Donnerstag, 4. November 2010

Paprika-Lauch-Gemüse

Wie versprochen: Heute mehlfrei!

Testesser und ich haben vor einiger Zeit beschlossen, unseren Fleischkonsum ziemlich einzuschränken. Natürlich ahnen wir, dass unser immenser Fleischhunger nicht wirklich gut sein kann, weder für uns noch für die Umwelt, aber ich kann für mich nicht behaupten, dass ich trotz guter Vorsätze im Sinne von „wir müssten wirklich mal“ echte Konsequenzen gezogen hätte. Es schmeckte eben doch gut… Eine Reihe von üblen Berichten (falsch: gute Berichte – üble Themen) hat mich aber deutlich zum Umdenken gebracht, ganz zu schweigen von wirklich schlimmen Bildern und Filmen. Ich kann nicht gegen industrielle Massentierhaltung und Lebensmittelschummelei auf höchsten Niveau sein, aber gleichzeitig bei AldiLidlRewe die günstige Wurst aus dem Regal nehmen, ohne mich zu fragen, wie die wohl so billig und trotzdem so schmackhaft produziert werden kann (simple Sache, eigentlich: Schweine-KZ meets Chemiekeule). Wenn wir Verbraucher angeblich an der Misere schuld sind, wie die Produzenten ja immer wieder verkünden, dann werde ich zum simpelsten Mittel greifen, was es gibt: einfach nicht kaufen.

So, keine Angst – ich senke jetzt den moralischen Zeigefinger wieder. Eigentlich wollte ich nur erklären, warum es höchstwahrscheinlich mehr fleischlose Gerichte auf dem Blog geben wird als „fleischige“, aber ich kann mir einen gewissen Hang zum Missionieren Erklären wohl doch nicht absprechen. Übrigens bin ich keineswegs zum Vollzeit-Vegetarier geworden, aber ich habe angefangen, über die Herkunft meines Steaks nachzudenken. Meines Gemüses übrigens auch, aber das führt jetzt doch zu weit! Also schnell losgekocht! 🙂

Heute gab es Reis und Gemüse, und da es schnell gehen musste, habe ich auf eine ganz simple Gemüsemischung zurückgegriffen, die aber dennoch in vielen Varianten abgewandelt werden kann. 

Das Schöne an dieser Gemüsebeilage ist, dass sie beliebig erweitert werden kann – einfach von allem mehr nehmen.


Paprika-Lauch-Gemüse auf 2 Arten
ursprünglich aus dem Kochfächer „Cook smart fettarm“
ergibt als Beilage etwa 2-3 Portionen

1 rote Paprika
1 gelbe Paprika
2 Stangen Lauch
2 EL Öl
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

– für die italienische Variante: 4 EL Aceto Balsamico, Salz, 2 EL gehackte glatte Petersilie
– für die Thai-Variante: 2-3 EL Austernsauce, 1-2 EL Fischsauce, nach Belieben Korianderblättchen.

:: Paprika waschen und erst in Streifen und dann mittelgroße Stücke schneiden. (Ich habe eine tief sitzende Abneigung gegen das Wort „mundgerecht“ und weigere mich es zu benutzen. Albern, oder?)

:: Lauch putzen und in ca. 1 cm breite Streifen schneiden – wenn man sie schräg schneidet, sehen sie auch noch dekorativ aus! (gilt übrigens auch für die Paprika)

:: In einer Pfanne mit Deckel das Öl erhitzen. Ich nehme für das italienisch angehauchte Gemüse Olivenöl, für die Thai-Variante Erdnussöl oder ein neutrales Pflanzenöl.

:: Paprika und Lauch im Öl kurz scharf anbraten, dann die Hitze reduzieren und auf kleiner Flamme etwa 10 Minuten abgedeckt schmoren lassen. Hin und wieder umrühren.

So lieber Hobbykoch, jetzt musst Du Dich entscheiden!

Italienisch: Balsamico auf das Gemüse gießen, leicht salzen und kräftig pfeffern. Die Hitze etwas hochdrehen und unter gelegentlichem Rühren noch mal 10-15 Minuten offen schmoren, bis das Gemüse die Farbe des Balsamicos leicht angenommen jat und je nach Gusto bissfest oder weich ist. 
Erneut abschmecken, mit der gehackten Petersilie mischen und als Beilage servieren.

Thai: Die Austernsauce auf das Gemüse geben, ordentlich umrühren und pfeffern. Wer Erfahrung mit Fischsauce hat, kann sie jetzt ebenfalls dazugeben, wer lieber vorsichtig ist, wartet bis zum Schluss. 10-15 Minuten offen schmoren lassen, wobei ich bei der Thai-Variante „bissfest/knackig“ lieber mag als weich. Ist aber Geschmackssache.
Abschmecken und evtl. jetzt die Fischsauce hinzugeben und kurz durchziehen lassen. Mit gehackten Korianderblättchen bestreuen.

Bei uns gab es die Balsamico-Variante mit Reis, allerdings habe ich die Petersilie nicht auf das Gemüse gestreut, sondern unter den Reis gemischt.

Es passt super zu Fisch und aromatischen Fleischsorten (Rind oder auch prima: Straußenfilet); in der Thai-Variante kann man die geschnetzelten Fleischstückchen auch gut mitgaren. Ein paar geröstete Cashews darüber, Reis gekocht – und fertig ist ein supergesundes asiatisches Essen. Wie gesagt, komplett zum Vegetarier bin ich nicht geworden… :-))


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