Montag, 7. November 2011

Nusstörtchen

Das ist sozusagen die Quadratur des Kreises, nur eben umgekehrt. Ich hab nicht den blassesten Schimmer, wie das dann mathematisch richig heißt, backtechnisch bin ich aber ein bisschen gebildeter und weiß zumindest, wie man aus NussECKEN (egal ob Drei- Vier- oder sonstige Ecken) runde Törtchen macht. Oder, wie in diesem speziellen Fall, wie man aus „Mixed Nut Slices“ aus dem Backbuch The Hummingbird Bakery Cake Days kleine Tarteletts machen kann.
Ich besitze seit einer gefühlten Ewigkeit eine Tartelette-Form mit vier kleinen Mulden, die mich eines Tages in einem Drogeriemarkt fömlich ansprang: „Hallo! Hier! Nimm mich mit! Biiiitteeee… Ich bin hier auf dem absteigenden Ast, sieh nur – sie haben meinen Preis schon auf 1,99 EUR runtergesetzt!“ Ich bin ja ein mitfühlender Mensch und legte das Förmchen in den Korb. Seither hat es sich mit meinen anderen Backformen angefreundet, aber so richtig zum Einsatz gekommen ist es noch nicht.
Ebenfalls seit einer gefühlten Ewigkeit will ich das Nusskuchen-Rezept aus dem besagten Cake Days-Backbuch ausprobieren, allerdings hab ich das immer aufgehoben für ein graues, nebelverhangegenes Herbstwochenende. Gestern war es also wie prädestiniert dafür, und so haben mir die süßen Kuchen zusammen mit einer duftenden Tasse Kaffee nicht nur den Herbstnachmittag versüßt, sondern auch die Arbeit an unseren neuen Schlafzimmer-Vorhängen. Willkommene Pause für Stecknadel-geplagte Finger!
Für 4 Törtchen habe ich die Menge halbiert, das Original gibt als Größe für die Form 12x30cm an, so dass man die längliche Tarte dann in „Slices“ schneiden kann. Macht Sinn, bei dem Namen.

Nusstörtchen

4 Tartes à ca. 8 cm Bodendurchmesser, für eine lange Form die Menge verdoppeln.
Sollte auch ohne weiteres für Muffinförmchen gehen, ich schätze mal für ca. 6 Stück, je nach Tiefe.

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Brauner Zucker lässt sich wohl ganz gut durch Sukrin ersetzen, Honig durch Reissirup. Dabei würde ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen, je nach Süß-Vorliebe.**

75g Mehl
20g Puderzucker
60g Butter
50g brauner Zucker
2 EL Honig
25g Butter
2 EL Sahne
1 Ei
100 gemischte Nüsse nach Gusto, z.B. Walnüsse, Mandeln, Pecans, Cashews…

Hülsenfrüchte zum Blindbacken

:: Backofen auf 175°C vorheizen. Die Förmchen gut ausfetten. Aus einem Stückchen Backpapier 8 etwa 2 cm breite  und 15cm lange Streifen schneiden, jeweils 2 davon kreuzfömig in die Vertiefung der Backform legen – das erleichtert später das Herausheben der Törtchen.
:: Für den Teig Mehl und Puderzucker verrühren, dann die Butter unterkneten. Den Teig in die Förmchen drücken und einen Rand bilden. Mit zerknittertem Backpapier belegen und mit Hülsenfrüchten zum Blindbacken beschweren, dann für etwa 15 Minuten in den Backofen schieben, bis die Ränder leicht gebräunt sind. Im Buch wird das Blindbacken nicht verlangt – ich würde es aber trotzdem machen, nachdem bei mir der Teig ziemlich aufgegangen ist, was in der Konsequenz das Einfüllen von Nüssen und Karamell nicht unbedingt erleichtert hat.
:: In einem kleinen Topf Zucker, Honig, Butter und Sahne erhitzen, bis Butter und Zucker geschmolzen sind. Abkühlen lassen, dann das Ei aufschlagen und unterquirlen.
:: Die gemischten Nüssen auf den vorgebackenen Törtchen verteilen, dann mit der Karamellsauce begießen und noch einmal für ca. 15-20 Minuten in den Backofen schieben, bis der Guss festgeworden ist. Komplett auskühlen lassen.

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Montag, 7. November 2011

7 Gedanken zu „Nusstörtchen

  1. nyhet

    hmm das ist weniger die quadratur des kreises, als eine homöomorphe transformation des quadrats in einen kreis…*hüstel*

    abgesehen davon sehen die dinger echt lecker aus, ich steh ja auf nussecken/kreise/quadrate 😀

  2. Ruebchensmum

    Mathematisch bin ich nicht so bewandert, aber essen kann ich die Dinger mit Sicherheit. Wo, sagtest du nochmal, kann man die abholen? Leeeeeeecker!!!!!!

  3. Katharina

    @ Nyhet – ääääh, ja. Bestimmt hast Du recht. 🙂 Mein Mann fing mit Approximation und Sinuswellen und Rechteckimpulsen an, dabei wollte ich doch nur eine sprachlich hübsche Redewendung haben… 🙂
    @ Ruebchensumm – ja, im ESSEN bin ich auch ganz groß! :-))

  4. Charlotte

    Egal ob rund, eckig, oder wie auch immer, die Nusstörtchen sehen super aus! Ich glaube, meine armen Tarteförmchen wollen auch mal wieder zum Einsatz kommen…

    Übrigens hast du mit dem zweiten Bild ein ewiges Problem von mir gelöst. Jetzt weiß ich endlich, wie ich die Dinger da schön rausbekomme! 😉

  5. Janneke

    Die sehen gut aus! Aber bei so Nusstörtchen hab ich immer Angst, dass ich mir nen Zahn rausbreche XD

    Die Idee mit dem Backpapier in den Mulden ist genial! Muss ich auch mal ausprobieren 🙂

    Liebe Grüße,
    Janneke

  6. Katharina

    @ Charlotte: Das Problem hatte ich auch ewig, ich hab mich jedesmal gepestet und ungern Sachen ohne Muffinförmchen gebacken, denn egal, wieviel Butter man reinschmiert, es klebt am Ende doch meistens. Die Idee hab ich in Nicky Stichs Kochbuch Delicious Days gesehen, und seither sind förmchenlose Kuchen und ich dicke Freunde.
    @ Janneke: Nur Mut! Alles für’s Projekt! 😀

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