Dienstag, 18. Januar 2011

Meerrettich-Risotto mit Schwarzwurzeln

Hey, ich bin gar nicht mal so schlecht, was die guten Vorsätze für 2011 betrifft. Ich habe am Wochenende 3 Ladungen Wäsche gewaschen und gestern abend alles (!!!) gebügelt. Ich habe Rechnungen sortiert und den Flur entrümpelt. Und ich habe schon 2 Rezepte aus dem griechischen Kochbuch ausprobiert, eins davon definitiv blog-tauglich. Auch das Repertoire an ungewöhnlichen Gemüse- bzw. vegetarischen Kombinationen wächst und gedeiht. Kochbücher sind schon was feines! 🙂

Das dachte sich wohl auch die Stadtverwaltung meines Wohnortes. Da der Griechentestesser und ich im Sommer vor das Standesamt ziehen, haben wir kürzlich eben jenes Vorhaben dort anmelden müssen. Am Ende des Gesprächs gab es tatsächlich ein Geschenk für uns! (Wahrscheinlich ist es in der Anmeldegebühr von 40 EUR schon eingerechnet…) Zuhause kam ich aus dem Grinsen nicht mehr raus, denn was schenkt man wohl einer jungen Ehe, besonders der jungen Ehefrau? Genau…. ein Grundkochbuch, mit schönen bunten Fotos aus den frühen 90ern. In denen der Pizzateig zentimerterdick auf’s Blech gebracht wurde, damit der unvermeidliche Ketchup und der Pizza-Käse-Mix diesen dann auch ordentlich durchweichen konnte. 
Aber immerhin! Also – danke, liebes Standesamt! Und wer weiß, vielleicht finde ich in diesem Grundkochbuch dann die Antworten auf so drängende Fragen wie „Wie bereite ich eigentlich Schwarzwurzeln zu?“

(Hammer-Überleitung, oder?)


Vor genau diesem Problem stand ich am Sonntag abend. Ihr erinnert Euch: Aus einer Laune heraus hatte ich ein Bund Schwarzwurzeln gekauft und wusste dann nicht genau, was ich eigentlich damit anfangen soll. Ich konnte mich nur noch daran erinnern, das die Dinger einen fiesen, klebrigen Saft absondern, also habe ich mich auch gleich mal mit OP-Handschuhen bewaffnet. Und das war gut so! Was an Klebrigkeit vom Handschuh an die Armatur abgegeben wurde, war nicht von schlechten Eltern.
Da mich die Schwarzwurzeln in der Optik ein wenig an Meerrettich erinnerten, war es dann nur noch ein kleiner Sprung hin zur Erinnerung an das Meerrettich-Risotto, das ich neulich in Österreich probiert habe. Dort wurde es als Krenrisotto zum Tafelspitz serviert.

Das Ergebnis ist insgesamt sehr zufriedenstellend geworden und ergab eine kleine, feine Vorspeise.


Meerrettich-Risotto mit Schwarzwurzeln
Für 4 Portionen

1 Bund Schwarzwurzeln
1 Tasse Risotto-Reis
2 Frühlingszwiebeln
Olivenöl
1 l klare Gemüsebrühe, ggf. gemischt mit Weißwein
1 Handvoll frisch geriebener Parmesan
1-2 TL geriebener Meerrettich, aus dem Glas
abgeriebene Zitronenschale und einige Spritzer Zitronensaft
Petersilie

:: Zunächst die Schwarzwurzeln schälen (dazu am besten OP-Handschuhe anziehen!) und sofort in kaltes Wasser mit etwas Essig legen, damit sie keine braunen Stellen bekommen. Wenn alle Wurzeln geschält sind, noch einmal kurz abspülen und dann mit reichlich kaltem, gesalzenen Wasser aufsetzen. Aufkochen lassen und ca. 5-10 min köcheln, bis sie weich, aber nicht matschig sind. Da sie noch angebraten werden, können sie ruhig fester sein, als wenn man sie nur gekocht essen würde.
Abgießen und abkühlen lassen.

:: Für das Risotto die Frühlingszwiebeln hacken und in heißem Olivenöl anbraten. Den Reis dazugeben und unter Rühren kurz mitbraten lassen. Dann mit soviel Gemüsebrühe ablöschen, dass der Reis bedeckt ist. Hitze reduzieren und unter viiiiiel Rühren köcheln, bis die Brühe vom Reis aufgesogen wird. Wieder Brühe angießen, immer schön weiterrühren, bis die Brühe aufgesogen wird…. solange wiederholen, bis der Reis weich und cremig ist, innen aber al dente bleibt. 
:: Kurz vor Ende der Garzeit den Parmesan, den Meerrettich und die abgeriebene Zitronenschale unterrühren und mit Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

:: Die abgetropften Schwarzwurzeln in gleich große Stücke „trimmen“ und in Olivenöl rundherum goldbraun anbraten, dabei mit grobem Meersalz würzen.

:: Auf den (vorgewärmten) Vorspeisetellern das Risotto anrichten und mit gehackter Petersilie bestreuen, die gebratenen Schwarzwurzeln darauf verteilen und servieren.

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