Montag, 15. Februar 2016

Wochenplan KW 7: Kinder- und gleichzeitig Erwachsenentaugliches

Eigentlich ein blöder Post-Titel, denn seien wir ehrlich: Was Kindern schmeckt, schmeckt uns Großen ja in der Regel auch. Wir waren schließlich auch mal Kinder und haben entsprechend positiv besetzte kulinarische Erinnerungen. Die negativ besetzten Erinnerungen haben sich im Laufe der Jahre oft gewandelt. Spinat, anyone? Rote Bete? Früher bäh!, heute yeah! Gut, nach wie vor NICHT gehen bei mir alles in Aspik Eingelegte, Kartoffelpuffer und Schichtsalat. Komme ich nicht gegen an, auch mit 36 nicht.

Constanze fragte letzte Woche bei Facebook, ob ich nicht mal einen Post darüber schreiben könnte, wie sie ihren Dreijährigen zum Gemüseessen animieren könnte, ohne es in der Suppe verstecken zu müssen. Da sich auf unserem Wochenplan der Teil mit dem gesonderten Abendessen für Constantin so oder so ziemlich erledigt hat und er kein frühes Abendessen um 17:30 mehr will sondern mit uns isst, passt das eigentlich ganz gut.
In meinem Clean-Eating-Buch* gibt es ein Kapitel zum Thema “We are family – Clean Eating mit Kindern”. In der Recherche dazu habe ich eine ganze Reihe Bücher gelesen und mit Ernährungsberatern gesprochen. Kondensiert kommt dabei das raus, was wir auch hier befolgen. Mit mal mehr, mal weniger Erfolg, aber so ist das halt mit den lieben Kleinen. ;-)

  • Wir Eltern setzen ein Vorbild für das Essverhalten der Kinder. Auf einer imaginären Top-Ten-Liste wäre das Punkt 1 bis 3: Vorbild, Vorbild, Vorbild. Wenn wir als Eltern lieber Schokolade als Obst essen, oder Papa (der große Held in allen Dingen) sich weigert, das Gemüse zu essen und es von links nach rechts schiebt, dann scheint das doch richtig zu sein, oder? Es geht nicht darum, niemals wieder vor den Augen der Kinder Gummibärchen essen zu dürfen, aber eben doch darum, dass sie sehen, dass die Eltern/Großeltern/sonstige “Vorbilder” gesundes Zeug essen. Und es GERN essen, nicht nur aus Pflichtgefühl.
  • Geduld zeigen. Und das ist echt hart, stimmt’s? Kindergaumen sind flatterhafte Dinge. Was die letzte Woche geschmeckt hat, vielleicht heute morgen noch, ist am Abend plötzlich “bääääääh!”. Ist so. Kann man nicht viel machen. Was man aber durchaus machen kann und sollte, ist Gerichte oder Zutaten immer wieder anzubieten. Es kann zehnmal oder länger dauern, bis Paprika & Co. OK ist. Bei kleinen Kindern ist vielleicht manchmal auch der Organismus noch nicht so weit.
  • Ein Essen für alle. Größere Kinder kann man prima in die Essensplanung einbeziehen, bei kleineren ist das natürlich so ein Ding. Aber es gibt keine großen Extrawürste. Alle essen das Gleiche. Und: es wird von allem zumindest probiert. Es muss keine große Portion gegessen werden, aber zumindest ein kleines Löffelchen zum Testen. (Das gilt auch für die Eltern!!!)
  • Was wir noch machen: Das sind jetzt meine perönlichen Erfahrungen. Es funktioniert bei uns, aber eine Gelinggarantie gibt es natürlich nicht. (Siehe auch weiter unten.)
  1. Immer etwas parat haben. Bevor ich LittleC. von der Kita abhole, packe ich eine Tupperdose mit Obst- und Gemüsestückchen ein, über die er sich oft schon auf dem Heimweg hermacht. Klar, das süße Obst ist als erstes weg, aber im Laufe des Nachmittags verschwinden dann auch beispielsweise Gurken oder Paprika. Apropos Paprika: LittleC. wollte sie immer essen, hat sie aber meist angekaut ausgespuckt. Dann fiel mir ein, dass bspw. meine Mutter die Schale nicht verträgt. Ich schäle Paprika also mittlerweile. Das ist ein bisschen frickelig, aber bei frischen Paprika geht es mit einem Sparschäler ganz gut. Und siehe da – Paprika ist “kekkaaaa”. Manchmal sind es so einfache Veränderungen.
  2. Die spielerische Komponente nicht vergessen. Wir singen das Brokkoli-Lied – spontan erdacht zur Melodie von “Jingle Bells”. Fragt nicht. Aber er singt das fröhlich mit: “Brobbolii, Brobboliii….” Das geht zu allem anderen Grünzeug auch. Wir haben uns, also ihm, zu Weihnachten Holz-Gemüse für die Spielküche gewünscht. Das sehen wir uns gemeinsam an, benennen es und machen “Salat” oder “Ofengemüse”. Und Abends kochen wir es dann mit echten Lebensmitteln nach, sozusagen. Oder wir spielen das Farbenspiel: Welches Gemüse oder Obst ist rot, gelb, etc. Gut, bei blau gelange ich an meine Grenzen, aber alle anderen Farben sind reichlich vertreten.
  3. Kein großes Gewese. Wir erzählen nicht, wiiiiiiie toll doch der Brokkoli schmeckt und wiiiiiie gesund das Möhrchen ist. Wir essen es, sagen eher beiläufig, “hmm, schmeckt gut” – und das war’s. Und es gibt keine Lobeshymnen, wenn er es auch isst. Immerhin ist es eine Selbstverständlichkeit, kein feierwürdiger Ausnahmezustand (auch wenn wir innerlich die Champagnerkorken knallen lassen!).
  4. Nichts Überkompliziertes kochen. Was hier bei uns funktioniert, sind erkennbare Komponenten. Gemüsesorten, Beilagen, Sauce, hin und wieder Fleisch oder Fisch. Zumindest mein Sprössling schätzt Überraschungen nur so mittel. (Es sei denn, es sind Überraschungen mit Nudeln, also z.B. ein Nudelauflauf. ;-) ) Ein weiterer Vorteil ist ja, dass die simplen Sachen auch meist schneller gekocht sind als die aufwändigen, raffinierten Gerichte aus der kinderlosen Zeit. Hach ja. Bei diesem Punkt rollt eine kleine Träne über meine Foodblogger-Wange. Egal, kommt auch alles wieder.
  5. Für den Notfall: Klar habe ich ein HIPP-Herz im Schrank. Es gibt Tage, an denen versagt jeder Ratschlag, jeder Tipp und jeder gute Vorsatz. das sind dann “Nuneln-Tage”. Tief durchatmen und nicht verkrampfen.

Ich für meinen Teil tendiere dazu, Dinge zu verkopfen und muss mich zwingen, diesen Dingen manchmal einfach ihren Lauf zu lassen. Aber angesichts der Tausende Kinderkochbücher und Features über die “richtige” Kinderernährung (gibt’s das überhaupt?) scheine ich da nicht die einzige zu sein. Vieles ist sicherlich auch Veranlagung, manche Kinder und Erwachsene interessieren sich schlicht nicht fürs Essen, die könnten jeden Tag das Gleiche essen. Andere sind von kleinauf an viel experimentierfreudiger. Ich scheine halbwegs Glück gehabt zu haben. Und in einem Punkt sind sich alle befragten Muddi-Freundinnen bislang ja einig: In der Kita oder im Kindergarten essen die Sprösslinge oft tadellos und ohne zu meckern. (Gruppenzwang?) Also auch Gemüse. Das Wissen hilft mir dabei, am Abend zu entspannen und keine Wunder zu erwarten. So im Großen und Ganzen funktioniert es ja. Mal mehr und mal weniger. Ommmmmm…..

So!!!! Jetzt aber! Hier ist der aktuelle Wochenplan, unten die Links, und Pinterest ist auch scharf gestellt. Wochenplan KW 7

Eine Portion Nudeln ist noch im Kühlschrank – frische, nicht die besagten “Notfall-Nudeln”. Ebenso noch ein Blumenkohl, also gibt es endlich mal die “Blumenkohl-Alfredo-Sauce”, die schon ewig auf der Nachkochliste steht. Auch noch im Kühlschrank: Übrig gebliebenes Kartoffel-Pü. Daraus mache ich Waffeln! Waffeln sind immer ein großer Hit bei meinen Männern. Dazu einen Salat.
Dienstag ist Greek Night: Neben Gigandes und Pita gibt’s griechischen Salat, Tsatsiki und andere kleine Schweinereien. Man darf ja die kulinarische Identität des kleinen Halbgriechen auch nicht vernachlässigen.
Mittwoch werfe ich mittags einen Feta in den Ofen und schnipple etwas Gemüse dazu. Abends backt der Ofen dann Nudelauflauf für uns. Dauerbrenner, Dauergewinner.
Polenta mag eigentlich nur ich, insofern ist das ein gutes Mittagessen für Muddi. Die genial einfachen Hähnchen-Nuggets aus dem Ofen lieben aber alle!
Am Freitag wird alles Gemüse, was noch vorhanden und nicht bei drei auf den Bäumen ist, zu Ofengemüse verarbeitet.

Gebacken werden die Süßkartoffel-Muffins von Junika, somit ein ausgewiesenes Kinderrezept.

Happy Week!

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Montag, 15. Februar 2016

3 Gedanken zu „Wochenplan KW 7: Kinder- und gleichzeitig Erwachsenentaugliches

  1. Bianca von ELBGESUND

    Liebe Katharina, toll diese Wochenpläne, eine schöne Inspiration! Ich habe übrigens mal irgendwo gelesen, dass man Kindern etwas 40 Mal anbieten muss, bevor sie es probieren. Also nicht entmutigen lassen, denke ich mir dann immer und biete es immer schön weiter an. Die Geschmacksnerven der Kids verändern sich wirklich. Meine Jungs sind jetzt 8 und 11. Der 8-jährige verweigert noch immer sehr viel, aber der 11-jährige probiert mittlerweile fast alles, weil er festgestellt hat, dass es tolle Geschmackserlebnisse gibt! Ich vermisse dich übrigens sehr auf den Bloggerevents und hoffe, wir sehen uns bald mal wieder!!! Alles Liebe, Bianca

  2. Constanze

    Liebe Katharina!Herzlichen Dank fuer diesen Beitrag! Ich habe vieles mitgenommen und schau mal was wir aendern koennen.Lieben Gruß in den Norden!

  3. Eva J.

    Dein Blog ist einfach der Hit! Ich folge eher selten sowas aber bei dir mache ich eine absolute Ausnahme!

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