Dienstag, 22. November 2011

Noch ein Klassiker: Feines Hühnerfrikassee

Auch bekannt als „Explodiertes Huhn“.

Aber, ach, was musste ich eben lernen? Noch ganz im Klugscheißer-Modus suchte ich nach der Bedeutung des Wortes Frikassee, fand zwar heraus, dass „Fricassée“ soviel heißt wie Sammelsurium oder Allerlei – und auch, dass mein Frikassee gar keins ist! Sondern eine Blanquette, ein weißes Ragout. Also aufgemerkt, liebe Leser, hier kommt die Antwort auf eine potenzielle Eine-Million-Euro-Frage: Der Unterschied zwischen Frikassee und Blanquette bzw. Blankett.
Beim Frikassee wird helles Fleisch kleingeschnitten, dann in Butter gebraten, mit Mehl bestäubt und am Ende in Brühe weichgedünstet. Bei der Blanquette hingegen wird besagtes helles Fleisch zunächst allein oder mit Suppengrün gegart, um dann mit der entstandenen Brühe eine Mehlschwitze abzulöschen. Das gegarte Fleisch wird dann ebenso wie allerlei Gemüse hinzugefügt.
Also jetzt mal ganz grob erklärt, ohne Finesse.
Aber ehrlich – Hühnerblankett klingt doch doof. 🙂
In jedem Fall ist es ein Klassiker, auf den ich immer in der kalten Jahreszeit Lust habe, wenn ich Wärme im Bauch brauche. Deswegen ist es auch das einzige Gericht, das mit Spargel aus dem Glas daherkommt und bei dem ich es akzeptabel finde. Ebenso darf in meiner Variante die gute alte Worcestershiresauce nicht fehlen, der zusammen mit Zitronensaft für das würzige, säuerliche Aroma sorgt.

Ist schon was Feines, so ein Spätherbst.

Feines Hühnerfrikassee

1 glückliches Bio-Suppenhuhn
1 Bund Suppengrün
2 Lorbeerblätter
ein paar Pimentkörner
Salz, weißer Pfeffer
2 Möhren
60g Butter
60g Mehl
100g TK-Erbsen
1 kleines Glas Spargel
1 Handvoll Champignons
Zitronensaft
Worcestersauce
Petersilie

:: Das Huhn gründlich innen und außen waschen. Suppengrün putzen und in Stücke schneiden. Huhn und Grün in einen großen Topf legen, Lorbeerblätter und Piment hinzufügen und mit 1,5l Wasser bedecken. Etwas Salz hinzugeben und zum Kochen bringen. Dann die Hitze herunterdrehen und 1 Stunde bei kleiner Hitze köcheln lassen. Grauen Schaum abschöpfen.
:: Huhn und Gemüse herausnehmen und die Brühe durch ein Sieb passieren. Zur Seite stellen.
:: Wenn Zeit ist, das Huhn erstmal abkühlen lassen und dann das Fleisch von Haut und Knochen lösen und kleinzupfen. Wenn nicht: Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
:: Möhren schälen und in feine Juliennen oder in Scheibchen schneiden. In Salzwasser weich garen, dann abgießen und am besten kalt abbrausen, damit sie nicht weiter vor sich hin kochen.
:: Butter im großen, gereinigten Suppentopf schmelzen, dann das Mehl im Ganzen dazugeben und unter ständigem Rühren etwas Farbe bekommen lassen. Zunächst schöpfkellenweise mit der Hühnerbrühe ablöschen und jeweils gut unterrühren und eindicken lassen, am Ende die restliche Hühnerbrühe hinzugeben, einrühren und langsam aufkochen lassen.
(Wer mag, kann natürlich einen kleinen Teil der  Hühnerbrühe durch Weißwein ersetzen, das gibt eine feine Säure.)
:: Während die Sauce aufkocht, die Champignons putzen und in feine Scheiben schneiden.
:: Champignons, Erbsen und abgetropften Spargel in die Sauce geben und kurz mitköcheln lassen.
Dann das kleingezupfte Hühnerfleisch und die Möhrenstückchen zufügen und beides warm werden lassen.
:: Mit Salz, weißem Pfeffer, Zitronensaft und Worcestershiresauce abschmecken. Etwas gehackte Petersilie darüberstreuen und mit Reis oder Weißbrot servieren.

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Dienstag, 22. November 2011

2 Gedanken zu „Noch ein Klassiker: Feines Hühnerfrikassee

  1. Schokozwerg

    Das sieht köstlich aus! Nicht so ’ne olle Pampe, in der man knochiges Huhn suchen muss. Ganz fein, leicht würzig, wärmend, mmh. Genau das richtige Essen genau jetzt 🙂

  2. Katharina

    Genau aus dem Grund habe ich ganz lange kein Hühnerfrikassee essen mögen, Schokozwerg – meist war es ne olle Pampe mit zwei Fitzelchen Huhn, und total versalzen. Aber irgendwann hab ich mal ein ganz köstliches Frikassee gegessen und dann musste ich es selbst ausprobieren. Mit Erfolg. 🙂

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