Sonntag, 3. April 2011

Monkey bread, oder: Karamell gewordener Sonntagssüß-Traum

Es soll ja Leute geben, die noch nie von Monkey bread  gehört haben sollen. Noch nie diese halbwarme, buttrig-zimtige Hefeteig-Köstlichkeit in Bällchen gezupft und mit wohligem „mmmmhhhhmmmm oooooaaaaaah uuuummmmmm“ nach mehr verlangt haben.
Solche armen Menschen soll es geben!
So wie mich. Bis vor zwei Wochen hatte ich noch keine Ahnung, welche enormen Bildungslücken mein Back-Repertoire aufweist. Zwar war ich mal bei Chefkoch.de über ein Rezept namens „Affenbrot“ gestolpert und hatte es sogar in mein Kochbuch versenkt, es aber nie ausprobiert. Bis ich beim Blog heart of light über „Monkey bread“ las, neugierig wurde und das affige Brot für das Wochenend-Backen markiert habe.
Testesser und ich haben klebrige Finger und glückliche Gesichter. Etwas besseres als das konnte uns an einem nieseligem, trüben Sonntag nicht passieren.
Deswegen wird es mein Beitrag zum dieswöchigem „Sonntagssüß“, diesmal bei Mat&Mi.
Monkey bread
**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Brauner Zucker lässt sich wohl ganz gut durch Sukrin Gold ersetzen, was ich aber noch nicht ausprobiert habe.**

Für den Teig:
400g Mehl, plus Mehl für die Arbeitsfläche
1 TL Salz
30g Butter
240ml Milch
80 ml warmes Wasser
1 Tütchen Trockenhefe
50g Zucker
Für die Hülle:
200g braunen Zucker
2 TL gemahlener Zimt
120g Butter
:: Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen.
:: Die Butter schmelzen, Milch dazugeben und erwärmen. Zucker, Wasser und Trockenhefe einrühren und kurz stehen lassen, dann über die Mehlmischung geben und mit einem Holzlöffel solange rühren, bis der Teig klumpig wird. Auf die bemehlte Arbeitsfläche kippen und 10 Minuten durchkneten, bis der Teig glänzend und elastisch ist. (Oder, so vorhanden: gleich in der Küchenmaschine mischen und dann 7-8 Minuten mit den Knethaken auf mittlerer Geschwindigkeit bearbeiten lassen.)
:: Die Rührschüssel ganz leicht mit etwas neutralem Speiseöl einfetten und den Teig hineinlegen, mit den öligen Händen kurz die Oberfläche einölen und dann zugedeckt etwa 1 Stunde im Warmen gehen lassen. Geht aber auch ohne Öl.
:: Während der Teig geht, braunen Zucker und Zimt vermischen und die Butter schmelzen lassen, dabei ruhig etwas anbräunen.
:: Eine Guglhupfform oder Frankfurter-Kranz-Form einfetten und bereitstellen. Eine „normale“ Springform mit Kranzkuchen-Einsatz geht natürlich auch, da sie aber nicht 100% dicht ist, muss dann beim Backen unbedingt ein Backblech darunter gestellt werden, da die Butter tropft. Das Backblech auch möglichst mit Backpapier belegen, denn eingebrannt Butter ist nur schwer vom Blech abzukratzen… Erfahrung spricht.
:: Wenn der Teig seine Größe verdoppelt hat, noch einmal ganz kurz durchkneten und dann auf der Arbeitsfläche mit den Händen auf ein ca. 30x30cm großes Rechteck ausrollen bzw. mit den Händen breitklopfen. In 6 oder 7 Streifen schneiden und diese jeweils in 5 oder 6 gleichgroße Stücke teilen. Am besten sofort voneinander trennen, sonst fügen sie sich wieder zu einem kompakten Ganzen zusammen!
Die Teigstücke zu Bällchen formen und zunächst in die geschmolzene Butter tunken und dann im Zimtzucker wenden. Nebeneinander und übereinander in die Form schichten.
:: Noch einmal für etwa 1 Stunde im Warmen gehen lassen.
:: Den Ofen auf 175°C vorheizen und dann das Monkey bread 30-35 Minuten backen lassen. Die Oberfläche wird dabei durch die Zuckerkristalle etwas krustig werden, das macht aber nichts, da der Kuchen sowieso gekippt wird.
:: Aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten in der Form abkühlen lassen (aber nicht länger, sonst klebt das abkühlende Karamell zu sehr an der Form) und dann stürzen. Leicht abkühlen lassen, vielleicht eine Viertelstunde, und dann lauwarm genießen, am besten, in dem man die Bällchen auseinander zupft. Wie bei Buchteln schmeckt der buttrige, zimtige und sooo saftige Mittelteil nämlich am besten…
Warum das Monkey bread so heißt, konnte meine Internetrecherche nicht wirklich final klären. Nachdem ich aber glücksselig die Bällchen auseinanderrgezupft habe, kann ich mir durchaus vorstellen, dass amerikanische Hausfrauen ihre „Affenbande“ mit diesem Kuchen schnell zähmen konnten…

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Sonntag, 3. April 2011

7 Gedanken zu „Monkey bread, oder: Karamell gewordener Sonntagssüß-Traum

  1. Julie (matundmi)

    ich bin auch solch ein armer mensch 😉 toll, dass du mitgemacht hast und mit dieser leckerei zumindest bei mir eine bildungslücke schließt! bis auf den blätterteig sind die vanilleschnitten selbstgemacht…

  2. Fräulein Text

    hui, die bällchenschlacht erinnert mich an meine brioches vom letzten wochenende – gibt gute muckis 😉 übrigens schließt du auch bei mir eine lücke! formidable + danke 🙂

  3. Katharina

    Ich war auch ganz glücklich über meinen neuen Fund. Meiner Meinung nach war die größte Herausforderung bei diesem Kuchen nicht das Backen, sondern viel mehr, mit dem Essen aufzuhören… :-))

  4. Ma'am Of The Pan

    „mmmmhhhhmmmm oooooaaaaaah uuuummmmmm“ – mehr wusste ich da auch nicht mehr zu sagen!
    Habe letzten Sonntag eine 1/4 Portion nachgebacken, da ich allein zu Hause war und der Verheißung nicht länger widerstehen konnte!
    Werde mir für den nächsten Sonntag Gäste einladen und sie auch damit verwöhnen, Monkey Bread wird so seinen Siegeszug in deutsche Küchen antreten! 🙂
    Vielen Dank für dieses geniale Rezept!

  5. isabel Schuster

    DANKE!!! Ich kannte das Rezept bereits aus meinen Au-Pair Zeiten in den USA. Habe es vor zwei Wochen zu meinem Geburtstag gebacken und alle waren schwer begeistert!!! Das könnte zur Tradition werden 🙂

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