Dienstag, 4. Februar 2014

Zwiebel-Bier-Brot (aus dem Topf – the latest craze!)

Beim Brotbacken, auch wenn das Maschinchen den Hauptteil erledigt, kann man ganz wunderbar entspannen und philosophieren. Ich denke beim Brotbacken paradoxerweise gern mal über Low Carb oder Paleo nach. Nicht, dass ich beiden Ernährungs-Philosophien nicht das ein oder andere abgewinnen könnte, so per se – nur im Moment entlocken sie mir ein lediglich schiefes Grinsen von der Sorte “pffffffffft”. Ich rede hier immerhin von mir, dem Dauerhungermuttertier! Nein, im Ernst, Low Carb ließe mich momentan, in Woche 38 vom Zustand “Knirps inside”, extrem hungrig zurück. Also Brot! Brot rules!

Zwiebel-Bier-Brot

Und dieses Topfbrot rules everything. Wie konnte ich das nur vergessen, dass der Topf so eine praktische Brotbackstation ist? Gut, dass Zorra Kochtopf und Sandra From Snuggs Kitchen mir das wieder ins Gedächtnis gerufen haben. Man kann zwar dem Brot nicht beim aufgehen und knuprig werden zusehen, aber dafür bekommt man eine Kruste, die definitiv ihresgleichen sucht. Was Ihr dafür braucht,  ist, wer hätte es geglaubt  – ein Topf. Am besten ein gußeiserner, zumindest aber ein beschichteter, der hohe Temperaturen von 250°C aushält und idealerweise einen Deckel ohne Plastikgriff sein eigen nennt. Für größere Brote, die ich länglich forme, nehme ich gern meinen Bräter, für etwas kleinere, rund gewirkte Brote wie dieses hier habe ich eine mörderkreative Zwischenlösung gefunden: Der Topf wird im Ofen mit dem Pizzastein, der mehrheitlich als Brotbackstein fungiert, abgedeckt, da der zugehörige Deckel dummerweise über einen Plastikgriff verfügt. (Beziehungsweise  verfügte, Präteritum. Denn – ja. Ja, ich habe es einmal versucht und es war keine gute Idee, der Gestank nach verschmorter Plastik hing noch tagelang in der Luft.)

Zwiebel-Bier-Brot

Im Falle dieses Zwiebelbrotes stand Ylva vom Blog Der Klang von Zuckerwatte Patin, denn sie brachte mich und das Thema “Brot mit Bier” zusammen. Nach ihrem Rezept habe ich schon Weißbier mit und ohne Alkohol, helles und dunkles Bier, Malzbier und Stout mit Mehl und Sauerteig zusammengerührt und war immer wieder angetan von dem würzigen, aromatischen Ergebnis. Und jetzt noch mit den Zwiebeln! Leute! Kann endlich bald Sommer sein und wir können das zum Grillen oder zum Picknick im Biergarten mitnehmen? Mit Salami, Schinken, Rohmilchkäse und Obatzda? Mit allem, was ich bald endlich wieder essen darf? Das wäre was.

Zwiebel-Bier-Brot

 

Zwiebel-Bier-Brot aus dem Topf

Der Topf, den ich für dieses Brot verwendet habe, fasst 2,5 Liter und hat einen Durchmesser von 24 cm.

Ich habe die Menge an benötigtem Bier in Gramm angegeben, weil es so wesentlich einfacher zum Abmessen ist. Frisches Bier schäumt schließlich ordentlich…

SAUERTEIG:
50g Roggensauerteg/Anstellgut
150g Roggenmehl Typ 1150
150-175g Bier (in meinem Fall: Weißbier)

BROT:
2 große Zwiebeln (ca. 300g)
1 EL Butterschmalz
350g Weizenmehl Type 550

100g Vollkorn-Roggenmehl
50g Maronenmehl - optional, weil meine persönliche Vorliebe – kann natürlich durch Weizen- oder Roggenmehl ersetzt werden
200g Weißbier
250g Sauerteig
18g Salz

wenn das Brot etwas luftiger mit mehr “Blasen” im Teig sein soll: 5g frische Hefe

:: Am Vortag bzw. Vorabend den Sauerteig ansetzen – entweder in drei Schritten wie in diesem Post beschrieben, oder in einem Schritt: Dazu das Anstellgut mit Mehl und Bier in einer ausreichend großen Schüssel verrühren, diese abdecken und 12-15 Stunden vor sich hin blubbern lassen. Vom fertigen Sauerteig 250g abwiegen und den Rest in einem sauber ausgespülten Schraubglas im Kühlschrank aufbewahren.
Ich bewahre meinen mit Bier angesetzten Sauerteig getrennt von dem auf, der ganz regulär mit Wasser geführt wurde.

:: Am Backtag die Zwiebeln pellen, halbieren und vierteln und dann in feine Streifen schneiden. Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebelstreifen auf kleiner Hitze langsam und unter Rühren braun braten, das kann gut 15 Minuten dauern. Auf einem Küchenkrepp abkühlen lassen.

:: Die Mehlsorten mischen, den Sauerteig dazugeben (und ggf. die Hefe, falls sie verwendet wird) und etwa 150g Bier angießen. Den Teig 5 Minuten langsam kneten (lassen), dabei nach Bedarf das restliche Bier dazugießen. Dann das Salz zugeben und noch einmal 5 Minuten kneten (lassen), mit etwas mehr Speed. Kurz vor dem Ende die Zwiebeln unterkneten. Zu einer Kugel formen und etwa 90 Minuten ruhen lassen, dabei nach jeweils 30 und 60 MInuten ziehen und falten.

:: Einen Laib formen und mit Mehl einstäuben, dann in ein Gärkörbchen legen und noch mal etwa eine Stunde gehen lassen. Derweil einen gußeisernen Topf mit Deckel in den Ofen stellen und alles auf 240°C vorheizen. Falls der Deckel des Topfes nicht hitzebeständig ist, mit einem Brotbackstein oder Pizzastein abdecken.

:: Den fertig gegangenen Laib mit der “Nahtseite” nach unten in den aufgeheizten Topf setzen (der brüllheiß ist, also Vorsicht!), den Topf zudecken und für 45 Minuten in den Ofen schieben. Dann herausnehmen, das Brot auf ein Abkühlgitter setzen und auskühlen lassen. Wer es aushalten kann, lässt das Brot mindestens mal 4 Stunden ruhen. Allen anderen: Salzbutter daraufstreichen und los!

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Dienstag, 4. Februar 2014

10 Gedanken zu „Zwiebel-Bier-Brot (aus dem Topf – the latest craze!)

  1. Sandra Gu

    Das Brot sieht großartig aus :D Eine schöne Krume innen und knusprig-knackig aussen.
    Und auch wenn ich sonst kein Bier trinke, im Brot mag ich es sehr.

    1. Katharina 1

      Ich bin ja auch nicht der allergrößte Bier-Fan, aber Weißbier mag ich ganz gern, und im Brot ist es der Knüller! :-) Und dank der Wiederentdeckung der Topf-Methode bei Dir ist die tolle Kruste jetzt garantiert. :-D

  2. schmeckt wohl.

    Ich gehöre zu der Sorte Brotbäcker, die einmal gemerkt haben, dass ihnen Hefeteig gut gelingt und jetzt vor allem anderen, ja vor allem Sauerteig, derbst Bedenken haben. Aber dieses Brot sieht so unglaublich super aus, dass ich es einfach mal in Angriff nehmen werde! Ich trau mich da jetzt einfach mal ran…;)
    Danke für das Rezept, lg
    Stefanie

    1. Katharina 1

      So ging es mir am Anfang auch, liebe Stefanie… Hefeteig ist mir irgendwie schon immer gelungen, irgendwie sind Hefe und ich dicke Buddies. Der Sauerteig und ich mussten dagegen erstmal zueinander finden, und die ersten Brote mit einem frisch angesetzten Sauerteig (bei denen ich mir aus falschem Ehrgeiz einbildete, gleich komplett auf die unterstützende Wirkung von Hefe verzichten zu wollen), waren eher schwer und klumpig. Aber es wird immer besser, und das Gefühl, so ein echtes, eigenes Brot aus dem Ofen gezogen zu haben, ist großartig. Hier ist übrigens die Anleitung zum Ansetzen von Sauerteig: Sauerteig ansetzen.
      Falls es schnell gehen soll mit dem Zwiebel-Bier-Brot und kein reifer Sauerteig in Sicht ist: Nimm Hefe für die Geh-Tätigkeit (dann aber nur 100g Roggenmehl und den Rest Weizen), ein Tütchen Sauerteig-Extrakt aus dem Biomarkt, und ggf. etwas mehr Bier für die Flüssigkeitszufuhr. Das sollte auch ein schönes aromatisches Brot ergeben. Viel Erfolg!

  3. Tanja´s Allerlei

    Hört sich lecker an :) Und das Brot sieht definitiv gut aus! Ich nehme mir ja auch immer mal vor, Brot zu backen, aber irgendwie lasse ich mich dann doch immer ablenken und mache was anderes. Jedenfalls seit meine Brotbackmaschine den Geist aufgegeben hat… :( Aber so ist die Möglichkeit natürlich auch gut :)

    1. Katharina 1

      Siehst Du, und ich wollte mir früher immer eine Brotbackmaschine zulegen, lediglich hat es der Platz in der Küche nie zugelassen. Aber mit Brotbackstein und/oder der Topfmethode geht das auch großartig, egal ob reines Hefeteig- oder eben Sauerteigbrot. Und wenn’s mal ganz schnell gehen soll, dann ist Soda Bread (mit Backpulver oder Natron) definitiv eine Alternative. Ich weiß dann halt einfach, was drin ist im Brot. :-)

  4. Theresa

    oh liebe Katharina,
    wie gerne hätte ich jetzt und hier eine Scheibe von deinem Brot mit etwas Butter und Salz! Was braucht man auch mehr? Ich in diesem Fall einen gußeisernen Topf, damit das Brotbackabenteuer endlich losgehen kann ;)
    Liebe Grüße,
    Theresa

    1. Katharina 1

      Ja, manchmal braucht’s zum Glück wirklich nicht mehr als ein Stück noch leicht warmes Brot, Salz und Butter… und was den Topf betrifft: Ganz nach oben setzen auf die Wunschliste für Geburtstag, Weihnachten, Jahrestag. ;-) Ich habe meinen ersten schweren Topf übrigens mal bei Tchibo gekauft, und der tut’s immer noch. ;-)

  5. Ylva

    Hach, liebe Katharina, was eine herrliche Idee mit den Zwiebeln!

    Das stelle ich mir zu dem Bierbrot wirklich ganz famos vor und gerade für’s Frühjahr und den Sommer ist es bestimmt eine perfekte Kombination. Das werde ich mal ausprobieren – ebenso wie endlich mal das Brot im Topf zu backen!

    Ganz herzliche Grüße!
    Ylva

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