Montag, 1. April 2013

Waffeltüten, frei nach nach Omas Rezept: Kindergeburtstag reloaded.

Omas geerbte Rezeptekladde ist großartig. Alphabetisch aufgereiht findet sich dort fast alles, unter anderem auch allerlei kuriose Zeitungsausschnitte: “Brandflecke in weißer Wäsche entfernen.” (Mit Salz einreiben und in der Sonne bleichen.) “Speck schneidet sich leichter, wenn man zuvor das Messer in heißes Wasser taucht.” – “Sicherheitsschlösser dürfen nicht geölt werden.” – “Sauerkirschen sind ein natürliches Schmerzmittel.” Sowas stand früher in der Ostsee-Zeitung, unserem lokalen Käseblatt!
Beim Blättern durch das Büchlein auf der Suche nach potenziellen Rezepten für Post aus meiner Küche fiel mein Blick im Abschnitt T auf “Tüten”. Natürlich! Waffeltüten! Die durften auf keinem Geburtstagskaffeetisch fehlen. Sie wurden mit steif geschlagener Sahne gefüllt und womöglich noch mit Erdbeeren gefüllt. Ich habe im Juni Geburtstag, und in den 1980ern waren Erdbeeren bei uns nur dann zu bekommen, wenn sie im Garten reif waren. Meistens hatte ich Glück. Ansonsten ist Stachelbeergrütze ein großer Favorit.

Eiswaffeln knuspriger Teig zuckerfrei Waffeln Tüten
Mit diesen knusprigen Erinnerungen an Sommer-Kindergeburtstage machte ich mich ans Werk – und scheiterte erst einmal. Der Teig, ein sogenannter Eischwer-Teig, war ziemlich zäh und ließ sich nicht sonderlich gut verstreichen, und die Ergebnisse waren irgendwie alles andere als das, woran ich mich erinnerte. Ich schiebe es jetzt mal darauf, dass ich natürlich keinen Zucker benutzt habe, und dass durch die von mir verwendete Dextrose das Verhältnis von festen und flüssigen Zutaten verändert wurde. Mit etwas angepassten Mengen entstanden am Ende zwar wunderschöne Teigkleckse, die auch knusprig-zarte Waffeln ergaben, die aber bei weniger zärtlicher Berührung sofort zu bröseln anfingen. Menno! So konnte ich das doch nicht verschicken! Für ein Umschwenken war es schon zu spät, also modifizierte ich noch ein wenig mehr und konnte am Ende auf hübsch geformte, goldbraune und vor allem auch verschickbare Waffeln blicken.
Eiswaffeln knuspriger Teig zuckerfrei Waffeln Tüten

Ich habe Euch beide Varianten beschrieben. Für knusprige, hauchzarte Waffeln ist die Version mit viel Butter und einem ganzen Ei ideal, wenn die Waffeln nicht so leicht brechen sollen, dann ist die zweite Variante mit dem Eiweiß besser geeignet. Und für die Eigelb hätte ich dann demnächst auch einen Verwendungsvorschlag mit selbstgemachtem Mandeleis.

Wenn ich’s mir aber recht überlege, gab es auch bei Oma ganz viel Waffelbruch, der dann einfach über Eis gestreut wurde. Also alles halb so wild.

Eiswaffeln knuspriger Teig zuckerfrei Waffeln Tüten

Waffeltüten – ganz zart und knusprig

für 10-12 Waffeln

130g sehr weiche Butter
120g Dextrose (oder eben Zucker – dann wird das Ergebnis etwas fester und stabiler)
1/2 TL Vanilleextrakt
130g feines Mehl
2 Eier, Gr. L, Zimmertemperatur

:: Ofen auf 175°C vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen – ideal ist eigentlich eine Dauerbackmatte, so etwas wie Silpat. Ich drehe das Backblech um, so dass die gewölbte Seite nach oben zeigt. Das macht das Auftragen und Abnehmen dann einfacher.

:: Die Butter mit Zucker und Vanilleextrakt sehr schaumig schlagen, dann das Mehl einrühren und die Eier einzeln unterschlagen.

:: Auf die Backmatte oder das Backpapier 2 Teigovale aufstreichen: Dafür jeweils 1 gehäuften Esslöffel Teig aufklecksen und mit einer am besten angefeuchteten Palette oder einem Löffelrücken Ovale in der Größe von etwa 10x15cm aufstreichen. Pro Backgang nur 2 “Teigfladen” backen.

:: In den Ofen schieben und ca. 8-10 Minuten backen, bis sich die Ovale fest anfühlen und an den Rändern schön goldbraun werden. Mithilfe einer flachen Palette oder einem Teigschaber jeweils ein Oval vom Blech nehmen (das andere im Ofen lassen – sonst härtet es aus!) und Über die kurze Seite her zu einer Tüte aufrollen – die Spitze beginnt dabei in der Mitte der langen Seite. Falls der Teig schon zu hart geworden ist, noch mal kurz in den Ofen legen. Ein paar Sekunden in Form pressen, dann auf einem Gitter auskühlen lassen. Dann schnell den anderen Teigfladen aus dem Ofen nehmen und genauso aufrollen.

:: Auf diese Weise den Teig verbacken.

Etwas stabilere Waffeltüten

(with a little help from my friend Martha Stewart)
ergibt ca. 8 Waffeln

60g Mehl
60g Zucker
3 EL geschmolzene Butter
2 Eiweiß
1 TL Sahne
1 Pck. Vanillezucker  (oder 1 TL Vanilleextrakt)
:: Mehl, Zucker und Salz mischen und eine Mulde bilden. Geschmolzene Butter, Eiweiß, Sahne und Vanille zufügen und alles zu einem glatten Teig verrühren. Für mindestens 2 Stunden kühlstellen.
:: Backofen auf 200°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier (oder idealerweise mit einerSilpatmatte) auslegen.

:: Auf die Backmatte oder das Backpapier 2 Teigovale aufstreichen: Dafür jeweils 1 gehäuften Esslöffel Teig aufklecksen und mit einer am besten angefeuchteten Palette oder einem Löffelrücken Ovale in der Größe von etwa 10x15cm aufstreichen. Pro Backgang nur 2 “Teigfladen” backen.

:: In den Ofen schieben und ca. 8-10 Minuten backen, bis sich die Ovale fest anfühlen und an den Rändern schön goldbraun werden. Mithilfe einer flachen Palette oder einem Teigschaber jeweils ein Oval vom Blech nehmen (das andere im Ofen lassen – sonst härtet es aus!) und Über die kurze Seite her zu einer Tüte aufrollen – die Spitze beginnt dabei in der Mitte der langen Seite. Falls der Teig schon zu hart geworden ist, noch mal kurz in den Ofen legen. Ein paar Sekunden in Form pressen, dann auf einem Gitter auskühlen lassen. Dann schnell den anderen Teigfladen aus dem Ofen nehmen und genauso aufrollen.

:: Auf diese Weise den Teig verbacken.

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Montag, 1. April 2013

7 Gedanken zu „Waffeltüten, frei nach nach Omas Rezept: Kindergeburtstag reloaded.

  1. Karin Engel

    Hallo, Katharina, ich backe gelegentlich auch noch solche Waffeln (Hörnchen). ich backe mit einem Hörncheneisen,das ganz leicht gefettet wurde. Ich habe die erfahrung gemacht, dass der Teig sehr dünnflüssig sein muß, um sehr schöne dünne Waffeln zu bekommen. Ich habe sie früher immer meinen Kindern mitgegeben in den Kindergarten, wenn sie Geburtstag hatten. Es ist eine herrliche Erinnerung. Meine Kinder sind inzwischen 30 und 32 Jahre. Sie essen sie auch heute noch gern. Lieben Gruß
    Karin

  2. Julia

    Was für eine tolle Idee! Die Waffeln sehen wunderbar aus, ich kann mir vorstellen, wie sie schmecken, wie es aus dem Backofen duftet, hach… eine wirklich schöne Kindheitserinnerung!
    Liebe Grüße
    Julia

  3. lunasphilosophy

    Wow – da hast du dir aber sehr viel Mühe mit deinem Paket gemacht. Echt ein tolles Geschenk. Egal ob für jemand anderes oder einen selber. Man muss sich ja auch selbst mal was schenken. :)

    Liebe Grüße von der Luna

  4. Kastanie

    tolle Farben! sehen fast aus wie Tulpen und hoffentlich bringen sie den ersehnten Frühling!!

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