Montag, 28. November 2011

Szegediner Kartoffelgulasch

So. Der erste Advent ist schon vorbei und ich fühle mich KEIN. STÜCK. ADVENTLICH. Null. Nada. Überhaupt nicht. Das ist enorm ungewöhnlich für mich, normalerweise hätte ich jetzt schon die ersten 5-7 Plätzchendosen gefüllt und die Wohnung auf Weihnachten getrimmt. Die nicht vorhandene Weihnachtsstimmung mag vielleicht am frühlingshaften Wetter liegen, und vielleicht (wahrscheinlich) auch an der Tatsache, dass der Liebste und ich in diesem Jahr große Teile der Vorweihnachtszeit und auch Weihnachten selbst nicht im Lande sind. Wir fliehen in die Wärme und nehmen uns ganz viel Zeit für uns selbst.
Aber jetzt hat mir einer auch noch das letzte Fünkchen Weihnachtsvorfreude verdorben, so richtig gründlich. Wer? Ein großer deutscher Elektronikmarkt, der die hässlichste, dämlichste und wirklich dümmste Werbung ever herausgebracht hat. Ja klar, die Handelsriesen machen ihren Hauptumsatz im Weihnachtsgeschäft, aber muss ich mit dem Slogan „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ werben? Nein! Neinneinnein! Was soll der Quatsch? Höher, schneller, weiter gilt wohl auch für die Weihnachtsgeschenke, und dieser Werbeslogan treibt es für mich auf die Spitze, mal davon abgesehen, dass die Bildsprache der Werbung einen Anklang von Irrenanstalt hat. Was wird denn unterm Baum entschieden – welche meiner Omas ich lieber mag, weil die eine das bessere Geschenk eingepackt hat? Ob mein Bruder oder doch meine Schwester cooler ist? Oder ob ich meiner eigenen Eitelkeit schmeichle und mit teuren Geschenken protzen kann? Ehrlich, ein unharmonisches, streiterfülltes Familienfest wird durch den Flatscreen oder die Playstation nicht schöner. Und ein lustiges, schönes Weihnachtsfest mit fröhlicher Stimmung wird nicht dadurch schlecht, dass keine Unmengen von Päckchen unter dem Baum liegen.
Ich glaube, dieses Jahr wird wirklich das erste Jahr sein, in dem ich mich an den vor Jahren gefassten (und immer wieder gebrochenen) Entschluss „Wir schenken uns nichts“ halten werde. Aus Prinzip, aber auch aus Trotz, denn ich lasse mich nicht von einem abgrundtief dummen Werbeslogan in eine Ecke drängen. Vielleicht bin ich dem Elektronikriesen am Ende sogar noch dankbar?
So. Das wollte ich mal gesagt haben.
Und jetzt zum Abregen ab in die Küche, gibt was Beruhigendes, Wärmendes. Szegediner Kartoffelgulasch, fremdgekocht nach einem Mix von Charlotte’s Diner und der Küchengötter-Datenbank. Funktioniert gerade so gut mit dem Fremdkochen. 🙂

Szegediner Kartoffelgulasch

1 kg Kartoffeln, mehligkochende sind ideal, festkochende gehen aber auch ohne Weiteres
3 rote Paprikaschoten 
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Öl zum Braten
1 TL Paprika edelsüß
1 TL Paprika scharf
2 EL Tomatenmark
1 Dose stückige Tomaten, ca. 400g
1/4 l Gemüsebrühe 
250 – 500g Sauerkraut, Menge nach Vorliebe
Salz, Pfeffer
1 Prise Kümmel
4 EL Saure Sahne

:: Kartoffeln schälen und in ca. 1cm große Würfel schneiden. Paprika waschen und halbieren, das Kerngehäuse entfernen und in feine Streifen schneiden. Zwiebel pellen und in feine Ringe schneiden. Knoblauch fein hacken. 
:: In einem Schmortopf mit Deckel Öl erhitzen und die Kartoffeln darin rundherum anbraten. Dann die Zwiebeln hinzugeben und ein paar Minuten mitbraten, schließlich den Knoblauch und die Paprikastreifen kurz mitbraten. Mit beiden Paprikasorten abstäuben, Tomatenmark unterrühren und anrösten. Mit Tomaten ablöschen und Gemüsebrühe angießen, so dass alles bedeckt ist. Salzen, pfeffern und mit Kümmel würzen.
Deckel auflegen und auf kleiner Hitze ca. 25 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
:: Sauerkraut abtropfen lassen und zu den Kartoffeln geben. Die Menge ist hier absolut Geschmackssache, ich liebe das Zeug und habe die ganze Packung eingerührt, wer weniger mag, nimmt nur die Hälfte. Gut unterrühren. Bei Bedarf noch Wasser angießen. Offen weitere 5 Minuten köcheln lassen, bis das Sauerkraut heiß geworden und die Sauce etwas eingedickt ist.
:: In tiefe Teller geben, mit je einem EL saure Sahne beklecksen und servieren.

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Montag, 28. November 2011

4 Gedanken zu „Szegediner Kartoffelgulasch

  1. FeeMail

    Danke, danke, danke! Ich finde diese Werbung auch so furchtbar, dass ich dafür gar keine Worte finde. Mein Freund und ich schenken uns übrigens schon seit bestimmt sechs Jahren nichts mehr, wenn nicht länger und das ist so schön entspannt ::)! Liebe Grüße, Fee

  2. Katharina

    Ich wusste, ich bin nicht allein mit meinem Abscheu. Danke für die Unterstützung. 🙂
    Der Göttergatte und ich schenken uns auch nichts mehr, aber für die Familie gab’s doch immer ein Geschenk. Dieses Jahr gibt’s dann etwas Selbstgemachtes aus der Küche und dann Ende Gelände. So!

  3. Charlotte

    Bei dir sieht das Gulasch viel hübscher aus als bei mir! Aber geschmeckt hat es mir bestimmt genauso gut. 😉

    Übrigens ist es bei mir dieses Jahr genau anders herum: Ich bin tatsächlich mal ein klein bißchen in Weihnachtsstimmung und habe das erste Mal in 5 Jahren eigener Wohnung einen Adventskranz. Allerdings habe ich diese Werbung tatsächlich noch nie gesehen. Ich hoffe, es bleibt dabei… 😉

    Liebe Grüße
    Charlotte

  4. Katharina

    @ Charlotte: pssscht, ich hab eine neue Wunderkamera, die macht selbst bei schummriger Beleuchtung gestochen scharfe Bilder. Da sieht neuerdings selbst indisches Curry gut aus und nicht wie braune Matschepampe. 😉 Das Gulasch hat total klasse geschmeckt, die letzte Portion gestern zum Mittag aufgewärmt noch mal besser!

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