Dienstag, 7. Dezember 2010

Zwei Nuss-Plätzchen: Pecannuss-Plätzchen und eifreie Vanille-Kipferl

Eine Freundin machte mich neulich auf das Titelblatt des aktuellen KulturSPIEGELs aufmerksam, auf dem groß ein Cupcake prangte, mit der Unterschrift „Platz da! Der Cupcake macht die Kekse platt. Ein Weihnachtsdrama“. Auch für mich ein Dilemma!! Soll ich mich denn entscheiden müssen? Gibt es nur Sekt oder Selters, barfuss oder Lackschuh, Plätzchen oder Cupcake, alles oder nichts?  Ich MAG Cupcakes. Ich LIEBE Cupcakes. Aber: sie sie stehen für mich absolut in keiner Konkurrenz zu klassischen Weihnachtsplätzchen! Sie konkurrieren mit Torten, Kuchen und anderen kleinen Leckereien, das ja – aber mit Weihnachtsplätzchen? Niemals, lieber Spiegel! Weihnachtsplätzchen sind eine Klasse für sich. Sehr viel stärker noch als Cupcakes ist es bei Weihnachtsplätzchen essentiell, dass sich in einem, vielleicht zwei Bissen ganze Geschmackswunder ereignen. 

Überhaupt. Geschmackswunder. Manchmal geht das aber auch daneben. Neben seinen Favoriten-Keksen, die jedes Jahr dabei sein MÜSSEN, probiert der Geschmacksjäger der Jetzt-Zeit auch immer wieder gern neue Dinge aus, die diversen Frauen-/Food- und Lifestyle-Magazine warten ja immer mit einer Fülle von neuen Rezepten auf, die auf den Hochglanzfotos zum Anbeißen aussehen, die aber einiges an Equipment, exotischem Gewürz und feinstgemahlenen Zutaten verlangen. Ich sag’s Euch, backt bloß nie (!!) „Mürbe Cashew-Marzipan-Taler“, wenn Euch das Rezept im Netz mal unterkommt…. Ein Heidenaufwand (200g ungesalzene Cashews  fein malen und rösten – Schritt 1 war dank neuerworbener Kaffeemühle noch machbar, in vielen Teilschritten, aber Schritt 2 ließ schon Rückschlüsse auf das Gesamtergebnis zu) mit unendlichem Zeitverbrauch (über Nacht in den Kühlschrank legen), und wofür? Die Kekse schmecken wie Sägemehl und haben auch dessen Konsistenz. Das Rezept wurde auf einen ganz hinteren Platz im Rezepte-Ordner verbannt.

Die heutigen Plätzchen sind aber schon eine Weile in meinem Repertoire, also übernehme ich eine gewisse (wenngleich limitierte) Gelinggarantie.

Pecannuss-Plätzchen

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Puderzucker lässt sich hier aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die verwendete Menge um 20-30% erhöhen würde, je nach Süßvorliebe.**


Pecannüsse sind mir persönlich lieber als Walnüsse, sie sind wesentlich milder im Geschmack. Falls man keine Pecans findet (oder nur zu horrenden Preisen), können diese Plätzchen aber auch mit Walmüssen, Mandeln oder Haselnüssen gebacken werden.

100g Pecannuss-Kerne
150g Butter
1 Ei
100g Puderzucker
1 Pck. Vanillezucker
50g gemahlene Mandeln
200g Mehl
75g Speisestärke
1 Msp. Backpulver
1 Prise Salz
35 Pecannusshälften zum Belegen

:: Den Ofen auf 175°C vorheizen.

:: 100g Pecannuss-Kerne fein hacken – da die Nüsse relativ weich sind, geht das super mit dem Messer. Beiseite stellen.

:: Butter schaumig schlagen, das Ei unterrühren und dann Puderzucker und Vanillezucker dazugeben und gut mixen. Mandeln unterheben.

:: Mehl, Speisestärke, Backpulver und Salz vermischen, auf den Teig sieben und unterrühren. 

:: Die gehackten Pecans unter den Teig kneten. Walnussgroße Kugeln formen (diese werden relativ gleich groß, wenn man den Teig zu einer gleichmäßigen Rolle formt und dann mit dem Messer gleiche Scheiben schneidet), etwas plattdrücken und eine Pecannuss-Hälfte auf einen Keks setzen.

:: Etwa 12 – 15 Minuten backen, bis die Plätzchen goldgeld sind. Auskühlen lassen.



Eifreie Vanille-Nuss-Kipferl

**Auch dies ist kein zuckerfreies Rezept, hier lassen sich Zucker und Puderzucker gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die verwendete Menge um 20-30% erhöhen würde, je nach Süßvorliebe.**
Als mein Bruder klein war, hatte er eine Eiweiß-Allergie, die sich mit den Jahren zwar  glücklicherweise verwachsen hat, die aber damals ziemlich dramatisch war und mit allergischen Schockreaktionen einherging. Spooky! Ich kann mich noch recht gut daran erinnern, dass er immer „Ersatz-Essen“ bekommen hat, wenn an einem Gericht Eischnee oder Eistich oder ähnliches dran war (und manchmal war das Ersatz-Essen in meinen Augen viel toller als das Original mit Ei!). Aus diesem Grund wurden Kipferl bei uns immer in der eifreien Variante gebacken, was ich beibehalten habe.




200g Butter
100g Zucker
100g Haselnüsse
250 – 300g Mehl
1 Päckchen Bourbonvanillezucker oder 1 Beutel Bourbon-Vanille-Aroma vom Doktor aus Bielefeld.
2 EL Puderzucker
2 Päckchen Vanillinzucker

:: Backofen auf 175°C vorheizen.

:: Butter, Zucker, Haselnüsse und Mehl schnell zu einem festen Teig verkneten. Ich nehme meist erstmal nur 250 Mehl und gebe, je nach „Matschigkeit“ des Teigs noch mehr Mehl hinzu.

:: Meine Variante des Kipferlformens geht so: den Teig zu einer Rolle formen und in gleichgroße Scheiben schneiden. Diese dann ebenfalls zu kleinen Rollen rollen 😉 und an den Enden etwas dünner werden lassen. Bögen formen und die Zipferl der Kipferl evtl. noch ein bisschen in Form bringen. Nach dem 2. Blech hat man den Dreh spätestens raus.

:: Die Kipferl nicht zu dicht auf ein Backblech setzen und ca. 10-12 Minuten backen, bis sie anfangen, sich leicht zu bräunen.

:: In der Zwischenzeit Puderzucker und Vanillinzucker mischen. Wenn die Kipferl aus dem Ofen kommen, sofort die Puderzucker-Mischung darüber sieben und dann auskühlen lassen.



Plätzchen olé! Plätzchen sind cool! Backt und esst mehr Plätzchen! 🙂



















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