Sonntag, 16. Oktober 2011

Perfekte Sonntagsbrötchen für Langschläfer

Ich bin glücklich.

Glücklich, weil die Sonne scheint, weil es mir gut geht, glücklich, weil ich den besten Testesser der Welt habe, weil wir gerade unseren Urlaub festgemacht haben. Und glücklich, weil ich endlich eine perfekte Lösung für selbstgebackene Sonntagsbrötchen gefunden habe.
Wir wohnen direkt neben einer Bäckerei. Deren Brot ist zwar gut, aber die Brötchen sind leider kein Gewinn. Deswegen, und weil es Sonntags keinen Spaß macht, sich in die elend lange Schlange anzustellen, versuche ich nun schon seit einer geraumen Weile, Sonntags selbst frische Brötchen aus dem Backofen zu zaubern. An und für sich sollte das ja kein großes Problem darstellen, aber ehrlich: wer ist denn bitte gewillt, am Sonntag zwei Stunden vorm Aufstehen auf den Beinen zu sein und Teig zu rühren und kneten, der dann mindestens eine Stunde gehen muss? Dann zurück ins Bett huschen und anschließend wieder raus, den Teig zu Brötchen formen und noch mal eine halbe Stunde gehen lassen? Und dann noch 20 Minuten backen? Also ich bewundere Leute, die das tun können – ich gehöre aber sicherlich nicht dazu. Ich hätte mich wahrscheinlich schon an ungebackenem Hefeteig sattgefuttert, bevor es Frühstück gäbe!

Schritt 1 zu meinem Sonntagsbrötchenglück fand ich neulich durch Zufall bei Aurélie. Ihre kleinen “Walnussbrötchen ohne Kneten” sahen umwerfend aus, und die Zutatenliste bestand aus haushaltsüblichen Dingen. Nachgebacken an einem Nachmittag – Perfektion. Aber eben nicht am Sonntagmorgen!
Aber dann schlug mich die Inspiration, genau zwischen die Augen: Kaltgehen! Das habe ich vor einigen Jahren mal ausprobiert und erinnerte mich, dass das ziemlich gut funktioniert hat. Das heißt: Der Teig wird wie gewöhnlich angerührt, dann aber nicht an einen warmen Ort gestellt, sondern direkt ab in den Kühlschrank, wo er über Nacht langsam gehen kann. Das heilige Ausschlafen war gerettet!!! Und auch für das zweite Gehen habe ich eine Lösung gefunden. Ab sofort kann ich im Bademantel die Brötchen formen, und nach dem Duschen, wenn der Kaffee duftet, die köstlichen Brötchen aus dem Ofen ziehen. Perfektes Timing,

Glücklich.

Glück muss man teilen, deswegen ist das hier auch mein Beitrag zum Blog-Event “World Bread Day 2011″.

Sonntags-Brötchen mit Walnüssen und Honig

für 4 Stück

250g Mehl, Typ 550
1/2 TL Salz
100ml Wasser
100ml Milch
1 Tütchen Trockenhefe oder 1/2 Würfel Frischhefe
1 TL Honig
1 oder 2 Handvoll Walnusskerne

:: Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen.

:: Milch und Wasser erwärmen, die Hefe und den Honig darin auflösen. Dann zum Mehl geben und mit einem Holzlöffel unterrühren, dabei sollte sich ein ziemlich matschiger Teig ergeben. Walnüsse unterrühren. Die Schüssel abdecken und über Nacht, nach meiner Erfahrung mindestens 8 Stunden, besser 10, im Kühlschrank gehen lassen.

Bei klassischer Warm-Führung: etwa 1 1/2 Stunden im Warmen gehen lassen.

:: Am nächsten Morgen den Teig zu 4 Brötchen formen und auf ein Backblech setzen. Ich bestreue mein Backblech ganz gern mit etwas Polentagrieß, dann kleben die Brötchen nicht und bekommen auch unten eine schöne Kruste.

 

:: Das Backblech mit den nicht gegangenen Brötchen in den ungeheizten (!) Ofen stellen und auf 220°C hochheizen – das Aufheizen übernimmt freundlicherweise den zweiten Geh-Vorgang.

Für die klassische Methode: Die Teiglinge 30 Minuten gehen lassen und dann in den vorgeheizten Ofen schieben.

Idealerweise werden die Brötchen mit Dampf gebacken: dazu entweder 100 ml Wasser nach dem Aufheizen auf den Ofenboden gießen oder sobald die Temperatur erreicht ist, mit einer Wasserspritze (ich habe dafür eine Blumenspritze umfunktioniert) mehrfach in den Backofen sprühen.

 

:: Für die Faule-Menschen-Langschläfer-Version die Brötchen ca. 30 Minuten backen.

Für Fleißige-Frühaufsteh-Bäcker: 20 Minuten backen.

 

 

:: Leicht abkühlen lassen und dann sein allerbestes “Hab ich selbst gemacht”-Lächeln aufsetzen!

 

 

Was auch funktionieren müsste: Die Brötchen nicht komplett fertig backen, sondern ein paar Minuten früher noch leicht blass aus dem Ofen nehmen, auskühlen lassen und dann einfrieren. Die TK-Brötchen dann zuende backen, wenn es einen danach gelüstet.

 

Das könnte Dich auch interessieren:

 

Sonntag, 16. Oktober 2011

4 Gedanken zu „Perfekte Sonntagsbrötchen für Langschläfer

  1. Katharina

    Vielen Dank für das Organisieren, Zorra! :-) Ich freu mich schon auf das Roundup – da gibt es immer so viele tolle Sachen zu entdecken!

  2. Fräulein Text

    honig ist das stichwort, liebe katharina. schwupps aufs board mit ihnen ;) meine liebsten brötchen sind auch welche, die im kühlschrank nächtigen. so toll!

  3. Nikki

    da verzichte ich gerne auf lange schlangen und dusche dann einfach etwas länger;) übrigens, wenn du dabei beleiben solltest, dann lohnt sich ein backstein für extra knackige semmeln. lg, nikki

Kommentare sind geschlossen.