oder geräuchertem Fisch essen, zu Käse, oder einfach auf’s Brot. Oder Käsebrot. 🙂

    @Christina: Dann viel Spaß beim Schnippeln! 😉

  4. FeeMail

    Ich finde diese Dauerwerbesendungen auch sehr unterhaltend :)! Es gab mal so eine tolle, die was mit Angeln zu tun hatte… Es will mir leider gerade nicht einfallen…

  5. Kirsten

    Kling sehr lecker, Dein Kürbischutney 🙂 Ich koche zwar auch gern Sachen ein, aber so tolle, professionelle Labels bekommen die bei mir leider nie… Dafür freu ich mich jetzt schon riesig auf die beginnende Kürbissaison und die vielen Rezepte, die ich ausprobieren will. Dein Chutney wandert auch gleich mal mit auf die Liste 🙂

  6. Katharina

    @FeeMail: oh gut – ich bin nicht allein! 🙂 Aber Werbefernsehen ist einfach zu lustig…
    @Kirsten: ein regnerischer, irgendwie langweiliger Nachmittag und ein bisschen rumspielen mit PowerPoint ist auch nicht sonderlich professionell, aber vertreibt die Zeit ungemein! 🙂 Viel Erfolg beim Chutney-Kochen!

  7. Juliane

    Total schick, die Etiketten! Habe ich gleich mal für das Birnenchutney übernommen, das ich am Wochenende eingekocht habe 🙂

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

  8. Anonymous

    Ich habe es heute gekocht, minimal an eigene Vorlieben angepasst (noch rote Paprika und Möhren dazu) und es ist ein voller Erfolg! Sehr lecker!

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