Donnerstag, 13. Oktober 2011

Quittensirup

Es gibt zwischen allen Obst- und Beerendüften kaum einen, der vergleichbar ist mit dem wunderbaren Duft, der aus einem Korb reifer, aromatischer Quitten entsteigt. Oder, wie in meinem Fall – dem Duft, der aus einer Aldi-Tüte voller reifer, aromatischer Quitten entsteigt. Die tollen Früchte kamen ganz nämlich pragmatisch, unromantisch zu mir, aber dennoch bin ich einfach glücklich, dass liebe Menschen mir welche geschenkt haben. Kiloweise.
Ein Teil wurde ganz klassisch zu Quittengelee gekocht, leicht mit Anis aromatisiert. Einen Teil steht bereit, um zu Quittenbrot bzw. Quittenkonfekt zu werden, mein Wochenend-Projekt, für das ich mich in einer Eigenschaft üben muss, die mir nicht so ganz vertraut ist: Geduld. Geduld braucht auch das Glas, in dem sich Quittenstückchen, Zucker und Wodka miteinander anfreunden, um hoffentlich in ein paar Wochen einen schönen Quittenlikör zu ergeben.
Und ein Teil wurde zu etwas, was meinem bisherigen Lieblings-Prosecco-Begleiter, dem Holunderblütensirup, mal locker den Rang ablaufen kann: Quittensirup. Er ist gleichzeitig frisch, fruchtig und süß, peppt Sprudelwasser genauso auf wie Prosecco und ist garantiert auch ein Gewinn für Quark oder Naturjoghurt, wenn einen der süße Hunger packt.
Die Zubereitung ist recht simpel, aber braucht ein bisschen Zeit – perfekt für Fernsehabende mit mäßig spannendem Programm. Die Action kommt erst ganz zum Schluss, da wurde der Mörder längst von den Kommissaren oder Detectives gefasst.

Quittensirup

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich in der Regel gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe). Hier steht ein Test aber noch an!**
Ergibt ca. 1 Liter Sirup.
Die Menge ist beliebig erweiterbar, aber genügend Flaschen bereitstellen!
A propos Flaschen: Meine Gläser und Flaschen bestelle ich immer hier im gleichnamigen Shop: glaeserundflaschen.de. Der Laden hat eine gute Auswahl, akzeptable Preise und die Lieferung erfolgt zuverlässig und gut verpackt. Da kann man ruhig mal Werbung machen. 🙂

1kg Quitten
1l Wasser
200g Zucker
1 Zitrone

Utensilien: großer Topf, große standfeste Schüssel, Sieb, Küchentuch (zum Filtern, also vielleicht nicht gerade Omas besticktes Erbstück nehmen), Einfülltrichter, Schöpfkelle. Und natürlich ausreichend sterisilierte (!) Flaschen und Deckel.
:: Den Flaum gut von den Quitten abreiben. Er gibt sonst beim Kochen Bitterstoffe ab. Dann waschen und trocknen und die komplette Quitte in kleinere Stücke schneiden, dabei Stiel und Blütenansatz entfernen. Schale und Gehäuse können ruhig dranbleiben, die geben viel Geschmack ab.
:: Quittenstücke und Wasser im großen Topf aufsetzen, zum Kochen bringen und dann etwa 45 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Wer Zeit hat, lässt das Ganze jetzt für ein paar Stunden abkühlen und durchziehen, ansonsten geht es weiter über Los, ziehe 2000 EUR ein. Aber dann Vorsicht – die Biester sind heiß!
:: Das Sieb über die Schüssel hängen und die Quitten samt Saft hineingeben und abtropfen lassen. Währenddessen den Topf kurz ausspülen. Mit der Schöpfkelle und Muskelkraft die Quittenstücke in das Sieb pressen, damit so viel Saft wie möglich entsteht. Die Quittenreste entsorgen, das Sieb ausspülen, über den Topf hängen und mit dem Küchentuch auslegen. Den Quittensaft durch das Tuch filtern, damit alle Stückchen oder alles Mus entfernt wird. Der entstehende Saft sollte klar sein.
:: Zitrone auspressen und den Saft zusammen mit dem Zucker zum Quittensaft geben. Alles aufkochen und dann etwa 10 Minuten sprudelnd kochen lassen, dabei rühren, rühren, rühren. Die Konsistenz wird dabei etwas dickflüssiger, sirupartiger. (Wenn das nicht ganz der Fall ist – keine Sorge, spätestens nach dem Abkühlen dickt der Sirup ein.)
:: Mit Hilfe des Einfülltrichters und der Schöpfkelle den heißen Sirup in die vorbereiteten Flaschen gießen und fest zuschrauben. Abkühlen lassen und dann entweder verschenken oder selbst darüber freuen.
Haltbarkeit: schätzungsweise 1 Jahr, kühl und dunkel gelagert.

Quittengelée: Etwas mehr Quitten nehmen, Saft wie oben kochen und dann 1,2 l Quittensaft mit 1 Päckchen Gelierzucker 3:1, dem Saft einer Zitrone und 1 TL Anissamen zu Gelée kochen, so wie beim Apfelgelée beschrieben. Ein kleines Sieb über den Einfülltrichter hängen, um die Anissamen herauszufiltern, und dann in Gläser füllen. Ergibt etwa 1600 ml Gelée.

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Donnerstag, 13. Oktober 2011

12 Gedanken zu „Quittensirup

  1. Charlotte

    Ich muss dir für deine wunderschöne „Verpackung“ ein großes Kompliment machen! Das sind wirklich total hübsche Etiketten. Ich bin zwar kein großer Fan von Quitten (zumindest mag ich die Marmelade nicht so), aber deinen Sirup würde ich schon allein wegen der Optik probieren! 🙂

  2. Nysa

    super etiketten!!! ich liebe quitte als gelee, deswegen würd ich wenn dann das gelee-rezept ausprobieren. da ich aber ne faule nuss bin, kauf ich es mir immer!!! 😀

  3. Coconut and Vanilla

    Das ist nach meinem Geschmack! Ich liebe Quitten über alles. Und wenn ich endlich mal Flaschen im Überfluss hätte, dann würde ich auch diesen tollen Sirup mal machen. Aber ständiges Flaschen und Gläser kaufen, macht mich schon ganz arm (mal abgesehen von Küchenequipment und Kochbüchern…).
    Viele Grüße
    Lena

  4. Anne

    Als Sirup kenne ich daas nicht. Klingt aber ziemlich gut. Ich bin ja absoluter Fan von Quittengelee. Lecker, lecker!

    Den Shop hab ich gleich mal in meinen Favoriten abgespeichert. Da sind echt schöne Flaschen dabei. Preislich ist das auch alles absolut noch im Rahmen.

    Liebe Grüße
    annelovesfood.com

  5. Verboten gut !

    Hui was für tolle Labels… die gefallen mir .
    Der Sirup macht mich ganz Neidisch … ich bekomm einfach keine Quitten hier … ;o(*binechtsauer

    Dann mal viel Spass beim Genießen ;o)

    Lg Kerstin

  6. nyhet

    bei denen bestell ich auch gläser und flaschen, der shop ist echt gut (war auch mal persönlich da, sind alle echt nett^^). mit quitte wollte meine schwester auch mal was machen, hoffentlich krieg ich sie demnächst dazu animiert 😉

  7. Katharina

    Dankeschön, Ihr Lieben! *freu*
    Die Labels habe ich mir bei Nicki Stichs Blog Delicious:Days abgeschaut (Spicy Tomato Jam) und dann ein bisschen mit PowerPoint rumgebastelt. Also wirklich keine große Grafik-Kunst. Ich mag es, wenn alle Erzeugnisse eines Jahres ein durchgängiges Design haben! (Falls Ihr die Vorlage haben wollt – schickt mir einfach eine Mail. Ich teile gern!)
    Quitten gibt es bei uns übrigens auf dem Wochenmarkt immer wieder mal! Ich hatte allerdings echt Glück, da sowohl im Schwiegergarten als auch bei einer Bekannten die Quitten wuchern wie Unkraut.

  8. mano

    quittengelee und -likör hab ich schon gemacht – und ich kann immer noch mehr der köstlichen früchte von freunden bekommen. daher kommt mir dein tipp für den sirup gerade recht.
    großes kompliment für die schönen aufkleber!

  9. Lemon

    Als ich ein Kind war, haben wir zu Hause auch manchmal Quitten verarbeitet, meist gab’s Gelee. Ich weiß noch, wieviel Arbeit das ist. Tolle Rezept-Ideen präsentierst Du hier.

  10. Schokozwerg

    Den Shop kann ich nur empfehlen. Binnen zwei Tagen geliefert, hervorragend verpackt. Flaschen für Deinen Sirup muss ich nun jedoch nachordern.

    Nyhets Wunsch bin ich inzwischen – ganz ohne Animation;) – nachgekommen und habe Quittengelee mit Gewürzen gekocht. Die nächsten Quittenerträge sind gerade in Arbeit und demnächst preisgegeben. Viele Grüße!

  11. Katharina

    Na da bin ich ja mal gespannt, Schokozwerg, was Du so aus dem Berg der gelben Früchte machst. Meine letzten 3 Kilo habe ich jetzt ganz klassisch und nach Omas Rezept eingekocht. Schön retro! 🙂

  12. christine

    Ich finde das Rezept total super, aber bevor ich mir die ganze Prozetur mit dem aufkochen und abseihen der fruchtmasse reinziehe könnte man doch auch Entsafter nehmen. Das wäre mein Tipp .

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