Mittwoch, 26. Januar 2011

Orientalisch inspiriert: Auberginenschnitzel mit Sumach und Tabouleh

Ich weiß ich weiß ich weiß – es ist nicht sonderlich kultiviert und wirklich das letzte, was ein ambitionierter Koch von jemandem, der das Teenageralter seit geraumer Zeit verlassen hat, hören will, aber zu unserem heutigen Abendessen fällt mir kaum etwas anderes ein als:

Boah ey, das war mal voll lecker!!!

Ich glaube, ich blamiere mich gerade total, indem ich beweise, dass ich meine Teenagersprache in den 1990ern erworben habe (sagt man heute überhaupt noch „boah ey“???). Also komme ich mal lieber zum Thema und erzähle Euch von meiner Neuentdeckung aus dem Gewürzregal. Sumach. Boah ey. Warum hab ich das noch nicht früher gefunden, Aldaaa?! Krasses Zeug.
Sumach findet vor allem in der arabischen, türkischen und persischen Küche Verwendung und schmeckt… ja, wie? Zitronig, säuerlich, pfeffrig. Sehr eigen. Aber es hat dem Gericht den letzten Pfiff gegeben und macht durch seine dunkelrote Farbe auch optisch was her. (Das Foto lügt. Es WAR rötlich.)
In meiner Kochbuch-Neuerwerbung „Die neue vegetarische Küche“ von Maria Elia wurde für ein Gericht Sumach verlangt, und beim türkischen Lebensmittelhändler meines Vertrauens habe ich für kleines Geld ein Tütchen von dem roten Zeug erwerben können., so dass es heute abend ein Essen mit deutlich orientalischem Einschlag geben konte: Auberginenschnitzel mit Tabouleh.




Auberginen sind bislang nicht zwingend mein Lieblingsgemüse gewesen, außer für Moussaka und mit Frischkäse gefüllten Röllchen konnte ich nicht sooo viel damit anfangen. Wahrscheinlich hängt das auch damit zusammen, das meine Mutter irgendwann um 1990 herum mal gehört hatte, dass Avocados, gefüllt mit Quarkcreme, gut schmecken sollen. Beim Einkaufen griff sie dann zielstrebig zu, Ihr könnt es Euch denken, Auberginen. Und wunderte sich dann, dass es nicht schmeckte. Das hat wohl ein Auberginen-Trauma bei mir ausgelöst…
Doch ich habe meine Meinung geändert! Auberginen rocken!

Maria Elia kocht statt des klassischen Bulgur- oder Couscous-Taboulehs eines mit Linsen, aber die Auberginenschnitzel waren experimentell genug für einen Abend… 🙂




Auberginenschnitzel mit Sumach und Tabouleh
Für 4 Portionen

Für das Tabouleh:
200g Bulgur
3 Tomaten 
1/2 Salatgurke, ohne „Kernstrang“
1 rote Zwiebel
1 Bund glatte Petersilie
3 Zweige Minze – oder mehr, wenn man mag
Zitronensaft
Olivenöl
Salz, Pfeffer, 1 Prise Zimt

Für die Auberginenschnitzel:
2 Auberginen
75g Semmelbrösel
2 EL Sumach
15g Parmesan
3 EL fein gehackte Petersilie
3 EL fein gehackte Minze
abgeriebene Schale von 1/2 Zitrone
Salz, Pfeffer
3 EL Mehl
1 Ei
Olivenöl zum Braten


Zunächst das Tabouleh zubereiten:
Dafür Bulgur nach Packungsanweisung zubereiten, abgießen und mit kaltem Wasser abspülen, dann gut abtropfen und komplett abkühlen lassen.
Zwiebel, Gurke und Tomaten fein würfeln.
Petersilie und Minze fein hacken.
Gemüse, Kräuter und Bulgur miteinander vermischen, mit Salz, Pfeffer und Zimt würzen und mit Olivenöl und Zitronensaft abschmecken. Etwas durchziehen lassen.

Nun wird es etwas fieseliger, aber der Aufwand lohnt!
Für die Panade der Schnitzel den Parmesan fein reiben, und mit der Petersilie (wirklich fein hacken), der Minze (dito!), Semmelbrösel, Sumach, abgeriebener Zitronenschale, Salz und Pfeffer vermischen.

Auberginen waschen, trocknen und in längs in 1 cm breite Scheiben schneiden.

Kochbuchautorin Maria Elia möchte nun, dass wir 3 Schüsseln zum Panieren nehmen. Schüsseln. Na das möchte ich sehen, wie sie die sperrigen Auberginenscheiben in Schüsseln mehliert, durch das Ei zieht und dann in der Panade wendet! Das geht sicher mit Fleisch, aber für die Auberginen habe ich doch lieber auf normale Teller zurückgegriffen.

Auf einen Teller Mehl geben, in einem zweiten das Ei verquirlen und auf einem dritten Teller die Panade bereitstellen.

Die Auberginenscheiben erst im Mehl wenden, überschüssiges Mehl leicht abklopfen, dann von beiden Seiten einmal durch die Eierpfütze ziehen und anschließend in der Panade wälzen.

Reichlich Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Schnitzel bei mittlerer Hitze auf jeder Seite 4-5 Minuten braten. 

Erwartungsgemäß passen nicht alle Schnitzel gleichzeitig in die Pfanne, daher empfielt es sich wirklich, die Pfanne zwischendurch mit einem Küchenpapier auszuwischen und angebrannte Reste zu entfernen. Die nachfolgenden Schnitzel saugen sonst die Überreste ihrer Vorgänger auf, und verbrannte Panade schmeckt einfach nicht!

Die Schnitzel herausnehmen, auf Küchenpapier leicht abtropfen lassen und zusammen mit dem Tabouleh servieren. Gern noch mit zusätzlichem Sumach bestreuen!


Da wünsche ich nur: ǃهنيئا ومريئا

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Mittwoch, 26. Januar 2011

2 Gedanken zu „Orientalisch inspiriert: Auberginenschnitzel mit Sumach und Tabouleh

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