Donnerstag, 7. Februar 2013

Linsenaufstrich mit Kürbiskernen: Für mehr Abwechlung auf dem Frühstücksteller!

Frühstück. Keiner anderen Mahlzeit wird landauf, landab soviel Bedeutung zugemessen wie dem Frühstück. Gesund soll es sein, Energie für den Tag soll es liefern. Trotzdem sind wir, was unsere erste Tagesmahlzeit betrifft, ehrlicherweise vor allem eins: mordslangweilig. Abwechslung ist beim Frühstücke nicht wirklich die Devise, und so essen wir zumindest an fünf Tagen in der Woche eigentlich immer das selbe. Je nach Lager ist das dann Müsli (da kann ich mich eindeutig einordnen) oder das Frühstücksbrötchen. Zumindest während der Woche hört es da einfach auf mit meiner Kreativität…
Als ich diese Woche zur Frühstückswoche hier auf dem Blog auserkor, habe ich mich ein bisschen umgesehen, wie denn unsere Fühstücksgewohnheiten in Deutschland so aussehen. Interessanterweise habe ich festgestellt, dass wir bei keiner anderen Mahlzeit so in einer eigenen Tradition verhaftet sind wie beim Frühstück. Wir essen oft das, was wir schon als Kind gegessen haben. Vielleicht haben wir als Kinder lieber Cornflakes gegessen und sind heute auf Früchtemüsli umgestiegen, aber eine Misosuppe oder ägyptisches Foul käme uns wohl eher nicht in den Sinn. Zu jeder anderen Tageszeit gehen wir gern zum Italiener, zum Chinesen, zum Spanier; wir essen Japanisch oder Indisch – morgens aber hat die Exotik noch nichts auf unserem Teller zu suchen. Mir wird dabei wohl immer die Erinnerung an einen langen Overnight-Flug nachhängen, bei dem ich mich vorab für “Asian Vegetarian” bei der Speisewahl entschieden hatte. Zum Frühstück gab es gedämpfte Linsen mit Curry, Spinat und Paneer. Ich halte mich grundsätzlich für einen kulinarisch offenen Menschen, aber das war für mich wirklich gewöhnungsbedürftig.

Jedes Land hat so seine ganz eigenen festen Frühstücksbestandteile- und rituale; Croissant und Café au lait, Full English Breakfast, Joghurtsuppe oder Haferbrei. Die Kulturhistorikerin Petra Foede, Autorin des Blogs Kulinarische Zeitreisen, beschreibt in ihrem Artikel “Wer hat das Frühstücksei erfunden?” wie sich bei uns in Deutschland das Morgenmahl von Haferbrei und Brotsuppe zu dem entwickelte, was wir heute darunter verstehen. Wusstet Ihr, dass sich erst mit der Verbreitung des Kaffeetrinkens unsere Frühstückskultur entwickelte, und dass ein Brot mit Marmelade zu essen um 1840 herum als eine völlig abwegige Idee galt? Diese Idee sowie die des Frühstückseis kam mit Umweg über England offensichtlich aus Schottland zu uns. Ganz so verschlossen waren wir Deutschen wohl doch nicht. :-)
Das Müsli in seiner heutigen Form kam übrigens erst mit der Studentenbewegung der 1970er Jahre zu seiner jetzigen Einsatzform als Frühstücksessen. Ein relativ später Einstand, genau wie Cornflakes und andere Cerealien.

Morgens muss es nun mal schnell gehen, da ist Routine einfach das Beste für einen reibungslosen Ablauf zwischen Weckerklingeln und Aus-dem-Haus-gehen.  Wenn man wie ich noch sehr triefäugig durch die Küche schlurft, haben Müsli und Brötchen berechtigterweise ihren Platz! Trotzdem habe ich mir fest vorgenommen: Unser Frühstück soll schöner werden. Auf jeden Fall abwechslungsreicher. Wenn es kein schnelles Müsli oder Granola gibt, dann zumindest eine schnelle Scheibe vom selbstgebackenen Brot und einem leckeren Aufstrich.

Wie die meisten guten Sachen ist der Linsenaufstrich ein Kind des Zufalls. Er entstand, als ich eigentlich eine vegetarische/vegane Leberwurst herstellen wollte. Sehr köstlich ist die Version mit Räuchertofu und Kidneybohnen, die ich bei Christina von Feines Gemüse (via The Vegetarian Diaries) fand. Leider sind Tofu und mein Bauch nicht die dicksten Freunde, weswegen ich ganz aufgeregt war, als ich bei Gourmandises vegetariennes eine Linsen”leberwurst” fand. Der Eifer, diese nachzubauen, war größer als die Menge der Zutaten im Schrank, weshalb mein Ergebnis am Ende zwar nicht nach Leberwurst, aber dennoch richtig gut schmeckte. Überhaupt sollte ich mich 2013 mal verstärkt den Brotaufstrichen und Dips widmen. Vielfalt und viva el Frühstück, ne.

 

Linsenaufstrich mit Kürbiskernen

für 1 Glas à 200ml, Haltbarkeit ca. 1 Woche im Kühlschrank.
1/2 schlanke Stange Lauch
150g rote oder gelbe Linsen
50g Kürbiskerne
3 EL Olivenöl
1-2 TL Sojasauce
2-3 Spritzer Tabasco (idealerweise die “Smoked”-Version)
1 gute Prise getrockneter Majoran
:: Lauch waschen und in Ringe schneiden. Zusammen mit den Linsen und ausreichend Wasser (nach Packungsanweisung) recht weich garen, dann abtropfen lassen und abkühlen.
:: In der Zwischenzeit die Kürbiskerne ohne Fett anrösten, bis sie duften und knacken. Von der Herdplatte nehmen und abkühlen lassen.
:: Die abgekühlten Kürbiskerne in der Küchenmaschine kleinschreddern, bis sie mittelfein gemahlen sind. Ich persönlich mag ein bisschen Textur, also pulverisiere ich sie nicht komplett. Olivenöl dazugeben und noch 1-2 Mal pulsen. (Theoretisch müsste es auch gehen, die Kürbiskerne und das Olivenöl zusammen in einem hohen Rührbecher mit dem Zauberstab zu pürieren. Ich habe es allerdings nicht probiert.) Dann löffelweise die gekochten Linsen und Lauch dazugeben und untermixen.
:: Mit Sojasauce, Tabasco und Majoran abschmecken und in das saubere Glas füllen. Je nach Vorliebe mehr oder weniger Sojasauce und Tabasco benutzen, rühre auch gern noch ein wenig Chipotle Chili unter. Die Masse wird wahrscheinlich sehr weich sein, beim Aufbewahren im Kühlschrank wird sie etwas fester.

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Donnerstag, 7. Februar 2013

6 Gedanken zu „Linsenaufstrich mit Kürbiskernen: Für mehr Abwechlung auf dem Frühstücksteller!

  1. Cookies N' Style

    Linsenaufstrich mag ich gekauft schon sehr gerne. Selbst gemacht ist der bestimmt der absolute Renner. Vielen Dank und Zufallsrezepte sind eh immer die Besten :-)

  2. Julie (matundmi)

    katharina, ich finde es wirklich lehrreich, unterhaltsam und auch sehr spannend (das thema zuckerfrei) bei dir. danke für die ganze mühe, mit der du die tollen beiträge erstellst. das wollte ich einfach mal sagen :)

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