Dienstag, 2. November 2010

Selbstgemachte Fettuccine und Sophia Lorens berühme Anchovi-Butter-Sauce

Ich wage mich erneut über die Landesgrenzen hinaus (hahaaa, Indien – ich komme wieder!!!), denn heute gab es: Fettuccine, eine Tomatensauce à la Sophia Loren und eine vermehlte Küche. Testesser hat schon die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen – dabei hatte ich bereits alle Flächen abgewischt und den Boden gefegt! Aber es hat ihm geschmeckt und so hoffe ich auf mildernde Umstände.

So ein eigener Blog macht ja ehrgeizig, weshalb ich die geliebten Spaghetti aus der Tüte ignoriert und Fettuccine „from the scratch“ gemacht habe. Fatto in casa, sozusagen. Die Zutaten sind denkbar einfach (Eier, Mehl, Mehl und noch etwas Mehl), die Zubereitung ziemlich simpel, aber es braucht ein bisschen Zeit. Ööh, ja – und Armschmalz, denn der Teig muss gut geknetet werden.


Fettuccine

Die Mengenangabe der Zutaten variert je nach Zahl der Personen – die Faustregel ist 1 Ei und 100g Mehl pro Person. Für die Menge eines Hauptgerichtes habe ich 300g Mehl und 3 Eier genommen. Warnung: es ist ziemlich sättigend… 🙂

300g Mehl Type 405
3 Eier, Größe M, zimmerwarm – am besten 1-2 Stunden vorher aus dem Kühlschrank nehmen.
ggf. etwas Wasser

:: Das Mehl auf eine Arbeitsfläche sieben und eine Mulde hinein drücken. (Geht auch in einer Schüssel, aber am Ende muss man die Arbeitsfläche ja doch dreckig machen, also spare ich mir doch gleich die Schüssel. Maxime Abwaschminimierung. Und es geht auch wirklich einfacher außerhalb der Schüssel.)

:: Die Eier aufschlagen und in die Mulde hinein gießen.
Mit einer Gabel die Eier in der Mehlmulde verquirlen und dabei immer mehr Mehl hineinarbeiten, bis die Eier nicht mehr „flüssig“ sind und davonfließen wollen. Dann mit den Händen das restliche Mehl einkneten, und solange weiterkneten, bis der Teig glatt und elastisch ist, meistens braucht das so ca. 3-5 Minuten, in denen man hervorragend über die Probleme dieser Welt meditieren kann.

Tipp des Tages: Damit der Teig nicht trocken wird, gibt es 2 Möglichkeiten: 
1. die simple Methode: alles Mehl einkneten, und wenn’s zuviel war und der Teig trotz aller Kneterei bröselig ist, ein kleines bisschen Wasser dazugeben, bis alles wieder glatt ist und nichts mehr krümelt. 
2. die totally-sophisticated-and-fortgeschrittene Variante: das Mehl immer nur schubweise einarbeiten. Also: Eier mit Mehl verquirlen, bis nicht mehr flüssig, restliches Mehl zur Seite schieben, Beginn des Knetvorgangs, Mehl dazunehmen (meist reicht es, den Teigklumpen ins Mehl zu drücken), weiterkneten, mehr Mehl, weiterkneten… bis man denkt, dass es jetzt doch endlich mal reichen soll, wie lange soll ich hier noch, bitteschön?! Öh, ja – also bis der Teig superelastisch ist, keine Mehlkrümel mehr hat, sich seidig anfühlt und leicht glänzt. Das übriggebliebene Mehl nicht wegkippen, das braucht man noch – es sei denn, man erträgt den Anblick der vermehlten Arbeitsfläche keine halbe Stunde.

:: Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 30 Minuten, am besten eine ganze Stunde ruhen lassen. Ob bei Zimmertemperatur oder Kühlschrank, da scheiden sich die Geister, ich finde Zimmertemperatur besser, wenn es nicht unbedingt 28°C warm ist.






:: Anschließend den Teig auf einer bemehlten (sic!) Arbeitsfläche richtig dünn ausrollen (ca. 1 mm), dabei immer wieder bemehlen und auch an die Unterseite denken! Ich bemehle dafür meistens die Oberseite und wende den „Fladen“ dann, bemehle die neue Oberseite und weiter geht’s beim Ausrollen.

:: Den Teig ein letztes Mal bemehlen und dann eine Weile antrocknen lassen. (In der Zeit habe ich für dieses Rezept die Anchovi-Butter gemacht und die Tomatensauce angerührt, auch andere Saucen lassen sich währenddessen gut vorbereiten bzw. ansetzen.)

:: Dann den Teig zusammenrollen oder klappen und in Streifen der gewünschten Breite schneiden. Ich würde sehr feine Streifen empfehlen, maximal 1cm, da sie beim Kochen ordentlich in die Breite gehen. Ambitionierte und gut ausgestattete Köche können natürlich auch einen Teigroller mit gewelltem Rand nehmen, bei mir tat’s ein Messer.



:: Jetzt in einem großen Topf (Ehrlich! Nehmt den größten Topf den ihr habt! Die Dinger haben die Tendenz, sich sehr auszubreiten.) das Nudelwasser erhitzen, kurz vor dem Siedepunkt salzen und dann die Pasta in das Wasser geben. Ca. 10 Minuten kochen lassen und dabei hin und wieder umrühren. Manche Kringel lösen sich sonst nur widerstrebend von ihrer aufgerollten Form.

:: Abgießen und mit der Sauce vermengen, so zum Beispiel mit Sophia Lorens Variante:


Tomatensauce und Anchovi-Butter

Dieses Rezept findet sich (offenbar) in Sophia Lorens Kochbuch „Rezepte und Erinnerungen“, mit dessen Neuauflage ich mich durchaus anfreunden könnte, denn 189 EUR für ein gebrauchtes Exemplar ist mir die Gute dann doch nicht wert. Wobei, wenn alle Sachen so gut sind wie dieses…. Trotzdem. Grazie all’internet habe ich es auch so gefunden. 🙂

75g weiche Butter, in Stückchen
5 Anchovis/Sardellenfilets, abgetropft
3 Knoblauchzehen, leicht angedrückt
2 EL Olivenöl
1 Dose gehackte Tomaten
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
2 EL fein gehackte Petersilie 


:: Die Anchovis entweder kleinhacken und mit der Butter mithilfe einer Gabel vermischen oder mit der Küchenmaschine oder dem Stabmixer pürieren. Bis zur Verwendung kühl stellen.




:: Das Olivenöl erhitzen und die leicht angedrückten Knoblauchzehen (nicht zu sehr quetschen, sonst werden sie bitter) darin anbraten, aber nicht verbrennen lassen (noch bitterer.) Die Hitze reduzieren und die Tomaten hinzugeben. Salzen, pfeffern, und dann auf kleiner Flamme 10-15 min köcheln lassen. 
:: Die gehackte Petersilie unter die Sauce rühren und noch mal abschmecken. (Ich habe ihr noch einen Spritzer Zitronensaft verpasst – wenn es zu säuerlich ist, retten ein paar Zuckerkrümel die Sache wieder.)

JETZT!!!! Jetzt harren alle drei Komponenten ihrer Vereinigung!!!

:: Die Fettuccine (oder eben die Normalo-Spaghetti) abgießen und in einer großen vorgewärmten Pastaschüssel mit der Anchovis-Butter vermischen (Originalversion) oder zurück in den Topf geben und dort mit der Butter vermischen (Abwasch-Minimier-Version). Dann die Tomatensauce darüber geben und vorsichtig vermischen.

Buon appetito!

ps: morgen ist Brotbacktag!

Das könnte Dich auch interessieren:

 

Dienstag, 2. November 2010