Sonntag, 6. Mai 2012

Post aus meiner Küche, Teil 2: Espresso-Schokoladen-Kuchen, im Glas und als Kranzkuchen

Also erstmal: KREISCH! Ich renne immer noch auf und ab vor Begeisterung: Uwe von High Foodality hat mein Himbeer-Semifreddo-Rezept in die Endauswahl der April-Gewinner seines Cookbook of Colours genommen. Bis zum 11.5. könnt Ihr dort noch abstimmen. Für mich, is klar, ne? :) Ehrlich gesagt, wenn ich nicht ein kliiiitzekleines bisschen parteilich wäre, dann hätte ich enorme Probleme, meine Stimme an nur einen  Beitrag abzugeben – es sind wieder tolle Sachen dabei. Aber Himbeer-Semifreddo rockt einfach das Haus.
Ähnliche Entscheidungsprobleme hatte ich auch, als es daran ging, ein Rezept für das Projekt “Post aus meiner Küche” zu finden und auszuwählen. Am Ende habe ich es auf zwei schokoladige Finalisten reduzieren können: Die Salted Peanut Caramel Clusters, die ich Euch schon vorgestellt habe, und einem Kuchen im Glas, der neben viel Schokolade auch Espresso enthielt. Espresso, oder überhaupt Kaffee, unterstreicht im Schokokuchen die Kakaonote ganz formidabel, verschwindet aber selbst gern im Hintergrund. Deshalb war ich bei diesem Kuchen gar nicht zimperlich mit dem Kaffee und habe zusätzlich noch Kaffeepulver hineingerührt, ebenso wie in den Guss. Statt des von mir verwendeten Instant-Pulvers kann man auch richtigen Kaffee nehmen, solange er superfein gemahlen wurde.

Damit meine Tauschpartnerin Nicole den Kuchen auch unbeschädigt erhält, habe ich ihn im Glas gebacken. Das mache ich übrigens total gern – Kuchen im Glas backen. Meistens reicht die Menge eines Rührkuchenteigs problemlos aus, um nicht nur die Form zu füllen, sondern auch noch ein oder zwei Gläser. Diese werden danach gut verschlossen und halten sich locker zwei Wochen. Wenn es nur Teig ist, ohne Guss oder sonstige Kinkerlitzchen, sogar noch länger. So ist man immer gerüstet, wenn der kleine Süßjieper am Nachmittag vorbeikommt. Oder das Krümelmonster. Wobei, das will dann ja doch wieder Kekse, dieses undankbare blaue Ungetüm.

Im Prinzip eignet sich jeder Rührteig für das Backen im Glas, lediglich die Backzeit und die Füllmenge verlangen ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Meine “Erkenntnisse” aus meinen Glasback-Experimenten habe ich ganz unten noch einmal zusammengefasst.


Espresso-Schokoladen-Kuchen
1 Tasse entspicht einem Inhalt von 250ml.
1/4 der Teigmenge reicht für 3 bis 4 Gläser mit einem Fassungsvermögen von 200ml.

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker lässt sich hierbei aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.**

250g weiche Butter
2 Tassen Zucker (Tasseninhalt 250ml)
4 Eier
2 EL Instant-Espressopulver
2 Tassen Mehl
1 TL Natron
3 EL Kakaopulver
100ml Espresso
200g Sauerrahm
100g gehackte dunkle Schokolade
FÜR DEN GUSS:
100g gehackte Schokolade
1 TL Butter
1 EL Instant-Espressopulver
nach Belieben noch ein Handvoll gehackte Haselnüsse oder Mandeln zum Bestreuen
  
:: Backofen auf 180°C vorheizen und eine Kranzform einfetten und mit Mehl oder Kakao bestäuben.
:: Butter und Zucker cremig schlagen. Die Eier einzeln unterrühren und das Espressopulver dazugeben.
:: Mehl, Natron und Kakaopulver mischen und abwechselnd mit dem Espresso unter die Butter-Zucker-Mischung rühren. Sauerrahm unterrühren und die Schokoladenstückchen unterheben.
:: Teig in die vorbereitete Form geben und etwa 50 Minuten backen. 15 Minuten in der Form auskühlen lassen und dann stürzen und komplett kalt werden lassen.
:: Für den Guss die Schokolade über dem Wasserbad schmelzen. Butter und Espressopulver einrühren und über dem Kuchen verteilen. Evtl. die gehackten Nüsse oder Mandeln darüber streuseln.
Backen in Gläsern:
:: Gläser und Deckel einmal auskochen und trocknen lassen. Den Boden und die Seitenwände einfetten – die Seitenwände am besten nur ganz leicht und auch nur halb hoch. Da der Kuchen sich nach oben hin meist von den Wänden löst, sieht das schöner aus, wenn die Seiten nicht vollständig eingeschmiert sind.

:: Teig bis etwa zur Hälfte einfüllen, nicht mehr. Im Gegensatz zu Muffins soll der Kuchen ja nicht über die Ufer treten, das Glas muss ja noch verschlossen werden können, und ggf. soll noch Platz sein für einen Guss.

:: Damit der Kuchen gleichmäßig aufgeht und nicht einfach nur wie der Zuckerhut in die Höhe schießt, habe ich mir Stoffstreifen aus einem alten Handtuch geschnitten, die ich dann mit Wasser tränke und auswringe. Die nassen Stoffstreifen werden dann gleichmäßig dick um die Gläser gelegt und entweder mit einer Schnur oder dicken Mauly-Klammern befestigt.

:: Die Backzeit ist entstprechend geringer, also schon mal nach 25 bis 30 Minuten den Stäbchentest anwenden.
:: Den Schokoladenguss anrühren, während der Kuchen noch im Ofen ist. Sobald der Kuchen im Glas herausgeholt wurde, den Guss über den Kuchen geben und die Gläser gleich mit den Deckeln fest verschließen. Vorsicht, die Gläser sind verständlicherweise siedend heiß. Beim Abkühlen bildet sich ein Vakuum, das die Deckel beim Öffnen “knacken” lässt. Das erkennt man auch daran, das die Metalldeckel (wie beim Marmeladenkochen!) ganz leicht nach innen gewölbt sind. Wenn sie nach dem Abkühlen immer noch beweglich sind, fehlt das Vakuum und der Kuchen sollte dann normal schnell verbraucht werden. Das ist mir allerdings erst bei einem einzigen Glas passiert, und da stellte sich heraus, dass das daran lag, dass der Deckel falsch aufgedreht war.

:: Die Schokokuchen im Glas halten sich etwa 2 Wochen. Theoretisch auch länger, aber so lange haben sie es bei uns noch nie durchgehalten, da war der Schokojieper immer schneller…

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Sonntag, 6. Mai 2012

12 Gedanken zu „Post aus meiner Küche, Teil 2: Espresso-Schokoladen-Kuchen, im Glas und als Kranzkuchen

  1. designbygutschi

    Hallo ich habe gerade für dich abgestimmt – du liegst auf Platz 1 wenn ich es richtig gesehen habe. Freue mich für dich.
    Freue mich schon auf deinen Text für “Design by Blogger”.
    Liebe Grüße
    Jutta

  2. Charlotte

    Ich stimmt für dich, wenn ich auch einen Kuchen bekomme. Deal?! ;-)
    War natürlich nur Spaß. Ich habe auch so für dich gestimmt. Das Semifreddo – wie auch der Kuchen – ist einfach toll!

    Liebe Grüße
    Charlotte

  3. Berliner Küche

    kuchen im glas ist echt super, könnte ich eigentlich auch mal wieder machen. und dein espresso-schoko-kuchen sieht absolut köstlich aus!

  4. Dagmar

    Hallo Katharina,

    da könnte man ja glatt in die Bilder beißen so lecker sieht er aus.
    Ich werde es nachbacken und berichten wie er uns geschmeckt hat. Ich bin über designbeigutschi auf deinen Blog aufmerksam geworden, es gefällt mir bei dir so gut, dass ich dich ab jetzt regelmäßig lese. Danke für das Rezept.

    LG Dagmar

    1. Katharina

      Ja, ich nehme am allerliebsten entweder runde Weck-Gläser von 0,25 Liter Inhalt, oder “normale” Schraubdeckel-Gläser. Runde Gläser mit einem geraden Rand sind am besten geeignet, wenn man den Kuchen anschließend stürzen will.

  5. Anonymous

    Ok, dann werde ich das mal ausprobieren! Vielen lieben Dank für deine Antwort :-) Habe deinen Blog erst kürzlich entdeckt und er ist wirklich soo toll.

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