Sonntag, 1. Juli 2012

Sweet Sugarfree Sunday: Mandelmilchreis und die zuckerfreie Woche 5

Der Zucker und ich haben uns weitestgehend miteinander arrangiert: Ich komme damit klar, ihn zu ignorieren, er muss damit klarkommen, ignoriert zu werden. Auch meine anfängliche Befürchtung, irgendwann für einen Apfel oder ein Stück Banane töten zu wollen, hat sich als komplett unbegründet erwiesen. Obst vermisse ich fast gar nicht, viel weniger als Tomaten, denn auch die sind im Moment gestrichen. Und da beginnt das Problem: Während ich mich ganz zuckerfrei wirklich großartig fühle, werde ich sozial unverträglich. Essen gehen ist momentan eine wirkliche Herausforderung, für mich und für meine Mitmenschen.
Mandelmilch milchreis zuckerfrei no sugar
Situation 1: Gemütliches Essen mit dem Gatten oder anderen lieben Menschen – keiner hetzt oder schaut auf die Uhr, wir haben alle Zeit der Welt. Und doch, während alle anderen schon längst gewählt haben, studiere ich immer noch die Speisekarte, gehe mental die Bestandteile eines Gerichts durch (Tomaten? Balsamico? Honig?) und löchere dann den armen Keller mit Fragen. 
Situation 2: Mittagessen mit den Kollegen. In der Regel bin ich ein “Selbstversorger” und bringe mein Essen mit, wenn ich aber unterwegs bin, spielen sich ähnliche, aber ungleich dramatischere Szenen ab wie oben, denn diesmal sitzt die Zeit im Nacken. Am Ende bestelle ich einen Salat ohne Dressing (nein, auch kein Balsamico, bitte danke) und ohne Tomaten und komme mir vor wie eine der Tussis aus der “Ladies Lunch”-Liga, über die ich sonst nur den Kopf schütteln kann.
Natürlich frage ich mich an diesen Momenten, warum ich das eigentlich tue. Zu welchem Zweck, für wen, und überhaupt – bringt mich das der Weltherrschaft näher? Wahrscheinlich nicht. Aber dann erinnere ich mich daran, dass ich den kleinen Wohlstandsring um die Körpermitte verloren habe, dass meine Haut wieder mein Freund ist und dass außerhalb der Restaurants eine ganze Welt zuckerfreier süßer Dinge existiert, für ich ich mittlerweile gern Gummibärchen und Schokolade links liegen lasse.
Wie diesen Mandelmilchreis zum Beispiel. Leicht süß durch Mandelmilch, knusprig durch geröstete Mandeln und genauso cremig wie das Original. Funktioniert übrigens auch super in der Kokos-Variante! Und alles ohne einen Krümel (industriellen) Zucker.
Mandelmilchreis
für 4 Dessertportionen

700 ml Mandelmilch (so geht’s)
70g Rundkornreis (Milch- oder Arborioreis)
2 EL gemahlene Mandeln, von der Mandelmilch-Herstellung zurückbehalten
2 EL Amaretto oder einige Tropfen Mandelextrakt
2 EL gehobelte Mandeln
für ganz Süße: 1 EL Reissirup – geht aber auch ohne

:: Mandelmilch sanft zum Kochen bringen, dann den Reis einrühren und so lange leise köcheln lassen, bis der Reis weich ist und einen Großteil der Milch aufgesaugt hat.
:: Gemahlene Mandeln und Amaretto oder Mandelextrakt unterrühren und so lange weiterköcheln, bis die Milch vollständig aufgesogen ist. 
:: Wer es süßer mag, rührt jetzt den Reissirup ein.
:: Milchreis abkühlen lassen.
:: Gehobelte Mandeln in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Milchreis auf die Gläser verteilen und mit gehobelten Mandeln betreuen.
 Für die extra-knusprige Variante 2 EL gehobelte Mandeln mehr anrösten und unter die Mandeln heben, dann auf Schälchen verteilen, mit den restlichen Mandeln bestreuen und servieren.

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Sonntag, 1. Juli 2012

12 Gedanken zu „Sweet Sugarfree Sunday: Mandelmilchreis und die zuckerfreie Woche 5

  1. Die_Kinderkueche

    Oh je, zuckerfrei!
    Ich lebe immer während der Fastenzeit zuckerfrei. Also nicht ganz so streng wie Du, aber komplett ohne Zuckerstoffe und Süßkram. Ist schlimm genug…
    Und mitten wärhend der Fastenzeit hatte ich diesmal die Lecker Bakery entdeckt…Tage gezählt, bis ich endlich die Schokomousse-Torte daraus backen und essen konnte!
    Kein Kaffee, kein Kuchen, nix.
    Aber hinterher ist man echt stolz!
    Wie lange willst Du noch durchhalten?
    LG
    Martina

  2. nike

    sieht super lecker aus! wünsch dir weiterhin gutes durchhalten! mein respekt ist dir sowas von sicher!

  3. Annette [blick7]

    Das finde ich ja mal toll! Wenn es nach mir ginge, darfst Du gerne mehr Rezepte ohne (industriellen) Zucker posten. …überhaupt: Deinen Blog finde ich toll – komme gerne regelmäßig jetzt vorbei. LG, Annette.

  4. Katharina

    @ Kim: Versuch’s mal – für den Anfang kann man ja auch bisschen mehr Süße zufügen. Ich denke, dass mir das vor ein paar Monaten noch zu wenig süß gewesen wäre, aber so kann sich der Geschmack ändern! :-)
    @ Martina: Alles Gewohnheitssache, gell? Und das mit der Lecker Bakery kann ich nachvollziehen… das sind die fiesen Momente! (Zum Glück gibt’s Käse, um den Jieper zu bewältigen.) Mein Programm dauert noch 3 Wochen, danach will ich langsam wieder mit etwas Obst anfangen. Nur eben auf den Zuckerstand von vorher will ich nicht mehr zurück, das war zuviel.
    @ Nike: Yeah! Ick schaff dat! :-)
    @ Annette: Gerne doch, das hatte ich ohnehin vor. Diese Woche musst Du noch mal die Augen verschließen ;-) , es ist nämlich noch “Post aus meiner Küche” angesagt, aber den “Sweet Sugarfree Sunday” wollte ich beibehalten. Und: vielen Dank & herzlich willkommen!

  5. Anne

    Dass hört sich ja wahnsinnig anstrengend an…hätte garnicht gedacht, worauf man alles achten muss! Aber wieso lässt du denn auch die Tomaten weg?

    LG

    1. Katharina

      Auf jeden Fall hört es sich dramatisch an. :-) Solange ich selbst für mein Essen sorgen kann, ist alles gut, aber Essen gehen, vor allem diese Mittagshetze in “Männerlokalen” ;-) ) ist eine gewisse Herausforderung.
      Tomaten enthalten für mich im Moment noch zu viel Fruchtzucker, vor allem die kleinen süßen, deshalb lasse ich sie im Moment noch weg. Und somit fällt halt leider auch das aus, was man sonst normalerweise im Restaurant essen würde, wenn man sonst nichts weiß, Nudeln mit irgendeiner Tomatensauce.
      Aber es ist ja nicht für immer! :-)

  6. Miss Jenny

    Ich mache eine andere (einfachere??) Variante von “zuckerfrei”. Industriezucker gibt es bei mir (zu 99%) nicht mehr, stattdessen Honig und Agavendicksaft. Ich esse weiterhin Obst, VIEL Obst, bestimmt 500g am Tag. Dafür lasse ich Kohlehydrate fast komplett weg. Morgens ein paar Flocken im Joghurt, Mittags ein kleines Brötchen zum salat. Das wars. Kohlenhydrate werden im Körpfer nämlich zu Zucker gespalten (Achtung, hier spricht eine Laie!!), das merkt man, wenn man z.B. lange auf einer Kartoffel herumkaut, dass sie dann süß wird. Ich respektiere deine Entscheidung, wolle dir nur den Tipp geben, vielleicht doch Obst zu essen, dafür dann aber eben keinen Milch REIS, sondern eben Obst mit Milch. Hat bei mir in 4 Monaten in Kombination mit Sport knapp 6 Kilo weniger gebracht. Liebe Grüße, Miss Jenny

    1. Katharina

      Danke für den Input, Miss Jenny!
      Mein Ziel ist es ja primär, meinen Körper und meine Geschmacksnerven mal auf “Normalnull” zu bringen. In ein oder zwei Wochen werde ich auch wieder anfangen, Obst zu essen, im Moment fällt es nur eben erst einmal komplett aus.
      Du hast grundsätzlich Recht mit dem Zucker und den Kohlenhydraten, aber Zucker ist nicht gleich Zucker. Ich bin zwar auch Laie mit gefährlichem Halbwissen und habe mich in Chemie immer zu Tode gelangweilt ;-) aber soviel habe ich in letzter Zeit wieder gelernt: Die Stärke in zB Reis wird im Körper zu Glucose aufgespalten. Glukose ist das, woraus wir Energie gewinnen und was die Körperfunktionen “auf Trab” hält. Fructose ist zwar auch ein Einfachzucker, hat aber eine andere Struktur als Glucose und wird im Körper anders abgebaut. Da Fructose im Gegensatz zu Glucose kein Sättigungsgefühl verursacht, ist sie eher ein “Dickmacher” als andere Zucker. Natürlich enthält Obst nicht nur Fructose, das wäre ja auch Quatsch, Ballaststoffe, Vitamine etc. müssen ja auch Platz in der Erdbeere haben ;-) , insofern ist Obst jetzt nicht DER Bösewicht unter der Sonne. Haushaltszucker besteht aus 50% Fructose, Honig auch bis zu 45% und Agavendicksaft zu ca. 90%. Alles in Maßen ist hier die Devise, denke ich.
      Mir ging es zu allererst auch gar nicht um die Gewichtsreduktion. Den Speckring (“Keksgürtel” habe ich ihn liebevoll genannt) wegzubekommen, ist ein netter Nebeneffekt, das Hauptziel war und ist aber das erwähnte “Normalnull”.
      Falls Dich das Thema interessiert, google mal nach “Dr. Robert Lustig”. Der Amerikaner forscht zum Thema Zucker und erklärt ganz unterhaltsam (und sehr, sehr amerikanisch, also alles ein bisschen mit Abstand betrachten) wo das Problem liegt.
      Liebe Grüße,
      Katharina

    2. Miss Jenny

      Liebe Katharina,
      danke für deine Antwort! Den Ami schaue ich mir doch gerne mal an! Übrigens habe ich heute dein Tartlet-Post mit Freude gelesen. Genau so ein Rezept habe ich gesucht!! Ein Boden ohne Mehl jeglicher Art! Vielen Dank!
      Lieeb Grüße, Miss Jenny

  7. Sonja

    Ich würde Deine zuckerfreien Rezepte (diesen Mandelmilchreis, den Smoothie etc.) so gerne mal ausprobieren, jedoch weiß ich, dass ich das nicht durchhalte, ohne sie irgendwie anders zu süßen.. Du empfiehlst Reissirup. Habe sofort gegoogelt, wo ich diesen herbekomme und bin auf diesen Artikel gestoßen: http://www.zds-bonn.de/vorsicht_vor_oekoprodukten_mit_reis.html
    Kannst Du mir da was zu sagen? Wie groß ist die Gefahr einer “Vergiftung” im Vergleich mit der durch herkömmlichen Zucker?

    Liebe Grüße,
    Sonja

    1. Katharina

      Hallo Sonja,
      ja, den Artikel kenne ich… hat mich auch kurz geschockt. In die Studie habe ich kurz reingelesen, zudem fand ich aber auch sehr interessant, was Christina Pirello dazu zu sagen hat: http://bit.ly/10wiFA9
      Ich esse kaum Reis, mag ihn einfach nicht so wahnsinnig gern. Reissirup benutze ich nur zum Backen, und das auch in überschaubaren Mengen. Eine Flasche Reissirup hält uns _mindestens_ mal 3 Monate vor. Insofern glaube ich, dass sich meine Arsenvergiftung in Grenzen hält. :-) ))
      Ich kann aber verstehen, dass Du da zögerlich bist.
      Einen Vergleich mit Zucker kann ich auf der Arsen-Basis nicht ziehen, dazu müsste man natürlich Vergleichsproben haben zum Arsengehalt in Zuckerrüben oder Zuckerrohr. Ich meide Zucker ja aus anderen Gründen. ;-)
      Du kannst den Milchreich anstatt mit Reissirup auch ohne weiteres mit bspw. Traubenzucker süßen. Unter der Bezeichnung Dextrose findest Du den in jedem regulären Supermarkt, direkt neben dem Zucker. Oder Du investiert ein bisschen Geld und kaufst eine Tüte Sukrin oder Sucolin, einen Zuckerersatzstoff. Oder Stevia, wenn Du das magst.

      Und Du musst auf gar keinen Fall komplett auf Süße verzichten, wenn Dir das nichts taugt, von jetzt auf gleich zuckerfrei zu leben. :-) Versuch’s mit den genannten Ersatzstoffen (Traubenzucker etc.) und reduziere peu à peu. Mehr als versuchen kann man’s doch nicht, oder?

      Liebe Grüße
      Katharina

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