Mittwoch, 29. Juni 2011

Vegetarische Bolognese

Nie hätte ich gedacht, dass eine fleischfreie Bolognese so authentisch schmecken kann.
Aber der Reihe nach. Im hübschen neuen Forum Alles hausgemacht! (unter der Federführung von Steph vom Kuriositätenladen) gibt es einen Thread, in dem Lieblingsgerichte oder Evergreens in eine vegetarische Variante abgewandelt werden sollen. Klar, für Fleisch kommt dann oft Tofu auf den Teller, den ich aber immer noch schwierig finde. Deswegen war ich erstmal skeptisch, als „Sojaschnetzel“ das Hackfleisch in der Bolognese ersetzen sollten. Mein Testesser isst aber ganz gern diese vegetarischen Brotaufstriche, von denen ich finde, dass die wie Bolo-Paste schmecken, also dachte ich mir, dass es dann ja gar nicht so schlimm werden kann. (Dabei habe ich einfach mal komplett ignoriert, dass dieser vegetarische Brotaufstrich auf Hefebasis hergestellt wird. Nicht aus Soja. Egal.)
Da ich Testessers Urteil nicht durch Wissen beeinflussen wollte, habe ich ihn während der „Action-Phase“ des Kochens von der Küche ferngehalten (gar nicht mal so leicht, denn Schnappi, unser neuer Mitbewohner, zieht immer wieder Testessers Aufmerksamkeit auf sich. Stundenlang kann er das Ding betrachten.). 
Nach den ersten Bissen habe ich ihn dann gefragt, ob er findet, dass es anders schmeckt als sonst. Es sei ein kleines bisschen salziger als sonst, aber ansonsten ganz normal, lecker wie immer. Ha! Er hat nicht schlecht gestaunt, als ich gesagt habe, dass es kein Fleisch, sondern Soja sei.
Der Trick, wie auch bei „echter“ Bolognese, oder Ragù, wie es ja eigentlich heißt, ist das stundenlange Schmoren. Einmal angesetzt kann man sich in aller Ruhe ein WM-Spiel anschauen. In der Halbzeitpause einmal umrühren, dann kann man unseren Ladies weiter zujubeln, und nach Abpfiff müssen dann nur noch Spaghetti aufgesetzt werden. Weltmeisterlich!
Vegetarische Bolognese
Die Menge ist für 4 Portionen plus Nachschlag oder Reste zum Einfrieren gedacht.
150g Sojaschnetzel (z.B. von Alnatura)
450ml Gemüsebrühe
2 Karotten
2 Selleriestangen
2 Zwiebeln
3 EL Tomatenmark
je 1 Zweig Thymian und Rosmarin
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer
3 Dosen gehackte Tomaten
1/2 Flasche Rotwein
2 Knoblauchzehen
:: Sojaschnetzel mit Gemüsebrühe übergießen und etwa 10 Minuten quellen lassen.
:: Währenddessen Karotten, Sellerie und Zwiebeln putzen bzw. schälen und in feine Würfelchen schneiden oder hacken.
:: Sojaschnetzel in einem Sieb abtropfen lassen und dann am besten noch auf einen großen, mit Küchenkrepp ausgelegten Teller geben und mit einer weiteren Lage Krepp abtupfen. Das ergibt zwar eine mittlere Schweinerei, aber die Sojabrösel braten besser, wenn sie trocken sind.
:: In einem großen Bräter oder Topf etwas Öl erhitzen und die gewürfelten Zwiebeln, Karotten und Sellerie darin glasig anschwitzen. Sojaschnetzel dazugeben und gut 5-6 Minuten mitbraten. Kräftig salzen und pfeffern. Rosmarin, Thymian und Lorbeer dazugeben, Tomatenmark unterrühren und alles noch eine weitere Minuten unter Rühren anrösten. Dann mit gehackten Tomaten und Rotwein aufgießen. Einmal aufkochen lassen, Hitze auf sehr klein herunterschalten und dann zugedeckt mindestens 1,5 Stunden langsam vor sich hin köcheln lassen, besser noch 2 Stunden.
:: 15 Minuten vor Ende der Garzeit die Knoblauchzehen dazugeben. Ich nehme am liebsten eingelegten Knoblauch, frischer tut’s aber natürlich auch. Die Knoblauchzehen hacken bzw. zermatschen und unter die Bolognese rühren, dann zuende schmoren lassen.
:: Dann nur noch Spaghetti kochen und Parmesan reiben – und los geht das fleischlose Bolo-Vergnügen!

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Mittwoch, 29. Juni 2011