Montag, 26. November 2012

Maronen-Nuss-Kuchen

Vor meinem Fenster heult der Sturm. Richtigerweise sollte ich sagen, “vor meinen Fenstern”, Plural, denn egal, welches ich heute geöffnet habe, es fegte ein Schwall Herbstblätter und eine gute Prise Miesepeterwetter hinein. Gut, dachte ich, dann nutzen wir die Gelegenheit und backen einfach noch einmal einen anständigen herbstlichen Kuchen, bevor in der nächsten Woche das Adventslämpchen angeknipst wird. Beim Wort “Advent” tritt leichte Panik in meine Augen. Wie in jedem Jahr habe ich mir ungefähr im August vorgenommen, endlich einen wahnsinnig tollen, über-stylishen Adventskalender zu designen und herzustellen, einen, für den das Wort “basteln” schon zu profan ist. (Wobei Basteln heutzutage sowieso ja anders heißt, Die. Ai. Waii.) Seit August denke ich alle paar Tage an das Projekt, und seit August ist nicht viel passiert damit. Wenn die Adventskalenderpanik einsetzt, lenke ich mich schnell ab, und heute war es durch Kuchenbacken.
Maronen sind so ein Übergangsding, etwas für beide Jahreszeiten: Goldglänzend im Herbst und ganz wunderbar für Füllungen und herzhaft-süßliche Herbstgenüsse geeignet. Und dann, wenn die Weihnachts-märkte ihre Pforten öffnen und außer Jingle-Bells-Gedudel und klebrigem Glühwein eigentlich noch nicht viel auf Weihnachten hinweist (am allerwenigsten das Wetter), dann freue ich mich doch immer auf meine Tüte geröstete Maroni, mit viel Gepuste und mit spitzen Fingern gegessen. Der Weihnachtsmarkt hier in Lüneburg startet am nächsten Wochenende, und die gerösteten Maronen und ich haben ein festes Date. Beim Glühwein bin ich mir noch nicht so sicher.
Auf die Idee mit den Maronen im Kuchen bin ich durch ein ziemlich abgefahrenes Buch gekommen, das ich neulich im Hamburger Koch-Kontor gefunden habe: “Kuchenwunder” von Christa Schmedes und Martina Kittler. Schokoladenkuchen mit Roter Bete ist ja ein alter Hut, wenngleich er immer noch auf meiner To-Do-Liste steht, aber habt ihr schon mal mit Süßkartoffeln, Pastinaken oder Curry gebacken? Ich nicht. Und bis heute auch noch nicht mit Maronen, aber das war ein gutes Experiment, ein sehr gutes. Hach, Herbst.
Und der Adventskalender? Immer mit der Ruhe, es sind noch 5 Tage Zeit. Zur Not gilt halt wieder der alte Spruch “aber wir wollten uns doch nichts schenken!”

Maronen-Nuss-Kuchen
aus: C. Schmedes/M.Kittler: Kuchenwunder 
in der 18er Springform gebacken – für eine normalgroße 24er oder 26er Springform die Menge verdoppeln.

200g vorgegarte Maronen - das Originalrezept will 200g Maronenpüree, das konnte ich aber spontan nicht finden
25ml Haselnussöl
40g Butter
2 Eier
1 Prise Salz
90g Reissirup (oder 75g Rohrohrzucker)
75g gemahlene Haselnüsse
25g Kastenien- oder Maronenmehl (oder Dinkelmehl)
3 EL Marmelade oder Gelee, z.B. Johannisbeergelee, Hagebutten- oder Pflaumenmus

:: Backofen auf 180°C vorheizen (Umluft 160°) und eine kleine Backform einfetten.

:: Maronen etwas zerkleinern und zusammen mit dem Haselnussöl pürieren, bis eine cremige und ziemlich homogene Masse entsteht, evtl. noch ein oder zwei Esslöffel Wasser dazugeben.

:: Butter schmelzen lassen und abkühlen lassen.
:: Eier trennen. Das Eiweiß zusammen mit einer Prise Salz steif schlagen. Eigelbe mit Reissirup oder Zucker aufschlagen und die flüssige Butter einrühren. Die pürierten Maronen und die Haselnüsse unterrühren und dann das Eiweiß unterheben. Kastanienmehl darübersieben und alles vorsichtig zu einem fluffigen Teig mischen.
:: In die Form gießen, glatt streichen und dann etwa 30 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen.
:: Die Marmelade erwärmen und glatt rühren und dann auf den Kuchen streichen und trocknen lassen. Wer mag, streut noch etwas Puderzucker darüber.

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Montag, 26. November 2012

16 Gedanken zu „Maronen-Nuss-Kuchen

  1. Cooketteria

    Das Buch erinnert mich sehr stark an “Red Velvet and Chocolate Heartache” von Harry Eastwood. Dort wird auch querbeet mit den verschiedensten Gemüsesorten gebacken.

    Und um deine Frage zu beantworten: Ja, ich backe regelmässig Süsses mit Gemüse. Zum Beispiel diverse Karottenkuchen, Pastinakencakes, Topinambur-Haselnuss-Kuchen, Nusszöpfchen mit Randen, Challah mit Süsskartoffel- oder Kürbismus oder Zucchinicake mit Zitrone. Einen Karottencake und die Challah habe ich schon verbloggt, die restlichen Beiträge stehen alle in der Warteschlange.

    So lange die Gemüsebeigabe unauffällig ist (sehr fein geraspelt/zermust), können die meisten Testesser nicht herausfinden, was sich im Kuchen versteckt. Üblicher Kommentar: Fein, schön feucht, was ist drin’? Und so lange man die lieben Kleinen nicht über den gemüsigen Zusatz informiert, ist alles bestens.

    Kommt aber natürlich auch sehr auf das Rezept und die Köchin/den Koch an. Die Mutter einer Kollegin “beglückte” uns über Jahre hinweg mit Zucchini-Kuchen, der a) total klitschig war, b) nach nichts schmeckte und c) so grosse Zucchiniraspel enthielt, dass sie auch nach einer Stunde im Ofen immer noch halb roh waren. *würg*

    P.S. Maronenpüree ist in der Schweiz bei Grossverteilern im TK-Regal erhältlich. In Frankreich bekommt man es eingedost (gesüsst & ungesüsst) und in Deutschland vom gleichen Hersteller in Feinkostläden/Supermärkten mit französischer Spezialitätenecke (z.B. Hieber). Maronen- und Kastanienmehl sind, so glaube ich, ein und das selbe. Meist unterscheidet man zwischen luftgetrocknetem Mehl (für Süssspeisen) und Mehl aus geräucherten Kastanien (für salzige Castagnaccio).

    So, und jetzt geh ich schlafen.

    Ganz liebe Grüsse

    1. Katharina

      Oooooh, die tolle Harry Eastwood. “The Skinny French Kitchen” steht auch noch ganz oben auf meiner Liste. Sieht aus, als wenn sich das Backbuch dazugesellen wollte. ;-)
      Sehr gut, dann bin ich gespannt auf weitere Gemüse-Experimente im Kuchen. Karotte und Kürbis sind bereits etablierte Zutaten bei mir, dann sollte es kein großer Sprung sein zu Pastinake und Batate!
      Ich hab tatsächlich nach dem Einkauf der vorgegarten Maronen eine Dose Püree gefunden, allerdings war das kein reines Maronipürree, sondern mit Wasser und vor allem mit Zucker gestreckt. Letzteres ist ja nicht so willkommen, vor allem nicht als Zusatz.

  2. Cooketteria

    Äh, ich meinte: Man unterscheidet zwischen Mehl aus luftgetrockneten oder geräucherten Kastanien. Ist halt schon spät. Oder früh, wie man es nimmt. :)

  3. Zoe

    Klingt toll! Sowohl dein Kuchen (der sieht auch noch toll aus!) als auch das Buch!
    Mein Trick für den Adventskalender ist: ich hab einmal einen tollen gebastelt, den man jetzt jedes Jahr wieder neu befüllen kann. Wenn ich trotzdem Lust (und Zeit) hab, mach ich was neues, ansonsten befüll ich den alten einfach wieder. Sieht auch hübsch aus und ist selbstgemacht gegen das schlechte Gewissen. Und der beste aller Männer sagt, Männern wäre das prinzipiell sowieso eher schnuppe, den meisten würde nicht mal auffallen, ob der Kalender der selbe wie im letzten Jahr ist. Hauptsache man hat an sie gedacht! So einfach ;)
    Viele liebe Grüße,
    Zoe

    1. Katharina

      Guuuuut – da bin ich beruhigt. Obwohl, eigentlich auch wieder nicht, denn dazu müsste ich ja überhaupt erstmal einen haben! ;-) Paniiiiik! Zum Glück habe ich zwei Tage Urlaub in dieser Woche!

  4. Anonymous

    tolles Rezept, mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Den Kuchen werde ich auf jeden Fall backen, juhu er ist Glutenfrei
    Liebe grüße Doris

  5. Pixelmixer

    Ich kriege bei den Bildern schon ordentlich Appetit den Kuchen zu probieren. Voraussetzung ist natürlich, dass ich Maronen und Haselnussöl hier in Hamburg irgendwo finde. Wo kaufst Du sowas?
    Liebe Grüße
    Stefan

    1. Katharina

      Hallo Stefan,
      das sollte in HH doch kein Problem sein. ;-) (Wobei… seit ich von HH in die Provinz gezogen bin, überrascht mich besagte Provinz immer wieder mit ihrem großen Angebot.)
      Ich habe beides in einem gut sortierten Supermarkt bekommen, die gegarten Maronen in der Gemüse-Abteilung (eingeschweißt) und das Haselnussöl halt beim Öl, meins ist Bio-Öl von Fandler. Wenn mich nicht alles täuscht, hat der Budni in seiner Lebensmittel-Abteilung auch Nuss-Öl, ich meine, ich hätte da schon mal ein kleines Fläschchen Haselnussöl gekauft.
      Viele Grüße
      Katharina

  6. Miss Jenny

    Hi Katharina,
    bei warten auch noch vorgegarte Maronen auf ihren Verzehr. ich glaube aber, die genehmige ich mir mal lieber pur zu einem Tee. ;aronenpüree kenne ich auch, aber eher aus dem Ausland. Hat mir meistens nicht soooo gut geschmeckt, da es sehr süß und wenige “maronig” ist.
    Mein süßer Sonntag bestand aus arabischen Köstlichkeiten – Mitbringsel aus dem Dubaiurlaub. ich bin sowieso ein großes Dattel-Fan und konnte mich in Dubai mit allen möglichen Varianten eindecke. Ein Bericht zu den Süßigkeiten findest du hier: http://genuss-und-versuchung.blogspot.de/2012/11/gefullte-datteln-und-andere-arabische.html
    Wie stehst du zu Datteln? Könnte mir auch gut einen Dattelkuchen vorstellen!
    LG, Miss Jenny

    1. Katharina

      Hey Jenny,
      ich hab am Ende zwar Maronenpüree gefunden, aber das war gezuckert und fiel dadurch aus.
      Datteln mag ich sehr gern, ich esse sie aber äußerst selten, da sie sehr viel Zucker enthalten. Aber wenn’s nur um den Geschmack geht… hmmmmm! :-)
      (Und ich bin ganz neidisch auf den Dubai-Trip! ;-) )

    2. Miss Jenny

      Ach ja, habe dann am Sonntag doch noch einen eher klassichen Kuchen gebacken, auch mit Apfel: Apfel-Cranberry-Kuchen auf Marzipanboden: http://genuss-und-versuchung.blogspot.de/2012/11/apfel-cranberry-kuchen-auf.html

      Nur die getrockneten Cranberries sind gezuckert (ich suche schon lange getrocknete UNgezuckerte Cranberries, aber die scheint es nicht ui geben). Ansonsten kommt der Kuchen ohen Zucker aus. Und ohne Milch und Ei, denn beides hatte ich leider am Sonntag nicht im Haus :-) Marzipanrohmasse sei Dank, konnte ich trotzdem einen leckeren Boden zuaubern!

  7. deckschonmaldentisch

    Hallo Katharina,

    der Kuchen sieht klasse aus. Maronen finde ich auch super lecker. Leider kann ich meinen Tischdecker davon gar nicht überzeugen. :-(

    Hier in der Innenstadt haben die Weihnachtsmärkte schon eröffnet und ich kann mich noch gar nicht mit Glühwein und Co. anfreuden. Erschreckend, dass es schon wieder soweit ist ;-)

    Viele liebe Grüße
    Kathi

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