Zuckerfrei? Warum das denn?

Im Mai 2012 beschloss ich, Zucker (bzw. Fructose) aus meiner Nahrung zu streichen. Ursprünglich war es als Experiment angelegt, ich wollte mir in einer kleinen Challenge beweisen, dass ich es kann, aber dann stellte ich schnell fest, dass das Leben ohne Zucker gut für mich ist. Schwierig natürlich am Anfang, aber immer einfacher, und vor allem einfach gut für mich selbst: Für mein Wohlbefinden, für meine Haut, für meine Stimmung, und für mein Spiegelbild.

Ich bin gewissermaßen „süß“ aufgewachsen. Zwar wurde in meiner Familie frisch und ausgewogen gekocht, aber zu einem Essen gehörte auch immer ein Nachtisch, und anstelle von Wasser gab es zum Essen eher Säfte (nur Cola oder Limo, die gab es nur an Festtagen – sehr zum Ärger meiner Geschwister und mir. ;-)). Kuchen spielte am Wochenende eine große Rolle, und auch wenn exzessives Naschen nicht an der Tagesordnung war, so war doch Schokolade nie weit entfernt. Nach dem Auszug von zu Hause und während meiner Studentenzeit wurde es eher noch schlimmer – wer kann sich nicht an lernintensive Tage und Nächte mit einem Extrem-Verschleiß an Gummibärchen erinnern? (Aber gleichzeitig aß ich diesen 0,1%-Joghurt…)

Je mehr ich über Lebensmittel und Kochen lernte, desto gesünder ernährte ich mich im Allgemeinen, aß wieder Frühstück, verwendete Vollkorn und schwenkte nach und nach auf dunkle Schokolade um. Dass ich trotzdem ein Zucker-Junkie war (wenngleich sicherlich ein eher milder Fall), hätte ich aber rundweg bestritten. So etwas wird einem ja sowieso erst hinterher bewusst.

 Zuckerjunkie? Ich?

Ein durchschnittlicher Tag im, sagen wir, April 2012 sah in etwa so aus: Müsli mit einer Handvoll Trockenfrüchte und einem Löffel Honig, dazu ein Glas Orangensaft, nach dem Mittag zwei Kekse zum (gezuckerten) Espresso, noch zwei oder drei Kekse zum Tee im Nachmittagstief, nach dem Abendessen ein Dessert, Eis oder Joghurt mit Honig, dann zum Ausklang noch eine Hand voll Gummibärchen. Dazu über den Tag verteilt noch mindestens zwei Tassen Milchkaffee (am liebsten mit Karamellsirup) und zwei oder drei Äpfel, Birnen oder anderes Obst. Und, wenn der Tag nicht mein Freund war oder mir einfach langweilig war, noch das ein oder andere Stückchen Schokolade oder Kuchen. Dazu Zucker in Salatdressings, Ketchup, Senf oder sonstigen Saucen, sowie ein paar Gläser Apfel- oder Maracujaschorle.

Legt man mal die Nährwerte zugrunde, die sich in diversen Datenbanken finden, so kommt man bei diesem genannten Tagesverbrauch auf bis zu 150g Zucker. Einhundertfünfzig Gramm Zucker. Bei einem allgemein akzeptierten Mittelwert von fünf Gramm Zucker pro Teelöffel sind das 30 Teelöffel. Oder, noch krasser: etwa 50 Zuckerwürfel (Ein Zuckerwürfel wiegt etwa 3g). Holy Shit! 

Zucker, in der Form und in den Mengen, wie wir ihn heute so ganz nebenbei und selbstverständlich verzehren, ist in meinen Augen durchaus ein Gift. Eins, das mindestens mal mit Alkohol und Tabak auf einer Stufe steht. Es gibt Wissenschaftler, die sogar noch weitergehen und Zucker auf einem Level mit Drogen wie beispielsweise Kokain sehen. Aber auch ohne den Kokain-Vergleich tut Zucker unserem Körper keinen Gefallen, die Hinweise verdichten sich, dass unser übermäßiger Zuckerkonsum gewichtige Folgen haben kann, in Form von Übergewicht oder gar Adipositas, von Diabetes, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sogar Verbindungen zu einigen Krebserkrankungen werden gezogen. Relativ unumstritten ist die negative Wirkung von Zucker auf unser Belohnungssystem – hier kann man den Vergleich zur Drogensucht (egal ob Alkohol oder, ähm, weißes Puder) durchaus ziehen.

Eine Herausforderung an mich selbst

All das war mir nicht bewusst, als ich mich entschied, auf Zucker verzichten zu wollen, das habe ich erst im Laufe meiner Recherche erfahren. Am Anfang war es eine Challenge für bzw. gegen mich selbst, ich wollte mir etwas beweisen. Der Auslöser war ein Verzichts-Experiment, das Nicole vom Blog Live Life Deeply-now startete. „Das kann ich auch!“ rief der kleine Kämpfer in mir, „Super Idee, mach das!“ sagte der Gatte. „Na OK“, sagte ich.

Nach etwa einer Woche fühlte ich, wie mein Energielevel deutlich anstieg. Ich stand immer noch nicht gern früh auf, schwungvoll schon gleich gar nicht, aber der erste Blick in den Spiegel zeigte kein verquollenes Schlafgesicht mehr, und die dicken Augen blieben aus.
Nach zwei Wochen hatte sich meine furchtbar zickige Teenager-Haut (hallo?! Ich bin 33!) sichtbar beruhigt und „entpickelt“.
Nach drei Wochen spürte ich, dass die Hose lockerer saß und dass nicht nur meine Taille wieder definierter, sondern dass auch mein Gesicht weniger, hm, speckig war.
Nach vier Wochen konnte ich in aller Seelenruhe jemandem dabei zusehen, wie er oder sie ein Stück Kuchen aß, ohne es ihm oder ihr aus der Hand reißen zu wollen.

Natürlich war es am Anfang nicht leicht, bei aller Euphorie lauert die Versuchung an jeder Ecke, bei allem Erfolg ist es anstrengend, noch genauer auf die Etiketten der Lebensmittelverpackungen zu schauen. Natürlich ist es auch nicht so einfach, bei Einladungen zum Kaffee oder zum Essen den Kuchen oder das Dessert dankend abzulehnen (und dann allen anderen dabei zuzusehen). Und ich will auch nicht verschweigen, dass man in den ersten paar Wochen sozial eher unverträglich ist. Essengehen wird zur Mutprobe, bei jedem Gericht überlegt man, ob es wohl Zucker enthält, beim Kellner versichert man sich dreifach, dass das Salatdressing bitte nur aus Essig und Öl (und nein, kein Balsamico!) bestehen soll, und wenn alle anderen schon fast aufgegessen haben, hat man sich meistens gerade mal entschieden.*

You are not alone…

Doch ich hatte auch Hilfe. Persönliche Unterstützung zum einen, der Liebste fand meine neueste Ernährungsidee gut und zog brav mit. Das hat es mir natürlich sehr leicht gemacht, ich kann mir vorstellen, wie schwierig es ist, wenn in einer Partnerschaft oder Familie einer versucht, seine Ernährung umzustellen, und alle anderen machen weiter wie bisher. Zum anderen hatte ich sozusagen literarische Unterstützung durch diverse Bücher, die ich gelesen habe, allen voran Sarah Wilsons achtwöchiges Programm „I Quit Sugar“. Es ist kein wissenschaftliches Werk und berührt Themen wie den Stoffwechsel nur sehr oberflächlich. Aber, und das war für mich viel wichtiger, es beschreibt Erfahrungen und Empfehlungen, wie mit der Umstellung zu verfahren ist. Durch alle biochemischen Fachtermini steigt man am Anfang sowieso nicht durch, insofern ist es zunächst hilfreich, wenn dir jemand einfach sagt, hör zu – Zucker ist nicht gut für dich, denn er macht dich nicht nur dick und träge, sondern kann durchaus der Grund für deine Pickel sein, für deine Antriebslosigkeit oder deine Unruhe und Rastlosigkeit.
Und ich hatte die Hilfe der größten Bibliothek und der größten Community der Welt – des Internets. Natürlich muss man die Spreu vom Weizen trennen, aber einmal angefangen, entdeckt man schnell, dass es eine erstaunliche Menge einerseits an Wissenschaftlern und Forschern gibt, die sich mit diesem Thema befassen, und zum anderen eine nicht minder erstaunlich große Anzahl an Leuten (Bloggern!) die ihre Erfahrungen mit uns Lesern teilen, die motivieren und die als Vorbild und Ansporn dienen.
Denn: Es ist zu schaffen. Und es lohnt sich! Klar wird es immer mal einen „Rückfall“ geben (Weihnachten, anyone? Kekse und Glühwein? Öh, ja.), aber aus den Rückfällen kann man perfekt lernen. Es ist wie beim Sport, beim Sprachenlernen oder jeglichem anderen Training: Man muss einfach dranbleiben. Am schwersten ist der Einstieg.

Vielleicht habt Ihr auch schon beschlossen, Zucker in Zukunft mit mehr Argwohn zu betrachten oder habt auch schon „Tschüss, Zucker!“ gesagt. Dann würde es mich freuen, wenn Ihr Eure Erlebnisse, Erfahrungen und Ideen mit mir teilt.

Habt eine süße, zuckerfreie Zeit!

Katharina

 

 

 

*Im Restaurant oder Café sage ich mittlerweile: „Ich habe eine Fructose-Unverträglichkeit.“ Glatte Lüge, aber somit erspare ich mir weitergehende Erklärungen und kann meistens recht sicher sein, dass ich nicht doch zuckergetränkte Salatdressings oder Puderzuckerstaub auf meinen Gerichten vorfinde. Meist hilft ein Vergleich mit einer Laktose-Intoleranz, um es anschaulicher zu machen.

Genauer betrachtet, ist es nicht mal eine Lüge. Fructose und ich, wir vertragen uns einfach nicht.

23 Gedanken zu „Zuckerfrei? Warum das denn?

  1. Jacqueline

    Hallo,
    ich weiß seit einigen Tagen, dass ich Fructoseunverträglichkeit habe und entsage seitdem ebenfalls dem Zucker… es ist erstaunlich wo der überall zu finden ist! oO Man ist schon ziemlich Betriebsblind geworden was Lebensmittel angeht, die wenigsten lesen sich noch die Zutatenliste durch.
    Die erste Woche ist sehr hart und ich bin bestimmt nicht einfach (mein armer Freund, der alles essen darf, bekommt da leider ab und zu was davon ab)
    Das Internet ist echt schwer zu druchforsten, leider sind sich die Seiten oft nicht ganz einig, was jetzt fructosearm ist oder nicht. 😉
    Ich bin es auch schon leid, das immer jedem erklären zu müssen, warum ich kein süßes Gift zu mir nehmen möchte. -.- (mit Lactose kann zumindest jeder was anfangen – ziehe hier auch gern Vergleiche für Erklärungen)
    Ich finde es toll, dass du eine Rezeptseite hast – werde ich gleich durchstöbern. 🙂
    lg
    Jacqueline

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    1. Christa

      Hallo, mein Name ist Christa, bin 53 Jahre und seit dem bei mir die Wechseljahre sich eingenistet haben, bin ich echt zuckersüchtig. Habe es mit einer Stoffwechselkur schon mal geschafft, vier Wochen auf Zucker zu verzichten, danach aber wieder genauso in die Zuckerfalle gekommen, wie vorher auch und natürlich drastisch zugenommen. Die Stoffwechselkur war mir vom Essen her zu einseitig, deswegen würde ich die nicht noch mal wieder machen. Habe es jetzt drei- bis viermal damit versucht, aber bin immer wieder eingebrochen. Werde mich jetzt mal durch Deine Seite stöbern, die ich sehr interessant finde. Auf Deine Seite bin ich gekommen durch den Bericht von Extra. LG Christa

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      1. Katharina 1

        Liebe Christa,
        oje… aber ich glaube, mit diesem Problem bist Du nicht allein. Ich wünsche Dir viel Erfolg, vielleicht können meine Rezepte ja zu Deinem Wohlbefinden beitragen!

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  2. Nadine

    Hallo Katharina,
    bin gerade über den Glasnudelsalat auf deinen Blog gestoßen und – tataaa – du auch ohne Zucker?! Ich bin Anfang 2013 auf ein Lebenskonzept (nein, es ist keine Diät sondern eine Lebenseinstellung) gestoßen: VIBONO. Was ich anfänglich skeptisch beäugte (wieder ne neue Diät) ist inzwischen bei mir in Fleisch und Blut übergegangen und ich fühle mich damit energiegeladener, leichter und zufriedener in meinem Körper.

    Wir vibonianer 😉 versuchen auch auf Zuckerarten zu verzichten und frisch und gesund zu kochen. Idealerweise mit einer Energiedichte von unter 1,5.

    Bei Interesse schau doch gerne mal auf http://www.vibono.de vorbei, dort gibts auch leckere Rezepte und eine nette Community auf FB.

    Liebe Grüße
    Nadine

    PS: werde mal gleich deine Rezepte durchforsten. Danke schon mal im Voraus! 🙂

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  3. Pingback: | Ein cremiger Erdnussbutterkakao – und ein Bericht über eine Woche “zuckerfrei”

  4. Ingrid

    Hallo Katharina, danke für diesen Post, bin durch Zufall auf deine Seite gstoßen und bin ganz deiner Meinung, es gibt soviel versteckten Zucker in unsern Lebensmitteln. Ich bin auch süß erzogen und es verfolgt mich trotz meiner Ernährung, denn ich achte auch auf „ehrliche“ Lebensmittel. Deine Strategie es durchzuziehen und dauerhaft dabei zu bleiben bewundere ich und macht mir Mut, es anzugehen. Danke dir. LG Ingrid

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  5. Svenja

    Hey,
    ich werde mich ab morgen die kommenden 40 Tage auch wieder zuckerfrei ernähren.

    Was mir allerdings bisher schleierherhaft ist, ist die Tatsache, dass du zwar Fructose und Galaktose, aber keine Glucose (bzw. Dextrose) weglässt.
    Denn genau diese habe ich bisher als „schlimmer“ empfunden. Denn dieser muss insulinabhängig transportiert werden und daher nach Genuss den Insulinspiegel in die Höhe, kurz darauf den Blutzuckerspiegel im Blut in die Tiefe schießen lässt und am Ende zu einer Heißhungerattacke führt.

    Über eine Erklärung wäre ich dankbar.

    Ansonsten finde ich es eine tolle Sache! Weiter so! 🙂

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  6. Mina

    Hi Katharina, mir wurde dein Blog empfohlen, weil ich gerade selbst „I quit Sugar“ bestellt habe, das morgen in meinen Briefkasten flattern sollte. Ich kann vieles,w as du hier schreibst, gut nachvollziehen und bins ehr gespannt, wie es mir gehen wird. Ob meine dicken Augen morgens auch verschwinden? *lach* Ich schaue bestimmt öfter mal vorbei in den kommenden acht Wochen. Toll, dass du so viel darüber egschrieben hast.

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    1. Thamar

      Hei Mina…Und, wie war „I quit sugar“? Ich hatte seit Jahren jeden Tag Bauchschmerzen und Krämpfe. Echt doof, da sich das ja auch total auf die Stimmung niederschlägt. War bei diversen Hausärzten und Spezialisten – aber alle Halbgötter in Weiss waren doch nicht so göttlich und konnten mir nicht weiterhelfen. Vor einigen Wochen ist mir dann plötzlich die Idee gekommen, ich könnte eigentlich auf Fruktose und Glukose verzichten (zusätzlich noch auf Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer,..). Tja, seither gehts mir super! Echt krass was so ein „kleiner“ Wandel in der Ernährung bewirken kann!

      Katharina, danke für deinen Blog! Super, gibts Leute, die andere informieren.

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  7. Ann

    Hallo,

    ich bin durch Zufall auf deine Seite gestoßen 😉
    Da ich mal schauen wollte, ob es im Internet wohl ein Kochbuch gibt mit „zuckerfrei“.

    Ich backe sehr gern, ernähre mich relativ gesund aber hin und wieder darf es ern mal was zu naschen oder ein Bonbon sein 🙂 fühle mich gut, da ich zusätzlich mich viel bewege.

    Nun habe ich aber ein Problem mit meinem Darm und anfällig für Erkältungen und Krankheiten mit noch anderen Symtomen…naja der Arzt konnte nichts feststellen – meine Heilpraktikerin im Gegensatz schon… ich habe deutlich zuviele Darmpilze, die sich von Zucker ernähren.
    Nun muss ich mit einem Medikament anfangen – wenn ich den Absprung finde – und zugleich darf ich nichts mehr mit Zucker essen, kein Traubensucker, Fruchtzucker nur gering, Obst ja, aber kein Süßes – Saures vertrag ich aber auch nicht… Kein Weizen essen und und und…

    Jetzt war ich letztens einkaufen und habe zudem noch festgestellt, dass eigentlich überall Zucker drin ist – erschreckend…sogar in Wurst…das darf ich aber wohl.
    Mir fällt es ziwmlich schwer, weil ich z. B. übergaupt kein Wassertrinker bin. Tee ungesüßt ist in Ordnung, dennoch kann ich das nicht den ganzen Tag trinken.
    Kaffee und sonstiges darf ich auch nicht, also schon etwas mehr als „Zuckerfrei“. Wie findet man denn bloß den richtigen Tag? Und wie umgeht man Einladungen, wenn man sonst immer „ja“ gesagt hat?
    Da es mir wohl von dem Medikament nicht gut gehen soll und es auch Nebenwirkungen geben kann, sollte man das an einem Wochenende machen, wo man nichts vor hat… 🙁 aber irgendwie ist ja immer was…
    Ich hatte mir eigentlich letzes vorgenommen, doch dann kamen mehrere Geburtstagsfeiern dazwischen und ich dachte einmal „NEIN“ krieg ich noch hin, aber mehrmals bestimmt nicht… unter der Woche sollte ich ja nicht anfangn…wobei das vielleicht doch besser wäre… und nächstes Wochenende bin ich auch unterwegs weil ich eine Vorfühung Besuche…irgendwie schiebt man es immer vor sich her… nur das Zeug hatte ich jetzt schon Samstag gekauft und es hält sich eben auch nicht so lange…

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  8. Andrea

    Liebe Katharina,

    Danke für deinen Blog und deine ehrlichen Beschreibungen. Seit Jahren, vielleicht Jahrzehnten (ich bin jetzt 33…) habe ich immer wieder Bauchkrämpfe in Schüben und in den letzten Monaten immer wieder auch Erbrechen dazu gehabt. Nach totaler Ratlosigkeit und der Reizdarm-Erklärung wurde ich auf FI und LI getestet und siehe da: ich habe eine träge Form der beiden Unverträglichkeiten.

    Ich bin Milchfan und Zuckerfan, Milchschokolade ist meine zweite Heimat. Damit ist seit vier Wochen Schluss.

    Ich wünschte, mir wäre es ähnlich gegangen wie Dir: das Positive Effekte eingetreten wären bisher. Aber mein Hautausschlag, den sich niemand erklären kann ist noch genauso da wie vor acht Wochen. Ich habe kein Nennenswertes Gramm abgenommen. Statt dessen bin ich in den ersten zwei Wochen der möglichst fructosefreien und lactosefreien Ernährung völlig antriebslos, schlapp und schlecht drauf gewesen. Ich habe das Einkaufen verflucht und meine Küche in der ich nicht wusste was ich essen oder kochen sollte. An jedem Wochenende ist irgendeine andere wichtige Veranstaltung-beruflich oder privat, die mich ernährungstechnisch herausfordert und mich nicht in Ruhe mal etwas ausprobieren lässt, wie eine Banane, einen Traubenzucker-Kuchen oder eine bestimmte Sorte Salat.

    Langsam, ganz langsam wird es besser-aber es braucht auch ausreichend Freizeit, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, auszuprobieren und Rückschläge zu kassieren. Ich hoffe sehr auf eine Besserung, so dass zumindest Brokkoli und Blumenkohl wieder auf dem Speiseplan landen und ich mich nicht den Rest meines Lebens von Geflügel und Nudeln ernähren muss. Aber dein Blog macht Mut – dass es Menschen gibt, die das freiwillig auf sich nehmen und es tatsächlich nicht nur beschwerdefreie sondern auch positive Nebeneffekte hat. Vielleicht dauerts bei mir eben einfach noch ein bisschen, bis ich sie bemerke.

    Vielen Dank fürs Mutmachen,

    Andrea

    Antworten
    1. Bianca

      Hi Andrea, Dein Eintrag ist zwar schon etwas her, aber falls das Thema noch aktuell ist: Hast Du schon mal probiert, Gluten wegzulassen? Hört sich ziemlich danach an, als würdest Du das nicht vertragen.. Lg, Bianca

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  9. Maggie

    Hallo Katharina,

    bei mir wurde vor knapp 2 Jahren eine Fruktoseunverträglichkeit festgestellt und seit dem passe ich (mal mehr, mal weniger) auf, dass ich nicht zu viel (Frucht-)Zucker zu mir nehme. Ich muss gestehen, dass ich das eher unkonsequent und „eher nach Gefühl“ mache. Doch seit einigen Tagen beschäftige ich mich noch intensiver damit und habe mir grade gestern erst ein Kochbuch für fructosefreie Rezepte gekauft. Ich bin Feuer und Flamme das auszuprobieren und mich fructoseärmer und gesünder zu ernähren. Dann bin ich heute auf deinen Blog gestoßen und bin wahrlich begeistert! Ich finde es super, was du für Tipps gibst. Du motivierst und inspirierst. Ich freue mich auf jeden Fall darauf einige deiner Rezepte auszuprobieren und immer mal wieder auf deinem Blog herum zu stöbern.
    Liebe Grüße! Maggie

    Antworten
  10. Verena

    Hallo Katharina!
    Ich habe heute Deinen Beitrag bei Extra gesehen und muß sagen, ich bin begeistert!

    Ich bin dieses Jahr am 6.2.16 mit dem Zuckerausstieg angefangen. Das kam so:
    Meine Arbeitskollegin sagte am Rosenmontag daß sie gerne 10 kg abnehmen wollte bis zur Kommunion (April 2016) ihrer Enkelin. Ich wollte gerne mitmachen!
    Eine andere Kollegin meinte, daß sie grundsätzlich in der Fastenzeit kein Zucker essen würde. Da mache ich doch auch mit!

    So nahm der „Zuckerverzicht“ seinen Lauf! Die ersten 14 Tage habe ich ausschließlich Eiweiß gegessen um aus dem Zuckertief rauszukommen! Das hat super geklappt!
    Seit dieser Zeit habe ich meine Ernährung auf wirklich gesunde Weise umgestellt und tatsächlich 14 kg abgenommen!

    Mittlerweile behalte ich meine zuckerfreie Ernährung bei und mir gehts super! Keine Heißhungerattacken, keine schlechte Laune nach dem Essen, etc.

    Und meine Familie profitiert genauso von der Umstellung: Es schmeckt alles irgendwie besser!

    Endlich habe ich Gleichgesinnte gefunden! Super!

    Ganz liebe Grüße,
    Verena

    Antworten
    1. Katharina 1

      Juhu! Genau so sollte es sein. Solche Erfolgsstories motivieren einfach!
      Witzigerweise habe ich es früher mit der Fastenzeit ähnlich gehalten: Kein Süßkram und keine Schokolade. Klar, ich hatte immer das große Ziel „Ostern“ vor Augen, aber dann, am Ostersonntag, schmeckte der erste Schokohase irgendwie überhaupt nicht. Dass ich nicht damals schon geschaltet habe und dabei geblieben bin, da könnte ich mir immer noch in den Allerwertesten beißen. 😉

      Antworten
  11. Pingback: 1 Monat Zuckerfrei - Starte Experiment - Sebastian

  12. Ella

    Liebe Katharina,
    mich würde mal interessieren ob deine Familie komplett mit zieht. Bei uns ist es nämlich so dass ich selber vor kurzem anfing Sport zu machen und somit auch meine Ernährung umstelle. Zuckerfrei ist da für mich, genau wie du es beschreibst, im alltag das größte Hindernis. aber ich möchte einfach den Zucker komplett verbannen. Mein Mann zieht weitestgehend mit, er backt jeden Tag Sauerteigbrot für uns und findet die „neue“ gesunde (noch gesündere 😉 ) Küche super. Nun aber das Problem: Was mache ich mit den Kindern? Zuhause habe ich das ja soweit unter Kontrolle. Aber die große in der Schule und besonders die Kleinen im Kindergarten… die essen ja dort „normal“ (schlimm, normal sollte eigentlich gesund und clean sein) und auch viiieeel Zucker. Das kann man ja eigentlich gar nicht wirklich umgehen oder? Wie löst ihr das? Verzichtet Dein Kind kompleett auf Naschis? Hast du alternativen? Sie werden ja auch irgendwie zum außenseiter dadurch, das will ich nicht. Ideen dazu?
    LG Ella

    Antworten
    1. Katharina 1

      Liebe Ella,

      also – njein. 😉 Mein Mann zieht voll mit, phasenweise is(s)t er total asketisch (bloooooooß nichts süßes), manchmal isst er doch wieder mehr davon. Aber er ist ansonsten voll „bei mir“, sozusagen.
      Anfang des Jahres habe ich mal einen Post geschrieben, der das Thema „Kinderernährung“ umfasste, da steht drin, wie wir es halten. (http://www.katharinakocht.com/wochenplan-kw-7-kinder-und-gleichzeitig-erwachsenentaugliches/) OK, unser ist aber auch erst in der Kita, da ist es relativ entspannt. Dort bekommen sie eigentlich gutes Essen (der Essensplan hängt aus), und Süßes gibt’s nur hin und wieder wenn ein Kind Geburtstag hat. Dafür haben wir uns als Eltern aber auch stark gemacht und uns einstimmig gegen Kekse oder Schokolade im Nachmittagssnack ausgesprochen.

      Was das Kind außerhalb der eigenen Türen macht, kann man halt wirklich nur begrenzt beeinflussen. Ich finde es für mich wichtig, dass mein Kind in meinem Einflussbereich gut isst, so dass er quasi eine „Basis“ gelegt bekommt. Wir haben daher nur selten etwas im Haus. Er bekommt auch mal Schokolade oder Gummibärchen, oder wir gehen Eis essen. Aber nicht im Übermaß, nicht ständig und schon gar nicht zur freien Verfügung. Wenn wir in der Gruppe unterwegs sind, darf er ebenso naschen, wenn die anderen Kinder sichtbar etwas haben. Aber auch da halte ich ein Auge drauf. (Ich bin ne alte Spaßbremse!)
      Alternativen… gut, er darf jederzeit Obst essen, ganz selten mal einen Quetschie. Ansonsten biete ich ihm einen Joghurt an oder sowas in der Art. Und ich halte das Gemaule und Gejammer aus bzw. blende es dann aus. Meistens. 😉
      Von kompletten Verboten halte ich nichts, dann wird es nur spannender. Aber ich finde schon, dass man da regulierend eingreifen sollte.

      Die 100%ige Lösung mit Erfolgsgarantie gibt es leider nicht, die hätte ich auch gern. Solange Zuckriges und Süßes überall so dermaßen präsent ist, wird es immer schwer sein, Kindern einen maßvollen Umgang beizubringen. Zum Glück wandelt sich ja langsam das Bewusstsein in der Gesellschaft.

      Liebe Grüße!

      Antworten
      1. Judith

        Liebe Katharina,
        auch für mich ist der Zucker in der Kinderernährung ein großes und schwieriges Thema. In unserer Kita kriegen die Kinder meines Erachtens auch viel zu viel Zucker, da es eine sehr große Einrichtung ist, sind leider nicht alle Eltern meiner Meinung, dass Kinder möglichst wenig Zucker bekommen sollten. Da habt ihr wirklich Glück mit eurer Einrichtung.
        Am schlimmsten finde ich die vielen Süßigkeiten, die unsere Kinder von Freunden, Bekannten und Verwandten im Laufe eines Jahres geschenkt bekommen: Vor allem zu Weihnachten, zu Ostern, zum Geburtstag, bei Schulanfangsfeiern, Halloween, Nikolaus. Du schreibst, dass sich das Bewusstsein in der Gesellschaft zum Glück langsam wandelt. Zu langsam scheint mir. In unserem großen Bekanntenkreis kenne ich nur eine Mutter, für die Zucker ebenfalls ein Thema ist. Kann man netten Nachbarn und Onkels und Tanten sagen, man möchte keine Süßigkeiten für die Kinder geschenkt bekommen? Vor allem, wenn sie bei dem Thema anderer Meinung sind bzw. keine Ahnung haben? Schmeißt ihr Süßigkeiten in den Müll, wenn euer Sohn welche bekommt? Vor allem, wenn es sich um buntes, zuckriges ungesundes Zeug voller Zusatzstoffe handelt? Gibt es Tipps, wie man den Leuten am besten erklärt, warum man das für die Kinder nicht will? Wenn ich damit anfange, dass ich selbst zuckersüchtig bin und nicht will, dass meine Kinder es auch werden, ernte ich nur verständnislose Blicke.

        Antworten
  13. silvi hu

    Hallo 🙂
    Es freut mich auf deinen Blogg gestossen zu sein! Endlich finde ich Gleichgesinnte. Ich bin seit 3 Monaten zuckerfrei und fühle mich toll! Ich ernähre mich schon lange sehr bewusst uns ausgewogen, mache viel Sport und lebe teils vegan, teils vegetarisch aber verzichte aber nicht voll und ganz. Seit ich aus einer Versuchsphase Zucker aus meiner Ernährung gestrichen habe, sind meine Verdauungsprobleme weg, meine Haut wurde besser, ich bin fitter, habe 2-3Kg an Gewicht verloren und finde es einfach toll diese Abhängigkeit nicht mehr zu spüren. Ich brauch keinen Dessert nach dem Essen und auch keine Schokolade spät Abends. Ich mache mein Müsli selber (natürlich Zuckerfrei;) ich backe mit Stevia und habe keinen Heisshunger mehr. In dieser Zeit habe ich einmal ein Stück Zitronenkuchen gegessen an einer Geburtstagsfeier ( Schlussendlich waren es dann doch 2) es hat mir geschmeckt aber war mir viel zu süss. Ich bin dann nachts aufgewacht weil ich schlimme Bauchkrämpfe hatte! Mein Körper hat mich sehr schnell zu spüren gegeben dass er keinen Zucker mehr will… Habs dann auch gelassen 😉

    Liebe Grüsse

    Antworten

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