Mittwoch, 21. November 2012

"Wünsch dir was" von Regine Stroner & und ein erstes Rezept daraus: Rote-Bete-Konfitüre

Noch zehn Tage, dann wird aus November Dezember, dann haben Adventskalender Hochkonjunktur und (jippieh!) dann ist meine persönliche Schallmauer erreicht: Die Lebkuchen-Schallmauer. Sie lachen mich seit September an, und seit September tue ich so, als würde ich sie nicht sehen. Aber ha! Am ersten Dezember sind sie mein! Höchstwahrscheinlich sogar selbstgebacken, denn an die habe ich mich erst ein einziges Mal gewagt, vor etwa zehn Jahren – mit ungenießbarem, bröckelhartem Ergebnis. Das soll in diesem Jahr anders werden, und Regine Stroner hilft mir dabei. Sie hat das wunderbare Buch “Wünsch dir was! Geschenke aus der Weihnachtsküche” geschrieben, das im Kosmos-Verlag erschienen ist. Für alle, die wie ich in der Adventszeit gern und viel in der Küche stehen und am liebsten Selbstgerührtes, -gebackenes oder -gekochtes verschenken, ist das eine tolle Fundgrube für bekannte und nicht ganz alltägliche Rezepte. Und eben auch für Lebkuchen. :-)

“Wünsch dir was”: ©Martina Görlach /Kosmos Verlag. Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
“Wünsch dir was!” ist eine kulinarische Reise durch sechs europäische Länder: Durch Deutschland und Frankreich, England und Schweden, durch Italien und Österreich. In Deutschland dreht sich alles um die Klassiker, um Spekulatius, Dominosteine und Lebkuchen, aber der Stollen wird beispielsweise als kleines, gefülltes Stollentörtchen gebacken. In Frankreich wird es fein: Bûche de Noël, Schokoladen-Macarons, mit Lavendel gefüllte Sablés… merveilleux! Über den Ärmelkanal geht es nach England, von dort zeigt Regine Stroner selbstgemachte Teemischungen, Orangenmarmelade mit Datteln und Vanille, Sahne-Toffees oder die berühmten Mince Pies. God Jul in Schweden: mit Lussekatter zum St. Lucia-Tag, Knäckebrot, Glögg und Graved Lachs. Zurück im Süden gibt es italienischen Mini-Panettone, sizilianischen Mandelkuchen, Blutorangen-Sirup mit Campari oder fein aromatisierte Honigmischungen (Rosenhonig!!!). In Österreich schließlich lachen mich Sachertörtchen, feine Kipferln und Kringel und einige Rezepte für süß oder säuerlich Eingelegtes an.
Wie immer bei den neueren Büchern des Kosmos-Verlags gibt es für viele Rezepte Variationen und “Das ist wichtig”-Hinweise, die manchmal überflüssig, oft aber auch sehr hilfreich sind.

“Wünsch dir was”: ©Martina Görlach /Kosmos Verlag. Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
Was mir an dem Buch wirklich gut gefällt, sind die kleinen, verschenk-tauglichen Portionen. Der Stollen wird als Stollentörtchen gebacken, der Panettone kommt in kleinen Gläsern daher, und auch die Sachertorte ist im Kleinformat prima als Geschenk geeignet.
Und dann natürlich Martina Görlachs Fotos. Die sind wunderbar. Ich wünsche mir vom Weihnachtsmann (Schaaaaaaatz!) ein Fotoatelier mit tollem Licht und einer so schönen, prall gefüllten Props-Kiste. Nein, im Ernst: Die Bilder passen ganz entzückend zu den Rezepten, sie sind hell und wirken dabei wunderbar gemütlich und kuschlig. Sie drücken natürlich ein klitzekleines bisschen auf die Kitschdrüse, aber hey, es ist Weihnachten! Und durch viel Weiß und Creme werden nicht nur Plätzchen, Törtchen und Co ins rechte Licht gerückt, sondern auch der Kitschfaktor minimiert.
Die Bilder zeigen viele schöne Ideen für die Verpackung der kulinarischen Geschenke, davon habe ich mir viel für mich mitgenommen. Ideal wären tatsächlich noch Bezugsquellen für Kartons, Boxen, Flaschen und Dosen gewesen. Vielleicht für die Neuauflage? Ich wünsch mir was.
Übrigens – Maria ist auch ganz angetan von dem Buch. Wenn das keine Empfehlung ist!

“Wünsch dir was”: ©Martina Görlach /Kosmos Verlag. Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Die Rote-Bete-Konfitüre war eines der Rezepte, die umgehend einen Marker bekommen haben. Die tiefrote, leicht scharfe Marmelade passt toll zu Brot und Käse. Da ich vakuumierte Rote Bete verwendet habe und finde, dass diese süß genug sind, habe ich den Gelierzucker des Originalrezepts weggelassen und mir den Ingwer und den Kreuzkümmel aus der vorgeschlagenen Variation geholt. Ingwer und Rote Bete, das hat kürzlich als Rohkostsalat schon so hervorragend funktioniert.

Rote-Bete-Konfitüre mit Ingwer

ergibt (in meiner Version) 2 Gläser à 1/4 l 

3 Blatt weiße Gelatine
0,33l Rote-Bete-Saft

20g Gelierfix ohne Zugabe von Zucker - ich habe das von Natura benutzt, bei allen anderen Gelierprodukten die Menge bitte entsprechend berechnen. (Das Originalrezept möchte 350g Gelierzucker 2:1 auf 0,5l Rote-Bete-Saft) 
2 Knollen Rote Bete, ca. 300g (vorgegart)
30g Ingwer
2 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
evtl. etwas Reissirup zum Abschmecken

:: Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen.
:: Rote-Bete-Saft im Topf mit dem Gelierfix mischen und zum Kochen bringen, 4 bis 5 Minuten sprudelnd kochen lassen.

:: Währenddessen die Roten Beten in feine Würfel schneiden (ich habe sie grob zerteilt und in die Küchenmaschine geworfen). Ingwer schälen und fein reiben. 

:: Die Rote-Bete-Würfel, den geriebenen Ingwer und den Zitronensaft in den kochen Sirup einrühren und mit Salz, Pfeffer und einer ordentlichen Prise Kreuzkümmel würzen, eventuell mit etwas Reissirup abschmecken. Nochmals kurz aufkochen lassen, dann vom Herd ziehen. Die Gelatineblätter ausdrücken und einzeln unter die Konfitüre rühren. 

:: In sterilisierte Gläser füllen und auskühlen lassen. 
Bei der Verwendung von Geliermitteln aus dem Bioladen kann es übrigens dazu kommen, dass der Geliervorgang viel länger dauert als bei normalem Gelierzucker und dass die Konfitüre etwas flüssiger bleibt.

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Mittwoch, 21. November 2012

6 Gedanken zu „"Wünsch dir was" von Regine Stroner & und ein erstes Rezept daraus: Rote-Bete-Konfitüre

  1. Applewood House

    O.K., Du bringst diese tolle Rote-Bete-Konfitüre mit, ich mache die Käseplatte und gieße uns schonmal ein Gläschen Rotwein ein … .

    Liebe Grüße,

    Isabelle

  2. Charlotte

    Ich hab nix gesehen. Es gibt kein tolles neues Kochbuch, das ich haben möchte. Nein, nein. *Augen zuhalt*
    Du bist schon eine fiese Anfixerin… :-)

    Liebe Grüße
    Charlotte

  3. Anonymous

    Tolle Rezepte zeigst du hier immer!

    Auch diese Rote-Beete-Konfitüre sieht lecker aus. Kann ich mir richtig gut zu einer schönen Käseplatte und deinem Gewürzbrot vorstellen. Ich hätte nur eine Frage, gibt es irgendwelche Infos im Rezept oder Erfahrungen wie lange die Konfitüre haltbar ist?

    Danke!

    1. Katharina

      Meine Konfitüre hat sich geöffnet 2 Wochen im Kühlschrank gehalten – aber dann war sie leer. ;-) Laut Rezeptangabe im Buch hält sich die mit regulärem Gelierzucker angerührte Marmelade (350g Gelierzucker 2:1 auf 0,5l Rote-Bete-Saft und etwas mehr frische bzw. vakuumierte Rote Bete) 5 bis 6 Monate.

      Hoffe, das hilft! :)

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