Freitag, 19. November 2010

Mallorquinischer Mandelkuchen

…der Abschluss des Tapas-Essens am Sonntag. Irgendwie praktisch, wenn ein Essen für die Posts einer ganzen Woche reicht!!!
Überhaupt. Essen.
Ich war ja die letzten Tage beruflich unterwegs und ich glaube, ich kann schon deswegen keine große Karriere machen, weil mich das Essen auf Konferenzen so nervt. Warum? Langweilige Gerichte, langweilig gewürzt, Essen im Stehen (urgs!), und dann versuch mal, halbwegs intelligente Gespräche während des physischen Vorgangs des Essens zu führen, ohne sich komplett von oben bis unten mit Sauce zu bekleckern (oder das jeweilige Gegenüber). Außerdem hat meine Mama mir beigebracht, dass es nicht die feine Art ist, mit vollem Mund zu sprechen. So. Was dann die Zeit, die mit abbeißen, kauen und schlucken zu verbringen ist, im Verhältnis zum Sprechen deutlich reduziert. Mal ganz davon abgesehen, dass es ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration fordert, Salatblätter zu falten oder die Erbse auf der Gabel vom Teller zum Mund zu balancieren.  Und so habe ich meistens immer noch Hunger, wenn das Essen vorbei ist. Und dann der Kaffee! Eeeeeeklig! Bitter, halb-warm aus dem großen Bottich und mit Kondensmilch statt frischer Milch.
Ehrlich, ich bin immer wieder froh, wenn ich dann zu Hause bin. Gestern war ich vor allem froh, dass ich heil und am Stück wieder den Boden berührt habe. Ich habe wirklich null Flugangst und bin einer von den arroganten Deppen, die bei der Sicherheitsvorführung gelassen ihr Buch oder ihre Zeitschrift weiterlesen, aber die sehr unsanfte Landung gestern hat mich dann doch mordsmäßig erschreckt irritiert. Der Kommentar der Stewardess: „Meine Damen und Herren, wir sind soeben in Hamburg aufgeschlagen.“ Großes Gelächter.
Nun also zum Kuchen. Der ist (im Gegensatz zum Konferenz-Beton-Kuchen der letzten beiden Tage) ein Gedicht: Saftig, mandelig/marzipanig, und fluffig wie ein Wölkchen. Hat ja auch was mit Fliegen zu tun.
Ich habe den Kuchen ohne den im Originalrezept angegebenen Zimt gebacken, dafür habe ich den Mandelgeschmack etwas intensiviert, in dem ich Mandelaroma zum Kuchen gegeben habe – im Original wohl eher nicht vorgesehen. Ob es dann noch echt mallorquinisch ist?! Egal – lecker ist er!!!
Wenn irgend möglich, sollten geschälte/blanchierte Mandeln verwendet werden, dann wird der Kuchen hell und fein. Die geschälte Version ist eigentlich gut im Supermarkt zu bekommen, im Zweifelsfall werden aber die dunklen „Brösel“ der gemahlen Mandeln dem Geschmack keinen enormen Abbruch tun.
Und es kommen WIRKLICH weder Butter noch Mehl hinzu! Die ganze Arbeit erledigen die Eier und die Mandeln.

© http://katharinakochtsichumdiewelt.blogspot.com

Malloquinischer Mandelkuchen
leicht adaptiert

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker lässt sich aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe).**

6 Eier
1 Prise Salz
200 g geschälte gemahlene Mandeln
200 g Puderzucker
Mark einer Vanilleschote
Schale einer unbehandelten Zitrone
1/2 Fläschchen Bittermandelaroma

:: Den Backofen auf 180° vorheizen und eine 26er Springform ausfetten oder mit Backpapier auslegen und den Rand fetten.
:: Die Eier trennen.
Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Zur Seite stellen.
Eigelb und Puderzucker solange rühren, bis die Masse fast weiß ist und sich die Zuckerkristalle aufgelöst haben. Mandeln, das ausgekratzte Mark der Vanilleschote und die Zitronenschale unterrühren. Dann je nach Geschmack Bittermandel-Aroma zufügen, 1/2 Fläschen sollte es schon sein, ich habe (eher versehentlich) fast ein ganzes dazugegeben, aber ich mag Mandel/Marzipan-Aroma.
Den Eischnee mit einem großen Löffel unterheben, bis sich alles gleichmäßig vermischt hat. Nicht mit dem Mixer unterrühren – es ist ein alter Hut, aber es stimmt, denn es macht die Konsistenz kaputt.
:: Den Teig in die Springform füllen und 30 Minuten backen. Während des Backens, zumindest aber in der Anfangsphase, wenn alles noch flüssig ist, den Backofen nicht aufmachen, der Kuchen könnte sonst zusammensacken. Und das wollen wir nicht.
Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.
:: Ich habe, da der Kuchen zum Espresso gereicht werden sollte, die Torte in Rauten geschnitten. So konnte jeder sein(e) Stückchen wie Konfekt mit den Fingern essen. Wir erinnern uns an die Geschirr-Knappheit beim Tapas-Essen…

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Freitag, 19. November 2010

Ein Gedanke zu „Mallorquinischer Mandelkuchen

  1. Irina

    ****Irgendwie praktisch, wenn ein Essen für die Posts einer ganzen Woche reicht!!!**** Gell 🙂

    Der Kuchen sieht sehr verführerisch aus, schade dass hier alle gegen Mandeln allergisch sind 🙁

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