Donnerstag, 14. Februar 2013

Wagen wir ein süßes Experiment? Süßkartoffel-Küchlein mit Joghurt-Dip {Projekt Zuckerfrei, Woche 6}

Fünf Wochen! Fünf Wochen sind geschafft im Projekt Zuckerfrei 2013, und davon drei komplett süßfreie, fructosefreie Wochen. Die Geschmacksnerven sollten sich inzwischen an das Leben ohne Zucker gewöhnt haben und Süße auch dort finden, wo sie sie sonst nicht vermutet hätten. Milch zum Beispiel hatte ich nie auf dem süßen Plan, die enthaltene Galaktose (Milchzucker) ist nur etwa 60% so süß wie Haushaltszucker, und wenn man wie ich ich Kaffee früher nur mit viel Milchschaum trinken konnte und auch diese Kombination dann noch mit einigem Zucker süßen musste, dann hatte die Milch auch keine Chance, süß zu schmecken.
Andere Lebensmittel oder Speisen erscheinen mittlerweile grotesk süß. Neulich auf der Skihütte: Der Gatte und ich bestellen Jagertee – noch in der letzten Skisaison ein geschmacklich akzeptables Getränk. Dieses Mal schauten wir uns an und sagten gleichzeitig; “whooaaaa, ist das süß!”  und schoben den Becher zur Seite. Praktischer Nebeneffekt: Wir kam auf diese Weise komplett nüchtern auch den letzten Teil der Talabfahrt hinunter. Spaßbremsen, wir. ;-)
Süßkartoffeln Joghurtdip Kreuzkümmel Koriander Chili Limette zuckerfrei "Projekt Zuckerfrei 2013"
Je nachdem, wie sicher man sich nach den drei fructosefreien Wochen schon fühlt, kann man nun wieder etwas Süße in sein Leben lassen. David Gillespie empfielt im “Sweet Poison Quit Plan” einen kompletten Zucker- und Fructose-Detox für die ersten zwei Monate. Sarah Wilson sagt, ab Woche 6 kann man ein paar süße Experimente wagen. Wohlgemerkt: Keine Cupcakes. (Sorry!) Auch keinen Ketchup für die Pommes oder keine Marmelade auf’s Brötchen. Aber vielleicht etwas fructosearmes Obst. Oder einen Zuckerersatz, wie beispielsweise Stevia (wenn man’s mag), Reissirup oder Dextrose/Glucose, die man unter dem deutschen Namen “Traubenzucker” im Backregal neben dem regulären Zucker findet.
Wie gesagt: Je nachdem, wie sicher man sich fühlt. Wenn ein wenig Süße zu einer unlaublichen Sehnsucht nach Gummibärchen führt, geht es einfach noch einmal zurück auf Los, und nach einer oder eben auch nach einigen weiteren Wochen kann man einen neuen Versuch starten. Manchen fällt es leichter, andere brauchen mehr Abstand.
Süßkartoffeln Joghurtdip Kreuzkümmel Koriander Chili Limette zuckerfrei "Projekt Zuckerfrei 2013"
Fructosearmes Obst sind beispielsweise Himbeeren, Blaubeeren oder Brombeeren, aber auch Kiwi oder Grapefruit. Jetzt im Februar sind frische Beeren zwar eher Mangelware, aber als ich im Mai 2012 das erste Projekt Zuckerfrei startete, sprangen mich von jedem Obststand frische, knallepinke oder rote Beeren an. Tiefgekühlt sind eine Handvoll Beeren eine super Alternative für Smoothies.
Obst hat den Vorteil, dass hierin Fructose zusammen mit seinem Gegengift, den Ballaststoffen und Fasern, hübsch verpackt ist, die für eine langsame Aufnahme sorgen, so dass Fructose nicht umgehend in Fett verwandelt wird. Trotzdem würde ich es nicht übertreiben, eine kleine Handvoll Beeren reicht am Anfang absolut aus.
Extrem köstlich war dieses überraschend süßliche Hauptgericht, das trotzdem genug Schärfe und Würze hat, um als “echtes Essen” durchzugehen. Schön frisch durch den Dip mit Joghurt, Koriander und Limette und am besten lauwarm oder sogar kalt. Perfekt zusammen mit einem Salat als Büro-Mittagessen! Dagegen kann dann auch die Currysauce nicht anstinken. À propos Currysauce: die Gewürze sind beliebig erweiter- oder austauschbar. Das nächste Mal gibt es sie mit einer schön scharfen Currymischung.
Süßkartoffeln Joghurtdip Kreuzkümmel Koriander Chili Limette zuckerfrei "Projekt Zuckerfrei 2013"

Würzige Süßkartoffel-Küchlein

für etwa 8 Patties
2 Süßkartoffeln (insgesamt ca. 500g)
1 mittlere Kartoffel (meine wog 80g)
frischer Ingwer, ca. 2cm (gern mehr!)
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL gemahlener Koriander
1 TL grüner getrockneter Jalapeno, im Mörser zerstoßen, alternativ 1/2 TL Chilipulver (vorsichtig abschmecken)
2-3 EL Speisestärke
Salz
Öl zum Braten (bei mir: Kokosöl)
 
1 Becher Joghurt
1/2 Bund Koriander
1/2 TL Kreuzkümmel
etwas Limettensaft zum Abschmecken
 
:: Süßkartoffeln und Kartoffel kochen, bis sie weich sind, die Süßkartoffeln werden schneller gar sein. Abgießen, ausdampfen und abkühlen lassen, dann pellen und mit dem Kartoffelstampfer fein zerkleinern.
:: Ingwer sehr fein hacken – ich verwende allerdings gern eine Meerrettich-Reibe, so bleiben die groben Fasern weg. Zusammen mit Kreuzkümmel, Koriander, Jalapeno und 2 EL Speisestärke unter die gestampften Süßkartoffeln mischen. Mit Salz abschmecken und dann mit feuchten Händen zu Küchlein formen. Wenn die Masse zu schlecht zu formen ist, einen weiteren EL Speisestärke unterrühren. 20 Minuten in den Kühlschrank stellen.
:: Öl in einer (am besten beschichteten) Pfanne erhitzen und die Küchlein von beiden Seiten jeweils gute 5 Minuten bei mittlerer Hitze braten.
:: Für den Dip Joghurt, Korianderblätter und Kreuzkümmel pürieren und mit etwas Limettensaft abschmecken.
:: Mir persönlich schmecken die Küchlein am besten, wenn sie lauwarm sind, dann ist die Konsistenz fester.

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Donnerstag, 14. Februar 2013

8 Gedanken zu „Wagen wir ein süßes Experiment? Süßkartoffel-Küchlein mit Joghurt-Dip {Projekt Zuckerfrei, Woche 6}

  1. Sandy

    Ich sag auch, Chapeau! Und bekenne mich schuldig, gestern Abend eine halbe Tafel Schoki verdrückt zu haben, ganz allein, mit viel Karamell! Katharina, ich buche einen Kurs in Standfestigkeit bei dir- wann kann ich mich anmelden?
    Liebe Grüße,
    Sandy

  2. Netzchen

    Hallo Katharina,

    sehen lecker aus deine Küchlein,
    ich mag ja solche Taler auch immer ganz gern. Das Rezept klingt einfach und schnell gemacht, perfekt für unter der Woche.
    Der pürierte Dip dazu, einfach köstlich, wie immer mit schönen Bildern untermalt deine Kreation

    LG Netzchen

  3. lebonheurgouteux

    Nach wie vor spannend, Dein Zucker-frei-Projekt. Und diese Küchlein hier sehen toll aus! Ich stimme Dir übrigens zu, dass viele Lebensmittel von Natur aus sehr süß sind, wenn man bewusst hinschmeckt, Kartoffeln und Wurzelgemüse zum Beispiel oder auch Getreide, Käse, Tomaten oder gebratene Zwiebeln.
    Lieben Gruß
    Claudia

  4. Bestsmellers

    Ich glaube, ich könnte das nie…auf Schokolade zu verzichten wäre kein Problem, aber dann grad auf allen Zucker…? Was ist mit Gummibärchen? Nein, ich muss zugeben, ich würde es nicht schaffen…Respekt!

    Lg, Vanessa

  5. Bentokitchen

    Hallo,
    es ist gar nicht so schwer wie es aussieht. Mein Freund und ich essen seit rund 9 Monaten viel weniger Zucker. Normalen Zucker haben wir gar nicht mehr im Haus, auch keine Schokolade oder Gummibärchen. Wir essen maximal etwas Obst oder süßen Muffins beispielsweise mit einem EL Xylit. Zum Backen nehmen wir gerne Mandel- oder Kokosmehl, das hat von sich aus schon einen süßlichen Geschmack. Am härtesten ist es am Anfang, wenn man auch noch darauf achtet in welchen Lebensmitteln versteckt Zucker enthalten ist (z.B. Wurst, Garnelen, Senf …). Der Geschmack verändert sich tatsächlich enorm, aus unserer Sicht zum Guten :-)
    Viele Grüße,
    Nadine

  6. Anonymous

    Hey, eine Frage, warum isst du Weißmehl wie z.B. in den Zimtschnecken? Das wird doch im Körper auch sofort zu Zucker umgewandelt, da es nur einfache Kohlenhydrate sind?

    1. Katharina

      Hmmmm… ein eindeutiges jein. :-) )
      Mehl, egal jetzt ob Weißmehl oder VK-Mehl, besteht primär aus Glucose. Zucker (also Haushaltsszucker) besteht zu 50% aus Fructose. Beides, Glucose und Fructose, sind Einfachzucker, aber werden vom Körper unterschiedlich verarbeitet. Glucose kann von allen Zellen zur Energiegewinnung aufgenommen werden, Fructose dagegen nur von der Leber und vom Dünndarm. In der Leber wird Fructose ziemlich umgehend zu Fett umgewandelt und eingelagert (habe jetzt mal großzügig die diversen biochemischen Prozesse übersprungen…). Diverse Studien zeigen auch recht eindeutig auf Fructose (und damit auf Zucker), wenn es um unsere lieben Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme oder allgemein Übergewicht geht.

      Falls Du die Auswirkung von (Weiß-)Mehl auf den Blutzuckerspiegel meinst, hast Du natürlich recht. Deswegen esse ich auch recht wenig Weißmehl, eben nur für Kuchen. Den gibt es tatsächlich viel seltener, als es hier den Anschein hat. ;-) )

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