Dienstag, 1. November 2011

Meine persönlichen Schwedenhappen

Als Blondine hat man einen Wahnsinns-Vorteil: Man kann alles (oder zumindest vieles) auf die Haarfarbe schieben. Irgendeinen Quatsch angestellt? Uuuups, blond! Dummes Zeug als Fakt verkaufen wollen, aber dabei gnadenlos enttarnt worden? Hihihi, blond! Die Technik stellt einen vor Herausforderungen? Naja, blond eben.
Vor ein paar Wochen hatte ich wieder einen „blonden Moment“, als ich auf dem Weg nach Schweden zu einer Freundin war.  Meine Sitznachbarn im Zug, zwei ältere Damen mit einem Enkelkind, waren auf dem Weg in die Ferien und vertrösteten die vielen Wünsche des Kindes (Hunger, Pipi, kalt) auf „wenn wir auf der Fähre sind“. Meine Güte, dachte ich, ihr verschaukelt den armen Jungen aber ordentlich, wir sind noch mehr als 3 Stunden von Kopenhagen entfernt, und wer weiß, wann Eure Fähre da ablegt! Ich war tatsächlich kurz davor, einen unerwünschten Kommentar abzugeben – Gottseidank habe ich mich schwer beherrschen können und dieser blonden Blog-Betreiberin hier einen sehr peinlichen Moment erspart: Ein Blick auf die Landkarte hätte mir nämlich eröffnet, dass Kopenhagen keineswegs auf dem Landweg allein zu erreichen ist und dass „Zug“ nicht auch gleichzeitig „Fähre“ bedeuten kann. Zug fährt auf Fähre, Fähre von Puttgaden nach Rødby, Zug fährt dann weiter nach Kopenhagen. Wieder was gelernt! Und eine Peinlichkeit erspart.
Das Wochenende in Schweden war ganz wunderbar, auch kulinarisch. Unter anderem haben wir nach einem langen Spaziergang am Meer in einem Café Pause gemacht und dort ein Sandwich bestellt, das sich als köstliche Zusammenstellung von getoastetem Brot, eingelegtem Hering und Eiersalat herausstellte – und das alles lauwarm. Der salzig-geröstete Geschmack ging mir tagelang nicht mehr aus dem (Geschmacks-)Sinn, und jetzt habe ich das endlich mal nachgekocht.
Übrigens: Dass man aber noch einmal über bzw. unter Wasser durch muss, wenn man von Kopenhagen nach Schweden weiterreisen will, wusste ich aber auch schon vor Antritt der Reise. Nur mal so als Feststellung.
Schwedenhappen: Schwarzbrot mit eingelegtem Hering und Eiersalat
Beim Fisch sollte jeder das nehmen, was er oder sie mag – ich zum Beispiel mag absolut keinen in Öl eingelegten Matjes. Ich hatte dänische Appetithappen, die waren ganz gut. Es funktioniert aber auch wirklich fantastisch mit geräuchertem Lachs, oder (sogar noch besser) mit Stremel-Lachs.
Für 2-3 Scheiben
2 kleine Kartoffeln
3 Eier
2 TL Mayonnaise
2 TL Schmand
Salz, Pfeffer
1 TL gehackter Dill
Weißweinessig
2-3 Scheiben Schwarzbrot, am besten richtig dunkles
Eingelegter Hering oder anderer Fisch nach Geschmack
Butter nach Belieben
:: Kartoffeln waschen und in der Schale garen. Die Eier hartkochen. (Verratet’s keinem… aber ich gebe Kartoffeln und Eier in einen Topf. Abwaschminimierung.)
:: Hartgekochte Eier kalt werden lassen, dann fein würfeln, und in einer Schale mit Mayo und Schmand mischen.  Mit Salz und Pfeffer abschmecken, falls nötig, mit etwas Weißweinessig würzen. Dill unterrühren.
:: Einlegten Fisch auf etwas Küchenkrepp abtropfen lassen.
Kartoffeln in ca. ½ cm dicke Scheiben schneiden.
:: Brotscheiben toasten. Nach Belieben mit Butter bestreichen und dann mit den Kartoffelscheiben belegen, etwas salzen. Die Fischfilets darauf verteilen und alles mit einem guten Schlag Eiersalat toppen. Etwas frischen Pfeffer darauf mahlen.
:: Wer mag, schiebt das Ganze jetzt noch für ein paar Minuten unter den Grill, aber es schmeckt auch kalt ganz hervorragend.

Das könnte Dich auch interessieren:

 

Dienstag, 1. November 2011